21. April 2007 - Vor 10 Jahren: Erste Weltraumbestattung

Stichtag

21. April 2007 - Vor 10 Jahren: Erste Weltraumbestattung

Der Weltraum. Unendliche Weiten. Wir schreiben den 21. April 1997. Gene Roddenberry, der Schöpfer der erfolgreichen Fernsehserie "Raumschiff Enterprise", begibt sich mit einer Rakete vom Typ "Pegasus XL" von Gran Canaria aus auf seine letzte Reise. Eigentlich startet allerdings nur das, die von ihm übrig ist. In der Rakete fliegt ein Teil von  Roddenberrys sterblichen Resten zu den Sternen. In 11.000 Metern Höhe feuert Pegasus einen spanischen Satelliten und 24 Mini-Urnen in eine erdnahe Umlaufbahn. Die erste Weltraumbestattung der Menschheitsgeschichte ist geglückt.

Für Roddenberry ist die Weltraumbestattung die konsequenteste Art, seinem Tod ein würdiges Ende zu setzen: Aus Sternenstaub sind wir gemacht, zum Sternenstab kehren wir zurück. Ermöglicht hat die extraterristische Bestattungsmöglichkeit die Firma Space Services aus Houston, Texas. Inzwischen bietet das Unternehmen verschiedene Begräbnispakete an. Die billigste besteht aus einer Schnupperfahrt, bei der die Asche zur Erde zurückkommt; der "Orbit Service" für bis zu 5.300 US-Dollar katapultiert sie in die Erdumlaufbahn. Ein "Moon Service" soll die Urnen für 12.500 US-Dollar bald auf die Oberfläche des Erdtrabanten bringen. "Und schließlich gibt's auch die Reise in die Tiefe des Weltalls", sagt Mitarbeiterin Susan Schonfeld. "Die Preise hängen davon ab, wo Sie hingehen und wie viel von Ihnen dahingeht."

Zu den Sternen fliegt nämlich nur eine "symbolische Portion": Je nachdem, welche Kosten die auf der Erde Hinterbliebenen in das Weltraumabenteuer ihrer Verstorbenen investieren wollen, sausen ein bis sieben Gramm der Asche in die unendlichen Weiten des Universums. Am 28. April 2007 startet der nächste Flug in die Ewigkeit. Mit an Bord ist der Teil einer weiteren "Enterprise"-Legende: Scotty alias James Doohan. "Als er verstarb, wurden wir sofort informiert, dass er sich ausgebeten hatte, von unserem Unternehmen ins All gebracht zu werden", sagt Schonfeld stolz. "Weil wir ja schon seinen Freund Gene Roddenberry dorthin gebracht haben."

Stand: 21.04.07