30. Juli 1947 - Arnold Schwarzenegger wird geboren

Arnold Schwarzenegger

30. Juli 1947 - Arnold Schwarzenegger wird geboren

"Jedes Kind hat die Träume, dass es einmal reich wird, dass man berühmt wird, dass man früher oder später einmal nach Amerika geht", sagt Arnold Schwarzenegger über seine Karriere als Sportler, Schauspieler und Politiker. "Nur war der Traum bei mir viel größer als bei anderen Kindern."

Seine Wünsche setzt der Österreicher auch konsequent um. "Er ist jemand, der ein Ziel anpeilt, und es dann mit allen Mitteln, die ihm zur Verfügung stehen, ansteuert", sagt Birgit Kienzle, die einen Dokumentarfilm über Schwarzenegger gemacht hat. Es gebe Kollegen, die sagen, sein Ehrgeiz sei überdimensional und er nehme wenig Rücksicht.

Arnold Schwarzenegger, Schauspieler (Geburtstag 30.07.1947)

WDR 2 Stichtag 30.07.2017 04:14 Min. Verfügbar bis 28.07.2027 WDR 2

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Krafttraining und Doping

Arnold Alois Schwarzenegger wird am 30. Juli 1947 in Thal bei Graz geboren. Sein Vater, ein ehemaliges SA-Mitglied, arbeitet als Dorfpolizist. Arnold spielt im Fußballverein. Sein Trainer schickt ihn zum Krafttraining in ein Sportstudio. Seine Eltern wundern sich über die Bilder von Bodybuildern, die ihr Sohn aufhängt. "Meine Mutter war derartig beunruhigt, dass sie den Hausarzt anrief: 'Andere Jungs haben Playboy-Poster an der Wand, mein Junge hängt sich nackte Männer auf, was mach ich nur falsch?'"

Schwarzeneggers trainiert seinen Bizeps und nimmt an Wettbewerben teil. 1967 gewinnt er als jüngster Athlet den Mister-Universum-Titel, den er danach vier Mal verteidigt - dank anaboler Steroide. Zweifel an seiner sexuellen Leistungsfähigkeit kontert er mit einem Spruch: "Ich hab zehn Freundinnen in jeder Stadt und keine beschwert sich."

Körper als Kapital

Mit 21 Jahren zieht Schwarzenegger in die USA und wird sechs Mal "Mister Olympia". Sein Image als erfolgreicher Bodybuilder vermarktet er ausgiebig. Er vertreibt Fitness-Bücher und Sportartikel, hat ein Restaurant und steigt in das Immobiliengeschäft ein. Nebenbei macht er einen Abschluss an einer Wirtschaftsuniversität.

Sein nächstes Ziel ist Hollywood. Seine Eintrittskarte ist sein Körper, eine Schauspielausbildung hat er nicht. Engagiert wird er für das B-Movie "Herkules in New York" (1970). Für Schwarzenegger-Fans ist der Film ein Genuss wegen seines unfreiwilligen Humors. Auch in seinem zweiten Spielfilm tritt er mit nacktem Oberkörper auf: In "Mister Universum" (1976) spielt er einen österreichischen Bodybuilder. Dafür erhält eine Golden-Globe-Nominierung als bester Nebendarsteller.

Hasta la vista, baby! Der Terminator geht in die sechste Runde

Von Antonia Kasparek und Ingo Neumayer

Mister Universum, steirische Eiche, Herkules, Conan der Barbar, Gouverneur von Kalifornien, Umwelt-Aktivist und der "Terminator": Als letzterer ist Arnold Schwarzenegger jetzt schon zum sechsten Mal im Einsatz.

Ein Österreicher mit grauenhaftem Akzent und einem unaussprechlichen Namen wird erst zum Hollywood-Superstar und dann zu einem der wichtigsten Politiker der Welt. Und rettet nun als Terminator wieder die Welt. Wie konnte das nur passieren?

Ein Österreicher mit grauenhaftem Akzent und einem unaussprechlichen Namen wird erst zum Hollywood-Superstar und dann zu einem der wichtigsten Politiker der Welt. Und rettet nun als Terminator wieder die Welt. Wie konnte das nur passieren?

