24. Mai 1543 - Todestag des Astronomen Nikolaus Kopernikus

Nikolaus Kopernikus

24. Mai 1543 - Todestag des Astronomen Nikolaus Kopernikus

Eigentlich ist Nikolaus Kopernikus ein konservativer Zeitgenosse. Als bibelfester Wissenschaftler glaubt er daran, dass die Erde - und damit der Mensch - im Zentrum des Kosmos steht. Sein Ziel ist es das ptolemäische Weltbild zu vereinfachen, bei dem die Planeten in kreisförmigen Bahnen übers Firmament der Erde ziehen.

Kopernikus will bestimmte Widersprüche des Systems aus der Welt schaffen - und erschüttert damit unser Bild vom Universum.

Nikolaus Kopernikus, Astronom (Todestag 24.05.1543)

WDR 2 Stichtag | 24.05.2018 | 04:02 Min.

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Kopernikus' Erkenntnis ist revolutionär

Kopernikus wird 1473 im polnischen Thorn geboren. Er ist zehn Jahre alt, als sein Vater stirbt. Nach Studien des Kirchenrechts in Krakau, Bologna, Padua und Ferrara mit einer abschließenden Promotion vermittelt ihm sein Onkel 1510 einen sicheren Posten als Domherr in Frauenberg, einem kleinen Ort an der Ostsee. Statt weiter in der Welt herumzureisen, führt Kopernikus nun ein ruhiges Leben als Mitglied des katholischen Klerus und richtet den Blick als Hobbyastronom lieber in die Weiten des Universums.

1543 erscheint seine Schrift "De Revolutionibus Orbium Caelestium" ("Über die Kreisbewegungen der Himmelskörper"), mit dem Kopernikus nichts anderes will als die in der Bibel festgelegte Harmonie wissenschaftlich belegen. Aber es kommt anders. "Alles, was infolge von Bewegung am Himmel erscheint, rührt nicht von dorther, sondern liegt in der Erde. Die Erde also ist es, die sich dreht", lautet die Erkenntnis, die auch Kopernikus erschüttert haben dürfte – und die er wohl mit schlechtem Gewissen formuliert. "Inmitten all dessen aber thront die Sonne."

In der Bibel steht das anders. "Die Erde aber ruht auf ewig“, heißt es beim Prediger Salomo. "Die Sonne geht auf und unter und läuft an ihrem Ort, dass sie dort wieder aufgehe."

Kopernikus fürchtet die katholische Kirche

Kopernikus weiß, was ihm wegen seiner Ansichten von Seiten der katholischen Kirche droht. Im Vorwort der Abhandlung wendet sich der Gelehrte deshalb direkt an den Papst und verweist darauf, dass die gnädige katholische Kirche schon Wissenschaftlern vor ihm die Freiheit gegeben habe, über die Bahnen der Planeten nachzudenken. Tatsächlich erweist sich der Vatikan zu Kopernikus' Lebzeiten gnädig – wohl auch deshalb, weil er zum Zeitpunkt des Erscheinens schon im Sterben liegt.

Als das Werk 1616 schließlich doch noch auf dem Index verbotener Bücher landet, ist Kopernikus schon lange tot: Er stirbt am 24. Mai 1543 an einem Schlaganfall. 57 Jahre später wird Giordano Bruno für seine Verteidigung kopernikanischer Ansichten auf dem Scheiterhaufen brennen. Und 1616 wird nicht nur Kopernikus' Schrift indiziert, es wird auch einem berühmten Kopernikaner der Prozess gemacht: Galileo Galilei.

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Stand: 24.05.2018, 00:00