17. Januar 2007 - Vor 65 Jahren: Muhammad Ali wird geboren

Stichtag

17. Januar 2007 - Vor 65 Jahren: Muhammad Ali wird geboren

"Wer auch nur davon träumt, mich zu schlagen, sollte aufwachen und sich dafür entschuldigen" - der dreimalige Boxweltmeister aller Klassen hat es der Welt nicht immer leicht gemacht, ihn zu lieben. Während seiner aktiven Zeit ist Muhammad Ali laut, lästig und großmäulig. Er sagt, was er denkt und tut nicht immer das, was von ihm erwartet wird. Der Nachfahre afroamerikanischer Sklaven wird am 17. Januar 1942 unter dem Namen Cassius Marcellus Clay in Louisville im US-Bundesstaat Kentucky geboren. Vater Cassius Clay arbeitet als Schildermaler, Mutter Odessa Lee Grady als Putzfrau und Köchin. Ab seinem 12. Lebensjahr widmet sich der junge Cassius dem Boxtraining, weil ihm sein Fahrrad geklaut wird und er sich den Dieb schnappen will. Er bekommt ihn nie zu fassen, dafür holt er sich innerhalb weniger Jahre alle nationalen Amateurtitel im Boxen. 1960 gewinnt er in Rom für die USA die olympische Goldmedaille im Halbschwergewicht. Doch als Clay in seiner Heimatstadt mit der Medaille um den Hals essen gehen will, muss er das Lokal verlassen. Er erzählt später, dass die Kellnerin zu ihm sagte: "Neger? Hier nicht! Und ich sagte: Die ess ich ja auch nicht, geben sie mir einfach eine Tasse Kaffee und einen Hamburger."

Cassius Clay gibt nicht auf und boxt sich nun als Profi nach oben. 1964 bekommt er mit 22 Jahren die Chance, gegen den amtierenden Weltmeister Sonny Linston anzutreten, der als unbesiegbar gilt. Sieben zu eins stehen die Wetten gegen Clay. In der Vorbereitungsphase beschimpft er seinen Gegner als Analphabeten, der das Boxen im Zuchthaus gelernt habe, als "einfach zu hässlich" und "zu alt, um gegen mich zu gewinnen". Dabei erklärt er erstmals: "Ich bin der Größte." Beim Kampf in Miami siegt Clay tatsächlich: "Ich habe die Welt aufgerüttelt. Ich bin der König der Welt. Ich bin schön und schnell." Am Tag nach seinem Sieg konvertiert Clay zum Islam, ändert seinen Namen in Cassius X und später in Muhammad Ali. Als Anhänger der "Black Muslims" bezieht er Position gegen Diskriminierung und verkündet: "Black is beautiful." Außerdem verweigert er den Kriegsdienst in Vietnam: "No Vietcong ever called me a Nigger" (Kein Vietcong nannte mich je Neger). Daraufhin wird ihm seine Boxlizenz entzogen und die Weltmeisterschaft aberkannt. Gefängnis und Geldstrafe drohen.

1970 darf Ali wieder in den Ring. 1974 holt er sich in Zaire beim "Rumble in the Jungle" gegen George Foreman den Weltmeistertitel zurück - eine Sensation. Doch die letzten vier Jahre seiner offiziellen Karriere schlägt er sich mehr schlecht als recht. Im Februar 1978 verliert er den Titel, holt ihn aber bereits im September wieder zurück. Kurz darauf tritt er vom Boxsport ab. Die Ärzte haben bei Ali das Parkinson-Syndrom diagnostiziert, das bei ihm Schüttellähmung und eine Starre der Körper- und Gesichtsmuskulatur hervorruft. Schon schwer gezeichnet von seiner Krankheit entzündet er im Sommer 1996 das olympische Feuer in Atlanta. Heute lebt Ali in vierter Ehe auf einer Farm in Berrien Springs  im US-Bundesstaat Michigan. Er setzt sich ein für wohltätige Zwecke und die Verständigung zwischen den USA und den islamischen Staaten. Nach den Anschlägen vom 11. September 2001 spricht er in New York: "Was die Terroristen im Namen des Islam getan haben, das taten sie nur in ihrem Namen."

Stand: 17.01.07