Ganz einfach, wenn man Arnold Schwarzenegger fragt: Mit Glück, Leidenschaft, Durchhaltevermögen und viel Glaube an sich selbst. Geboren in Thal in der Steiermark, betritt Schwarzenegger mit 15 Jahren das erste Mal ein Fitnessstudio. Sein Fußballtrainer hatte ihm wegen seiner dünnen Beine dazu geraten. Schwarzenegger findet Gefallen am Gewichteheben und wird schnell einer der Stars in der damals noch kleinen Bodybuilder-Szene.

Bereits mit 19 wird Schwarzenegger Bodybuilding-Weltmeister und darf sich "Mister Universum" nennen. Amerikanische Manager werden auf ihn aufmerksam und lotsen ihn nach Kalifornien, wo er unter professionellen Bedingungen trainieren kann. Mit Erfolg: Von 1970 bis 1975 sowie 1980 wird Schwarzenegger siebenmal zum "Mister Olympia" gekürt – die höchste Auszeichung unter den Bodybuilding-Profis.

Doch der Sport ist nicht alles für Schwarzenegger. Er eifert seinem Vorbild nach, dem Bodybuilder Reg Park, der in in trashigen Sandalenfilmen wie "Herkules erobert Atlantis" oder "Ursus und die Sklavin des Teufels" mitspielte. Mit Erfolg: 1969 ergattert Schwarzenegger im B-Movie "Herkules in New York" die Hauptrolle – damals noch unter dem Pseudonym "Arnold Strong".

Als sich Ende der 70er seine Bodybuilding-Karriere dem Ende zu neigt, verstärkt Schwarzenegger seine Hollywood-Ambitionen. 1977 spielt er neben Jeff Bridges und Sally Field (rechts) in "Mr. Universum" einen ambitionierten Bodybuilder: eine Rolle, die ihm ziemlich leicht fällt.

1982 gelingt ihm dann der internationale Durchbruch als "Conan der Barbar". Schwarzenegger wird zu einem der bekanntesten Actionstars der 80er Jahre.

Ob in der Zukunft oder in der Vergangenheit, ob auf der Erde oder auf fernen Planeten: Schwarzenegger lässt in seinen Rollen überall die Muskeln spielen. Zwar ist auch die eine oder andere Komödie dabei, wie "Zwillinge" oder der "Kindergarten Cop". Doch am meisten überzeugt er als coole und wortkarge Kampfmaschine – so wie in "Terminator", seiner Paraderolle.

Wenn die Kameras aus sind, interessiert sich Schwarzenegger immer mehr für die Politik. Dass seine damalige Frau Maria Shriver (links) als Nichte von JFK zum einflussreichen Kennedy-Clan gehört, schadet dabei sicher nicht. Schon 1990 beruft ihn US-Präsident George Bush in seinen Beraterstab als Experten für Sport und Fitness. 2003 wird Schwarzenegger schließlich Gouverneur von Kalifornien.

Ein österreichischer Hollywood-Muskelprotz an der Spitze der achtgrößten Volkswirtschaft der Welt? Wieder wird Schwarzenegger belächelt. Und wieder belehrt er seine Kritiker eines Besseren. Schwarzenegger macht auch als Politiker eine gute Figur.

Ob Nelson Mandela

… oder Papst Franziskus: Schwarzenegger trifft Gott und die Welt, und alle freuen sich, ihn zu sehen. Tatsächlich kann er auch seine Politikerkarriere als Erfolg verbuchen. 2006 wird er wiedergewählt, und viele US-Amerikaner können sich ihn sogar als Präsidenten vorstellen. Das allerdings ist selbst für Schwarzenegger unerreichbar: US-Präsidenten dürfen laut Verfassung nicht im Ausland geboren sein.

2011 endete Schwarzeneggers Amtszeit als Gouverneur. Prompt nimmt er seine Filmkarriere wieder auf. Er kehrt als "Terminator" zurück, jagt Zombies ("Maggie") und mexikanische Drogenbarone ("The Last Stand"). Und als sein alter Kumpel Sylvester Stallone anruft, steht er natürlich auch für die Fortsetzungen von dessen Actionstar-Parade "Expendables" zur Verfügung.

