24. November 1991 - Todestag von Freddie Mercury

24. November 1991 - Todestag von Freddie Mercury

Seine Gesten sind groß, seine Posen unverwechselbar und seine Stimme unglaublich kraftvoll und sehr markant. Freddie Mercury, Frontmann der legendären Rockband "Queen", kann Stadien in Hexenkessel verwandeln.

Freddie Mercury ist ein Freund großer Gesten und starker Stimmen. Da ist es eigentlich kein Wunder, dass der Frontmann der legendären Rockband "Queen" vor allem auch die Oper liebt. Als Mitte der 80er Jahre das Telefon klingelt, geht ein Traum für ihn in Erfüllung. Denn am anderen Ende ist die Sopranistin Montserrat Caballé. "Sie rief mich an und sagte, sie wolle gerne mit mir singen", wird sich Mercury später erinnern. "Da bin ich erstmal auf den Boden gekippt und dachte: 'Mein Gott'".

Caballé besucht Mercury in London, singt mit seiner Klavierbegleitung "Queen"-Songs. Dann geht es ins Studio. Der Rest ist Musikgeschichte. Ihr Duett "Barcelona" wird zur Hymne der Olympischen Sommerspiele 1992.

Vom Designer zum Sängerstar

Geboren wird Mercury 1946 als Farrokh Bulsara auf der ostafrikanischen Insel Sansibar. Er wächst in der indischen Heimat seiner Eltern auf, sein Schuldirektor ist begeistert von seiner Stimme und rät den Eltern zum Klavierunterricht. Mit 17 Jahren geht Mercury nach London, wo er Design studiert. Über einen Mitstudenten kommt er mit dem Gitarristen Brian May und dem Schlagzeuger Roger Taylor in Kontakt, die ebenfalls diplomierte Akademiker sind und mit denen er 1970 "Queen" gründet. Später stößt noch der Bassist John Deacon dazu. Bis zu Mercurys Tod wird sich an dieser Formation nichts ändern.

Der Bandname verdankt sich nicht der britischen Monarchin, sondern der Bezeichnung für schrille Homosexuelle. Mercury, selbst bisexuell und exzentrisch, hat ihn ausgesucht. Er entwirft auch das Logo von "Queen", und schreibt die meisten Songs, die in der Folge immer wieder zu Nummer-Eins-Hits werden. Mit Titeln wie "Bohemian Rhapsody" (1975), "We Are the Champions" (1977) oder "Who Wants to Live Forever" (1986) schreibt "Queen" Musikgeschichte und wird zu einer der erfolgreichsten Rockbands aller Zeiten. Als "Who Wants to Live Forever" entsteht, ist Mercury bereits an Aids erkrankt. Öffentlich macht er dies erst 1991.

"Ich singe, soviel ich kann"

Zum Erfolg von "Queen" gehört auch eine aufwändige Bühnenshow, bei der zum Hit "Bicycle Race" auch schon einmal eine Formation halbnackter Frauen auf die Bühne radelt. Im Mittelpunkt steht immer der tänzerisch gestikulierende und stolzierende Mercury , der sich gerne mit Krone und Purpurumhang oder, für Musikvideos, staubsaugend mit falschen Brüsten und Perücke präsentiert. Zu seinen Affären gehören Frauen und Männer, während seiner Münchner Jahre Anfang der 80er Jahre unter anderem auch die Schauspielerin Barbara Valentin, mit der er die Schwulenbars der Stadt besucht.

Bis zum Schluss lebt Mercury für die Musik. Auch nach Ausbruch seiner Krankheit geht er noch wenige Monate vor seinem Tod ins Studio, wenn er sich dazu in der Lage fühlt, zum letzten Mal 1991 in Montreux. "Wir haben die ganze Zeit am Telefon gesessen und auf Freddies Anruf gewartet", erzählt Brian May. "Lasst mich singen, schreibt, was ihr könnt, ich singe, soviel ich kann", habe er gesagt. Das Ergebnis, "Made in Heaven", erscheint vier Jahre nach seinem Tod. Mercury stirbt am 24. November 1991 in Kensington.

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Stand: 24.11.2016, 00:00