28. Oktober 1981 - Metal-Band Metallica gegründet

Gitarrist James Hetfield in Konzert vor Videowall mit Kopf von Kirk Hammett / München 2015

28. Oktober 1981 - Metal-Band Metallica gegründet

Seit acht Jahren hoffen Fans in aller Welt auf ein neues Studio-Album von Metallica, der "fraglos wichtigsten aller Heavy-Metal-Bands" (Süddeutsche Zeitung). Mit der Power-Ballade "Nothing Else Matters" hatte die US-Kultgruppe 1991 die Genregrenzen gesprengt und den Sprung in den Mainstream-Rock geschafft. "Death Magnetic", das vorerst letzte echte Metallica-Album, war 2008 in 32 Ländern auf Platz eins der Album-Charts eingestiegen.

Umso größer ist die Freude, als die Band um Frontmann James Hetfield und Drummer Lars Ulrich die neue Platte im August 2016 auf ihrer Facebook-Seite ankündigt: "Sie existiert wirklich!" 35 Jahre nach ihrer Gründung bringt Metallica im November 2016 die neueste Studio-Produktion "Hardwired… To Self-Destruct" heraus. Über das vorab veröffentlichte Stück "Hardwired" schwärmt das Magazin Metal Hammer: "Die Thrash-Riffs, die rohe Produktion, der Text, das kompromisslose Video, Hetfields Gesang und auch Ulrichs Schlagzeugspiel samt Drum-Sound – hier stimmt einfach alles."

Lars Ulrichs "armseliges" Vorspiel

Europäische Hardrocker und Schwermetaller wie Deep Purple, Iron Maiden und Motörhead haben Lars Ulrich Mitte der 70er-Jahre zum Schlagzeug gebracht. 1979 zieht der 16-jährige Däne mit seinen Eltern in die Nähe von Los Angeles und schaltet dort eine Annonce: "Drummer sucht andere Metal-Musiker zum Jammen". Der gleichaltrige Sänger und Gitarrist James Hetfield lädt Ulrich zum Vorspielen ein, ist aber von dessen Talent enttäuscht. "Das war ziemlich armselig", so Hetfield später. "Ich sagte 'Danke' – und meinte 'Nein Danke' und das war's." Ulrich aber gibt nicht auf. Mit der Zusage einer Plattenfirma für ein Stück auf einem Metal-Sampler kriegt er Hetfield doch noch rum. Am 28. Oktober 1981 gründen die beiden Metallica und spielen als erste Eigenkomposition "Hit The Lights" ein.

Metallicas Brachial-Sound mit rasenden Gitarren-Riffs, Ulrichs Schlagzeug-Stakkato und Hetfields heiserem Schreigesang wird von Radiostationen und Musikvideo-Sendern ignoriert. "Von Anfang an mussten wir live spielen, um Fans zu bekommen. Touren wurden unser Ding", erinnert sich James Hetfield. Bis Ende der 80er-Jahre stehen die Bandgründer mit Leadgitarrist Kirk Hammett und Bassist Cliff Burton fast täglich auf der Bühne oder im Studio. Sie arbeiten hart an ihrem Sound, ohne sich auf einen Stil – Thrash, Heavy oder Power Metal – festzulegen. Mit dem Debütalbum "Kill 'Em All" tourt Metallica erfolgreich durch die USA und absolviert 1984 die erste Europa-Tournee als Headliner – Sex- und Alkoholexzesse inklusive.

Mit Psychologen-Hilfe aus der Krise

Im September 1986 verunglückt der Metallica-Tourbus auf dem Weg von Stockholm nach Kopenhagen. Bassist Burton wird herausgeschleudert und stirbt unter dem sich überschlagenden Bus; alle anderen überleben leicht verletzt. Sechs Wochen später tritt die Band mit Burtons Nachfolger Jason Newsted am Bass wieder live auf. Für das Anti-Kriegslied "One" aus dem Album "…And Justice for All" gewinnt Metallica im Februar 1990 den ersten von insgesamt neun Grammy-Awards. 1991 erscheint das schwarze "Metallica"-Album mit den Superhits "Enter Sandman" und "Nothing Else Matters". 28 Millionen verkaufte Exemplare machen es zum bis heute erfolgreichsten Metal-Album überhaupt.

Der Aufstieg zu Weltstars und die nahezu ununterbrochene gemeinsame Zeit auf Tour und im Studio hinterlässt tiefe Spuren. Anfang der 2000er ist Metallica ausgepowert, Jason Newstead verlässt die Band im Streit und James Hetfield hängt nur noch an der Flasche. Ständig kracht es zwischen ihm und Lars Ulrich. Hetfield macht einen Alkoholentzug und die Bandgründer engagieren einen Psychologen, der ihnen aus ihrer Krise heraushilft. In dieser Situation entsteht das rohe Hardcore-Album "St. Anger", das Metallica viel Sympathie bei den Fans der ersten Jahre kostet. Hetfield und Ulrich, die inzwischen rund fünf Millionen Euro pro Auftritt kassieren, treten nun etwas kürzer. Die "Best Heavy Band ever", so James Hetfield, macht seither nur noch, worauf sie Lust hat: In größeren Abständen neue Songs einspielen und hin und wieder auf Tour gehen.

Programmtipps:

Auf WDR 2 können Sie den Stichtag immer gegen 9.40 Uhr hören. Wiederholung: von Montag bis Samstag um 18.40 Uhr. Der Stichtag ist nach der Ausstrahlung als Podcast abrufbar.

Stichtag am 29.10.2016: Vor 70 Jahren: Uraufführung von Jean Cocteaus Film "La belle et la bête"

Stand: 28.10.2016, 00:00