25. Oktober 2006 - Vor 125 Jahren: Pablo Picasso wird geboren

Stichtag

25. Oktober 2006 - Vor 125 Jahren: Pablo Picasso wird geboren

Schon im Alter von zehn Jahren ist Pablo Picasso nicht mehr in der Lage, unbefangen wie ein Kind zu zeichnen. Sein Vater, ein Zeichenlehrer und Tiermaler, ist von den perfekten Bildern seines Sohnes begeistert. Picasso selbst wird diese Unfähigkeit zur naiven Kritzelei später als herben Verlust empfinden. Zeit seines Lebens wird der Maler versuchen, zur Entdeckerfreude kindlichen Malens zurückzufinden und die Welt mit unschuldigem Blick immer wieder neu zusammenzusetzen: "Man braucht viel Zeit, um jung zu werden", sagt er einmal.Pablo Picasso wird am 25. Oktober 1881 im spanischen Málaga geboren. 1901 besucht er erstmals Paris, wohin er 1904 übersiedelt. In melancholisch-blauen Bildern hält er die Welt der armen Leute, der Bettler und Gaukler fest. Zu dieser Zeit hat Picasso selbst so wenig Geld, dass er seine Bilder und Zeichnungen in den Ofen werfen muss, um sein Atelier zu heizen. Nach 1907 komponiert er Stillleben aus verschiedenen geometrischen Formen, Dreiecken, Kreisen und Quadraten und erfindet auf diese Weise gemeinsam mit seinem Freund Georges Braque den Kubismus. Diese Bilder machen ihn berühmt.Picasso führt im Laufe seines Lebens viele Beziehungen. Er lebt mit der russischen Tänzerin Olga Koklowa (Heirat 1918, Trennung 1935) zusammen, mit Marie-Thérèse Walter, Françoise Gilot, Dora Maar und Jacqueline Roque. Mit letzterer ist er von 1961 bis zu seinem Tod verheiratet. Aus den Beziehungen gehen die Kinder Paolo, Maya, Claude und Paloma ("Taube") hervor. Im Jahr von Palomas Geburt 1949 malt er sein weltberühmtes Plakat mit einer Taube als Symbol für den Frieden. Picasso verachtete den Krieg. Eines seiner berühmtesten Bilder, "Guernica", entstand 1937 während des spanischen Bürgerkrieges. Es ist eine einzige Anklage an kriegerische Zerstörung und unmenschliche Vernichtung.

Hin und wieder sägte und bemalte Picasso auch Puppen für Maya und Paloma. Als sein Händler Daniel Henry Kahnweiler Claude zwei Spielzeugautos schenkt, nimmt Picasso sie seinem Sohn gleich wieder fort, um daraus etwas Neues basteln. Weil ihn die Wagen an den Kopf eines Pavians erinnern, setzt er sie gemeinsam mit Kannendeckeln, Krügen, einem Türscharnier, einem Tischtennisball und anderen Materialien zu einer Äffin mit Jungem zusammen. Ein anderes Mal werden zwei verbogene Gabeln zu Kranichkrallen, dann wieder ein Fahrradsattel nebst Lenker zu einem Stier. Das kindliche Genie Picasso stirbt 1973 im französischen Mougins.

Stand: 25.10.06