20. April 1893 - Geburtstag des Malers Joan Miró

Joan Miró. Malerei als Poesie, Kunstsammlung NRW, Düsseldorf 2015 (Ausstellungsansicht)

20. April 1893 - Geburtstag des Malers Joan Miró

Im Paris der 1920er Jahre hat Joan Miró kaum etwas zu essen. In der Not versucht er, eines seiner frühen Werke – "Der Bauernhof" von 1921/22 – zu verkaufen. Er schleppt das riesige Gemälde in ein Café am Montmartre. Dort wird es von Ernest Hemingway entdeckt, der es sofort kaufen will. Nur ist Hemingway genauso pleite wie Miró. Also zieht der Schriftsteller durch die Bars und leiht sich Geld. 1925 kann er Mirós "Bauernhof" endlich erstehen.

Damals ist Miró ein Geheimtipp für die künstlerische Avantgarde. Heute hängen seine farbenfrohen, von Fabelwesen und magischen Symbolen durchzogenen Traumlandschaften als Kunstdrucke überall auf der Welt.

Joan Mirò, spanischer Maler (Geburtstag 20.04.1893)

WDR 2 Stichtag 20.04.2018 04:13 Min. Verfügbar bis 17.04.2028 WDR 2


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Lyriker der Leinwand

Geboren wird Miró am 20. April 1893 als Sohn eines Goldschmieds in Barcelona. Schon als Kind entwickelt er künstlerische Talente. Auch wenn er auf Wunsch des Vaters zunächst eine Handelsschule besucht, weil er das Familiengeschäft übernehmen soll, nimmt er parallel auch Zeichenunterricht. Zunächst arbeitet Miró als Buchhalter. Als ihn seine Eltern nach einem Nervenzusammenbruch und einer Typhuserkrankung 1911 zur Erholung auf einen familieneigenen Bauernhof nach Mont-roig schicken, beschließt er, Maler zu werden.

1912 schreibt sich Miró an einer privaten Kunstschule ein, 1918 hat er in Barcelona seine erste Ausstellung. Ein Jahr später übersiedelt er zeitweise nach Paris, wo er sich mit Pablo Picasso befreundet. Im damaligen Zentrum der Moderne kommt er mit dem Surrealismus in Berührung. Unter seinem Einfluss entwickelt Miró sich zum Farbenmagier und zum Lyriker der Leinwand.

Das innere Exil der Bilder

1929 heiratet er die Mallorquinerin Pilar Juncosa, ein Jahr später kommt sein einziges Kind zur Welt, seine Tochter Maria Dolors Miró Juncosa. 1937 beteiligt er sich an der Weltausstellung von Paris. Der ansonsten eher unpolitische Künstler ergreift Partei gegen die Faschisten im spanischen Bürgerkrieg. 1941 hat Miró seine erste große Retrospektive im Museum of Modern Art in New York.

Als im Zweiten Weltkrieg die Deutschen in Paris einmarschieren, geht er überraschenderweise zurück nach Spanien, wo Diktator Francisco Franco an der Macht ist: Das bringt Miró viel Kritik ein. In Spanien flüchtet Miró sich ins innere Exil seiner Bildwelten. 1956 verlegt er seinen Wohnsitz nach Cala Major auf Mallorca, wo er den Rest seines Lebens bleibt. Hier arbeitet er bis ins hohe Alter von 90 Jahren an wilden, stilistisch freien Bildern. Joan Miró stirbt 1983 in Palma.

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Stand: 20.04.2018, 00:00