28. November 1964 - NPD wird in Hannover gegründet

Stand: 28.11.2019, 00:00 Uhr

Hannover, 28. November 1964: Im Versammlungslokal "Marschpark" treffen sich 700 Funktionäre aus fast 100 Kleinparteien der extremen Rechten. Sie schließen sich zur "Nationaldemokratischen Partei Deutschlands" (NPD) zusammen.

Gründungsvorsitzender und nationalkonservatives Aushängeschild der Sammlungsbewegung wird der Bremer Betonfabrikant und Ex-CDU-Mann Fritz Thielen. Sein Credo: "Man geht wieder wählen! Man wählt NPD!"

Gründung der NPD (am 28.11.1964) WDR 2 Stichtag 28.11.2019 04:16 Min. Verfügbar bis 25.11.2029 WDR 2

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"Vierte Partei"

Die anderen Parteien werden von der NPD als "Lizenzparteien" abqualifiziert, die nur dank der Lizenz der alliierten Besatzungsmächte an die Macht gekommen seien.

Die NPD wird rasch zur "Vierten Partei", kommt auf 30.000 Mitglieder und sitzt in sieben Landtagen. In Baden-Württemberg erreicht sie 9,8 Prozent. Zu ihren Wählern gehören vor allem 45- bis 60-jährige Männer, die im Nationalsozialismus sozialisiert wurden.

"Hecht im Karpfenteich"

1967 radikalisiert sich die NPD: Der stellvertretende Vorsitzende Adolf von Thadden verdrängt in einer Art Putsch Parteichef Thielen. Ex-NSDAP-Mitglied Thadden freut sich: "Heute ist bereits jene positive Wirkung eingetreten, die mit der Wirkung eines Hechtes im Karpfenteich vergleichbar ist."

Bundeskanzler Kurt Georg Kiesinger (CDU), selbst mit NSDAP-Vergangenheit, macht diejenigen für den Erfolg der NPD verantwortlich, die gegen rechts protestieren: die Außerparlamentarische Opposition (APO). Die Studentenunruhen seien Ursache für eine "Trotzwahl".

Schüsse auf Studenten

Doch dann kippt die Stimmung gegen die NPD: Bei einer Wahlveranstaltung in Kassel verletzt der Parteisicherheitsdienst zwei protestierende Studenten mit Pistolenschüssen. Bei der Bundestagswahl 1969 bleiben die Rechtsextremisten unter der Fünf-Prozent-Hürde.

Erst mit der Wiedervereinigung gewinnt die NPD in den 1990er Jahren wieder an Stärke. Der Vorsitzende Udo Voigt setzt offen auf Bündnisse mit Neonazis. In Sachsen und Mecklenburg-Vorpommern gelingt ab 2004 der Einzug in die Landtage.

Verfassungsfeindlich

Doch andere rechte Gruppierungen machen der NPD erfolgreich Konkurrenz. 2017 erklärt das Bundesverfassungsgericht die NPD zwar für verfassungsfeindlich - ein Verbot sei aber wegen Bedeutungslosigkeit nicht notwendig.

Parlamentarisch spiele die NPD keine Rolle mehr, sagt der Hamburger Historiker Volker Weiss. "Dafür ist eine neue Sammlungsbewegung angetreten mit der AfD, die jetzt auch wieder alle möglichen Spektren der Rechten in sich vereint." Und bei der eine Radikalisierung zu beobachten sei.

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"ZeitZeichen" auf WDR 5 (9.45 Uhr) und WDR 3 (17.45 Uhr) erinnert am 28. November 2019 ebenfalls an die Gründung der NPD. Auch das "ZeitZeichen" gibt es als Podcast.

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