18. Mai 2005 - Vor 25 Jahren: Der Vulkan Mount St. Helens bricht aus

Stichtag

18. Mai 2005 - Vor 25 Jahren: Der Vulkan Mount St. Helens bricht aus

Hundert Jahre lang gilt der Mount St. Helens im Nordwesten der USA als gutmütiger, 2950 Meter hoher Riese. Bis er Anfang 1980 mit leichten Erdstößen aus seinem Schlaf erwacht, ist er ein beliebtes Ausflugsziel. Als sich der Berg im März dann allerdings wie ein Hefeteig aufbläht, säumen vor allem Vulkanologen und Schaulustige die Hänge. Sie alle wollen miterleben, wie der Vulkan endlich wieder Feuer speit. Es ist eine angekündigte Katastrophe. Aber mit dem, was dann passiert, hat keiner gerechnet.Wie der Korken einer Champagnerflasche wird die Nordflanke des Mount St. Helens plötzlich weggesprengt. Mit mehreren hundert Stundenkilometern ergießen sich Gestein, Geröll und vulkanische Gase ins Tal. Insgesamt werden 600 Tonnen Asche in den Himmel geschleudert; auf einer Fläche von 40.000 Quadratkilometern versinkt das Land im Ascheregen. So hoch steigt die Rauchsäule in die Atmosphäre, dass Flugzeuge gezwungen sind, ihre Route zu ändern. Neun Tage dauert der Ausbruch, und als sich die Staubwolken allmählich legen, zeigt sich das ganze Ausmaß der Katastrophe. Im Umkreis von 15 Kilometern ist kein Baum mehr zu sehen. Eine riesige Lawine aus Geröll, Schlamm und mitgerissenen Baumstämmen hat eine Schneise der Verwüstung geschlagen. Der einstmals stolze "Fujijama der USA" ist um 500 Meter geschrumpft. Ein Zehntel des Riesen ist weggesprengt. Noch 10 Jahre später kann man im Krater Steine fallen hören.

Insgesamt kostet der Ausbruch 57 Menschen das Leben: jene Vulkanologen und Schaulustigen zumeist, die die Wucht des Ereignisses überraschte. Die US-Regierung wird den Sachschaden später auf rund 1,5 Milliarden Euro beziffern. Heute hat sie die gesamte Region zum Nationalpark erklärt, damit sich die Natur von der Zerstörung erholen kann. Inzwischen ist der Mount St. Helens der am besten untersuchte Vulkan der Welt. Hier suchen Forscher nach besseren Methoden zur Vorhersage von Eruptionen. Schließlich kündigt sich jeder Ausbruch im Vorfeld an. Aber das hatte man eigentlich auch am 18. Mai 1980 schon gewusst.

Stand: 18.05.05