27. November 1942: Jimi Hendrix wird geboren

Stichtag

27. November 1942: Jimi Hendrix wird geboren

"Wenn ich gewusst hätte, wie aufgewühlt meine Frau sein würde, dann hätte ich sie wohl nicht so bereitwillig mitgenommen", sagt Pete Townshend, Gitarrist der Gruppe "The Who ", nach einem Besuch eines Jimi-Hendrix-Konzerts 1967 in London. "Es war sehr sexuell." Die Bühnenpräsenz des Rockgitarristen Jimi Hendrix ist legendär: Er spielt sein Instrument mit den Zähnen, hinter dem Rücken, zwischen den Beinen. Er macht Salti, reitet auf der Gitarre, rammt sie gegen die Verstärker. "Wir machen eine Art elektrische Kirchenmusik, die man im Herzen trägt, die euch auch ein körperliches Feeling  gibt", sagt Hendrix.

Geboren wird Jimi Hendrix am 27. November 1942 in Seattle im US-Bundesstaat Washington als Abkömmling schwarzer, weißer und indianischer Vorfahren. Sein Vater ist bei der Armee, seine 17-jährige Mutter mit der Erziehung überfordert. Jimi wächst bei Verwandten und Pflegeeltern auf. Das Gitarrespielen bringt er sich selbst bei. Seine alkoholkranke Mutter stirbt, als er 15 Jahre alt ist. Drei Jahre später meldet sich Hendrix bei der US-Army, wird aber bald ausgemustert, weil er vortäuscht, homosexuell zu sein. Ab 1962 tingelt er mit Little Richard, Ike und Tina Turner und zahlreichen anderen Bands durch die USA. Bis ihn 1966 der englische Manager   Chas Chandler in New York entdeckt und mit nach London nimmt. "Hey Joe" ist seine erste Single, die im Dezember 1966 die Hitparaden erobert.

Am 4. Juni 1967 gibt Hendrix ein Konzert in London. Drei Tage, nachdem das "Beatles"-Album "Sgt. Pepper’s Lonely Hearts Club Band" erschienen ist und auf Platz eins der Charts  steht. Auf Platz zwei ist das Debütalbum "Are you experienced?" der "Jimi Hendrix Experience ". Eine halbe Stunde vor dem Auftritt stürmt Hendrix mit einem tragbaren Plattenspieler in die Garderobe und spielt seinen Musikern das Titelstück vomSgt. Pepper-Album vor. Anschließend eröffnet er das Konzert mit diesem Stück, im Publikum die staunenden "Beatles". Im selben Monat spielt Hendrix auch im kalifornischen Monterey beim ersten Pop-Festival der Geschichte. Mit einem furiosen Auftritt, bei dem er zum Schluss seine Gitarre anzündet, wird Hendrix endgültig zum Superstar. Die als Meisterwerk bezeichnete Doppel-LP  "Electric Ladyland" erscheint 1968. Auf dem Woodstock-Festival zerlegt Hendrix die amerikanische Nationalhymne musikalisch - sein Statement zu Studentenunruhen, Vietnamkrieg und Protesten der schwarzen Bevölkerung. "Dieser kleine, schmutzige Krieg in Vietnam ist bloß eine Vorübung für das, was noch kommen wird", sagt Hendrix. Zwar schreibt er ständig neue Songs  und hat viele Pläne. Aber Drogen, Aufputsch- und Schlafmittel setzen Hendrix zu. Er ist körperlich und seelisch am Ende. Am 17. September 1970 stirbt er in London - erstickt an Erbrochenem.

Stand: 27.11.07