16. September 2006 - Vor 270 Jahren: Daniel Fahrenheit stirbt in Den Haag

Stichtag

16. September 2006 - Vor 270 Jahren: Daniel Fahrenheit stirbt in Den Haag

Zeit, Länge, Volumen, Gewicht: Ende des 17. Jahrhunderts ist schon vieles wissenschaftlich messbar. Aber das Messen von Wärme und Kälte gelingt noch nicht einheitlich. Die Temperaturanzeigen der ersten Thermometer lassen sich nicht miteinander vergleichen. Sie enthalten meist Weingeist, der sich bei Wärme sichtbar ausdehnt. Doch die Ausdehnung hängt von der Konzentration der Flüssigkeit und anderen Faktoren wie dem Luftdruck ab. Der Durchbruch gelingt Daniel Fahrenheit: Er verwendet Quecksilber, das eine höhere Genauigkeit bietet.

Als ältestes von fünf Kindern wird Daniel Gabriel Fahrenheit am 24. Mai 1686 in Danzig geboren. Der Sohn einer wohlhabenden Kaufmannsfamilie möchte Medizin studieren. Doch nach dem Tod seiner Eltern schicken ihn seine Vormünder 1702 nach Amsterdam. Nach einer kaufmännischen Lehre widmet er sich seiner Leidenschaft: der Physik. Als einer der ersten Messinstrumentenbauer lässt sich Fahrenheit in Amsterdam nieder. Die Glasbläserarbeiten für die Thermometer-Röhrchen macht er selbst. Fahrenheit setzt neue Maßstäbe - mit drei geeichten Punkten: Sein Nullpunkt (von 32 Graden auf der Skala) entspricht der Kälte, die er mit Hilfe eines Gemisches aus Eis, Wasser und Kochsalz künstlich erzeugt. Die Körpertemperatur eines gesunden Menschen entspricht 98,6 Grad. Der Siedepunkt von Wasser liegt bei 212 Grad. Als Nebenprodukt seiner Thermometerforschung entwickelt Fahrenheit weitere physikalische Messinstrumente: ein Barometer, das den Luftdruck misst, und ein Aräometer, das die Dichte beziehungsweise das spezifische Gewicht einer Flüssigkeit bestimmt. Die Wissenschaftler der Londoner Royal Society machen Fahrenheit zum Mitglied ihrer Akademie. In den letzten Lebensjahren erfindet er eine Maschine zur Entwässerung überschwemmter Gebiete. Doch zum Bau kommt es nicht mehr. Fahrenheit stirbt am 16. September 1736 in Den Haag.

Im 19. Jahrhundert werden die Maßsysteme vereinheitlicht und die Skalen nach dem Vorbild von Meter und Kilogramm in Zehner- oder Hundertereinheiten unterteilt. Deshalb wird in Europa die Fahrenheitsskala durch die Gradeinteilung des Schweden Anders Celsius bevorzugt. Lediglich die angelsächsischen Länder bleiben Fahrenheit treu. So kann es in Großbritannien, den USA, Kanada, Australien und Neuseeland an einem sehr heißen Sommertag schon mal 100 Grad werden - in Fahrenheit gemessen. Dieser Wert entspricht (minus 32, mal fünf, geteilt durch neun:) 37,8 Grad Celsius.

Stand: 16.09.06