13. Januar 2006 - Vor 315 Jahren: Quäker-Gründer George Fox gestorben

Stichtag

13. Januar 2006 - Vor 315 Jahren: Quäker-Gründer George Fox gestorben

George Fox ist ein Sohn einfacher Leute, der Vater ist Weber. George, 1624 in der Nähe von Leicester geboren, hütet Schafe und verkauft in einem Laden. Seine Familie ist fromm. Aber als George mit 19 Jahren seinen Vetter bei einem Trinkgelage erlebt, erscheint ihm die fromme Spießigkeit verlogen. Fox bricht am 9. Juli 1643 zu einer Wanderschaft durch England auf. Mitten im Bürgerkrieg zwischen Monarchisten und Republikanern und in den religiösen Streitigkeiten zwischen Anglikanern, Puritanern und Katholiken sucht er eine innere Gewissheit. 1652 nach langem Fasten und geistigen Übungen, hat er auf dem Pendle Hill in Lancashire eine Vision: Er soll Christus ein großes Volk erwerben. Fox wird Wanderprediger mit ungewöhnlicher Botschaft: Nicht die Bibel und nicht die Kirche führen zu Gott, sondern nur der Geist selbst, aus dem die Propheten geredet haben. Als er das in der Kathedrale von Nottingham verkündet, wird er erstmals verhaftet und eingekerkert. Dieses Schicksal wiederholt sich in seinem weiteren Leben immer wieder.Fox sammelt eine Gemeinschaft um sich, die er "Gesellschaft der Freunde" oder auch "Kinder des Lichts" nennt. Sie kennen keine Hierarchie, keine Dogmen, keine Gotteshäuser. Was für sie zählt, ist nur die innere Begegnung mit Gott und das Leben nach diesem "inneren Licht". Das ist eine Provokation für alle bestehenden Konfessionen. Außerdem sprechen die Freunde alle Menschen mit Du an, verweigern unterwürfige Gesten vor der Obrigkeit und lehnen jede Gewalt, also auch den Kriegsdienst ab. Damit sind sie auch dem Staat ein Dorn im Auge. Ausgerechnet ein Richter, den Fox mahnt, doch vor Gottes Gericht zu zittern, gibt der Gemeinschaft ihren bekanntesten Namen: Sie seien "Quäker", Zitterer.Vor dem Druck der Verfolgung in England wandern zahlreiche Quäker nach Nordamerika aus. Auf Fox' Anregung hin gründet sein Freund William Penn hier einen Siedlungsverband mit eigener Verfassung: Sie sieht Religionsfreiheit, allgemeine Schulpflicht und das Verbot jeder Kriegsbeteiligung vor. Aus der Kolonie entsteht der Staat Pennsylvania. Erst als er in die Kolonialkriege zwischen Frankreich und England einbezogen wird, ziehen sich die Quäker aus der Politik zurück.

George Fox bleibt in England, bereist allerdings als Missionar das Festland, wo er freikirchliche Gruppen für seine Sache zu gewinnen sucht. Er reist auch nach Amerika, Westindien und Barbados. Aber er stirbt in seiner Heimat: Am 13. Januar 1691 schläft der 67-Jährige friedlich ein und wird in Bunhill Fields in London begraben.

Stand: 13.01.06