4. Februar 1871 - Hermann Fürst von Pückler-Muskau stirbt

Porträt Hermann Fürst von Pückler-Muskau

4. Februar 1871 - Hermann Fürst von Pückler-Muskau stirbt

Hermann Fürst von Pückler-Muskau tut einiges, um im Gespräch zu bleiben: Der 1785 geborene Adelige lässt seine Kutsche von vier weißen Hirschen ziehen, er steigt in einer Taucherglocke auf den Boden der Themse hinab und schwebt in einem Ballon hoch über Berlin - Anfang des 19. Jahrhunderts noch eine Sensation.

Hermann von Pückler-Muskau (Todestag 04.02.1871)

WDR 2 Stichtag 04.02.2021 04:16 Min. Verfügbar bis 02.02.2031 WDR 2


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Mit Spektakel und Skandalen befeuert Pückler-Muskau nicht nur den Klatsch und Tratsch im prüden Preußen. Er beeindruckt damit auch die Damen und soll mehr Liebschaften als Casanova gehabt haben. Seine Ehefrau Lucie von Hardenberg sieht über seine amourösen Abenteuer großzügig hinweg.

Der Garten-Fürst

Die geschiedene Tochter des preußischen Staatskanzlers Karl August von Hardenberg erlangt durch die Ehe mit Pückler-Muskau ihren gesellschaftlichen Status zurück – und bringt eine beachtliche Mitgift mit. "Sollte ich Geld brauchen, so wende ich mich an Dich", beendet der Fürst gern seine zärtlichen Briefe an Lucie.

Zwar hat er mit Muskau an der Neiße eine der größten und reichsten Standesherrschaften in ganz Deutschland geerbt. Aber sein üppiger Lebensstil, seine Reisen und seine Gartenträume verschlingen viel Geld. So will er das mehr als 800 Hektar große Muskau nach dem Vorbild englischer Parklandschaften in ein modernes Gartenparadies verwandeln.

"Such dir eine neue Frau mit Vermögen"

Dazu lässt Pückler-Muskau tausende ausgewachsener Bäume setzen, verändert Flussläufe, legt Mohnblumenfelder an und ein ganzes Tal mit Heidschnucken, seinen Lieblingstieren. Er gestaltet geheimnisvoll schimmernde Seerosenteiche, idyllische Inselchen und Pfade, die sich wie grüne Bänder und Schleifen durch ein hügeliges Gelände winden.

Bald schon gehen dem Ehepaar die Mittel aus. Gattin Lucie, mittlerweile ebenfalls eine Gartennärrin, hat eine Idee: "Wir lassen uns scheiden! Du suchst Dir eine neue Frau mit Vermögen." Die folgende Reise nach England endet jedoch für den preußischen Fürsten ohne Braut.

Letzte Ruhestätte Wasserpyramide

Doch seine Ex-Frau Lucie veröffentlicht seine allabendlichen Berichte. "Ich traf eine Kaufmannstochter, gut und dumm, mit 40.000 Pfund", berichtet der Fürst aus London. Die scharfsinnig geschriebenen Enthüllungen der feinen Gesellschaft werden zum Bestseller. Das spätere Unesco-Welterbe Muskau kann weitergebaut werden.

Ab 1845 verwandelt der Fürst auch den alten Familien-Stammsitz in Cottbus-Branitz in eine Landschaft mit zahlreichen Erinnerungen an seine Reisen bis in den Orient. Dort wird Hermann Fürst von Pückler-Muskau nach seinem Tod am 4. Februar 1871 in einer Wasserpyramide bestattet.

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