29. April 2007 - Vor 100 Jahren: Geburtstag des Regisseurs Fred Zinnemann

Stichtag

29. April 2007 - Vor 100 Jahren: Geburtstag des Regisseurs Fred Zinnemann

"Er ist ein Mann, der nur die Wahrheit filmt." Mit diesen Worten würdigte Billy Wilder einst seinen österreichischen Landsmann und Regie-Kollegen. Seine Karriere beginnt Fred Zinnemann logischerweise als Dokumentarfilmer und das bleibt er innerlich auch als er Spielfilm-Regisseur in der bunten Traumfabrik von Hollywood  ist. Den Western-Klassiker "High Noon " ("12 Uhr mittags") dreht er 1952 zur Technicolor-Blütezeit in dokumentarischem Schwarz-Weiß und - unerhört für Hollywood-Verhältnisse - mit ungeschminkten Schauspielern. "Ich wollte es so realistisch machen, als ob es eine Wochenschau wäre ", erklärt Zinnemann später.

Anfang der 30er Jahre siedelt sich der am 29. April 1907 in Wien geborene Arztsohn in Hollywood an. Vorzuweisen hat er eine Kameraausbildung an der Pariser Filmhochschule und etwas praktische Erfahrung als Assistent des Kamera-Pioniers Eugen Schüfftan in Berlin. Von ganz unten arbeitet sich Zinnemann empor, bis ihn das Glamour-Studio MGM 1937 als festangestellten Regisseur unter Vertrag nimmt. Bereits mit seinem dritten Film "Das siebte Kreuz" nach dem Roman von Anna Seghers, einem gänzlich unglamourösen Werk im Stil des italienischen Neorealismus, gelingt ihm der Durchbruch. Mit "High Noon " wird Zinnemann endgültig weltberühmt.

Eindimensionale, strahlende Helden interessieren den "konsequenten Sozialdemokraten" nicht. "Der Charakter eines Mannes ist sein Schicksal." Dieser Maxime bleibt Zinnemann in seiner 50 Jahre währenden Karriere quer durch alle Genres treu. Wie der Soldat Prewitt (Montgomery Clift) in "Verdammt in alle Ewigkeit" oder Thomas More (Paul Scofield) in "Ein Mann zu jeder Jahreszeit", stets durchleben Zinnemanns Protagonisten Gewissenskrisen, werden von den Verhältnissen herausgefordert und bleiben doch ihren Überzeugungen treu - auch wenn es sie das Leben kostet. Das gilt selbst für den eiskalten Auftragskiller, den Edward Fox in Zinnemanns letztem großen Film "Der Schakal" spielt. Ausgezeichnet mit drei Oscars zieht sich Fred Zinnemann Anfang der 60er Jahre nach London zurück. 89-jährig stirbt er dort am 14. März 1997 im Stadtteil Mayfair.

Stand: 29.04.07