11. September 1987 - Peter Tosh in Kingston ermordet

Sänger Peter Tosh

11. September 1987 - Peter Tosh in Kingston ermordet

Kingston, 11. September 1987: Der Reggae-Sänger und Gitarrist Peter Tosh feiert am Abend mit Freunden in seinem Haus in der jamaikanischen Hauptstadt. Gegen 20:30 Uhr stehen plötzlich drei bewaffnete Männer vor der Tür. Ihr Anführer heißt Leppo - ein aus dem Gefängnis entlassener Killer, mit dem sich Tosh angefreundet hatte. Leppo verlangt Geld.

Als Tosh sich weigert, eröffnen Leppo und seine Männer das Feuer. Der 42-jährige Musiker und ein landesweit bekannter DJ werden erschossen. Mehrere Menschen werden verletzt.

Peter Tosh, Reggae-Musiker (Todestag 11.09.1987)

WDR 2 Stichtag 11.09.2017 04:15 Min. Verfügbar bis 09.09.2027 WDR 2

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Mitbegründer der "Wailers"

Peter Tosh, am 19. Oktober 1944 im jamaikanischen Church Lincoln geboren, wächst in einer Hütte in Westmoreland auf. Eine Tante zieht in auf. Als sie stirbt, zieht Peter zu einem Onkel ins Ghetto von Trenchtown. Dort lernt er Bob Marley und Bunny Livingston Wailer kennen. Sie gründen zusammen die "Wailers".

Die Reggae-Band gibt ihre ersten Konzerte bereits kurz nach der Gründung 1961 in den Slums. Tosh und Marley werden die Stimmen einer revolutionären Bewegung, die für die Rechte der Schwarzen kämpft. Sie fordern die Zuhörer auf, ihren Zorn nicht gewalttätig gegeneinander auszuleben, sondern sich gegen das System zusammenzuschließen.

Als "wandelndes Rasiermesser" unterwegs

Der groß gewachsene Tosh tritt rebellischer und radikaler auf als Marley. Er hat ein hitziges Temperament und bezeichnet sich selbst als "wandelndes Rasiermesser". Als Marley mehr und mehr zum Star der Band avanciert, fühlt sich Tosh sich zum Background-Sänger degradiert. Nach zwölf Jahren verlässt er 1973 die "Wailers".

Tosh ist bekennender Rastafari-Anhänger - jener Glaubensbewegung, die dem äthiopischen Kaiser Haile Selassie göttliche Qualitäten zuspricht. Zur Lebensphilosophie des Musikers gehört Marihuana. Sein erstes Solo-Album erscheint 1976 unter dem Titel "Legalize it". Bei einem Konzert in Kingston fordert er im selben Jahr mit brennendem Joint den anwesenden Premierminister Jamaikas auf, die Droge zu legalisieren. Tosh wird von Polizisten verprügelt und inhaftiert.

Karriereschub durch die "Stones"

Mick Jagger imponiert Toshs Auftritt. Der Sänger der "Rolling Stones" nimmt ihn unter Vertrag und produziert das Duett "Dont't look back" mit ihm. 1978 erscheint mit "Bush Doctor" ein mithilfe der "Stones" produziertes Album. Tosh tritt ihm Vorprogramm der Briten auf und ist international bald so bekannt wie Bob Marley. Doch auch mit den "Stones" überwirft er sich.

1983 tritt Tosh zum letzten Mal öffentlich auf. Vier Jahre später und eine Woche vor seinem gewaltsamen Tod erscheint sein letztes Album "No Nuclear War". "Nimm dich immer vor deinen Freunden in Acht", warnt der Reggae-Star im Song "Lessons of my Life". "Geld kann Freundschaft beenden." Für das Album erhält er einen Grammy - was Bob Marley nie geschafft hat. Doch Peter Tosh erlebt diesen späten Erfolg nicht mehr.

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Stand: 11.09.2017, 00:00