Republikaner unter sich: Zu Donald Trump hat Schwarzenegger anfangs ein ganz gutes Verhältnis. Das kühlt sich aber deutlich ab, als Trump im Juni 2017 aus dem Pariser Klimaabkommen aussteigt. Schwarzenegger, der in Kalifornien strenge Gesetze gegen Emissionen eingeführt und erneuerbare Energien stark gefördert hat, kritisiert Trump scharf.

Arnold Schwarzenegger hat nicht zum ersten Mal mit einer sozialen Geste überrascht: 2018 teilte er Frühstück für Feuerwehrleute und freiwillige Helfer aus, die in den Brandgebieten in Kalifornien im Einsatz waren. Er rief zu Spenden auf und unterstützt die Retter aus eigener Tasche mit 100.000 Dollar.

Die ersten beiden "Terminator"-Filme von James Cameron sind zweifelsohne Meilensteine des Actionkinos. Doch schon Teil drei, der 2003 ganze zwölf Jahre nach "Terminator 2 - Tag der Abrechnung" erschien, wurde den hohen Erwartungen nicht gerecht. "Terminator: Die Erlösung" (2009) und "Terminator: Genisys" (2015) schienen das Franchise dann eigentlich für geraume Zeit verbrannt zu haben.

Doch Totgesagte leben länger: Am 24. Oktober 2019 startet nun mit "Dark Fate" der sechste "Terminator"-Film. Linda Hamilton spielt als Sarah Connor an der Seite von Arnold Schwarzenegger. James Cameron, der bei den ersten beiden Terminator-Filmen Regie führte, kehrte für den Film als Co-Drehbuchautor und Produzent zum ersten Mal seit 1991 zurück. Kritiker sagen, "Dark Fate" sei der beste Teil seit "Terminator 2".

"Ich komme wieder", sagte Arnold Schwarzenegger einst 1984 in "Terminator". Seitdem ist er schon einige Male wiedergekommen und nun steht seine erneute Rückkehr auf die große Leinwand als Killerroboter kurz bevor. Hasta la vista, baby!

Millionengagen als Hollywood-Star

Seinen Durchbruch im Filmgeschäft hat Schwarzenegger als "Conan, der Barbar" (1982). Der Film, in dem er als Hauptdarsteller nur 75 Worte Text hat, wird ein Welterfolg. Mit seiner Rolle als "Terminator" wird er ab 1984 zu einem der bestbezahltesten Action-Stars Hollywoods. Für "Terminator 2" (1991) bekommt er 15 Millionen Dollar Gage, für "Terminator 3" (2003) sind es 30 Millionen Dollar.

2003 startet Schwarzenegger seine dritte Karriere. Er kandidiert in Kalifornien als Gouverneur - und wird mit 48,6 Prozent der Stimmen gewählt. Er spendet sein Gehalt von 174.000 Dollar für wohltätige Zwecke und präsentiert sich als Politiker mit Humor und Familiensinn.

Befürworter der Todesstrafe

Schwarzenegger ist aber auch Befürworter der Todesstrafe. Als er 2005 das Gnadengesuch des Todeskandidaten Stanley "Tookie" Williams ablehnt, will ihm Graz den Ehrenring der Stadt entziehen. Zudem soll das Stadion der Stadt nicht mehr Schwarzeneggers Namen tragen. Der kritisierte Star reagiert schnell: Er schickt den Ring zurück und lässt ausrichten, er verbitte sich, dass das Fußballstadion nach ihm benannt bleibe.

Seine Politik ist eine Achterbahnfahrt. Zunächst will Schwarzenegger den Einfluss von Gewerkschaften schmälern und die Migrationspolitik verschärfen. Dann hebt er den Mindestlohn an und versucht, fünf Millionen Kaliforniern eine Krankenversicherung zu verschaffen. Mit seiner Umweltpolitik erregt er Aufsehen: "Wir wollen die Treibhausgase bis zum Jahr 2020 auf den Stand von 1990 zurückführen. Das ist eine Reduzierung von 25 Prozent."

Unehelicher Sohn

Schwarzenegger wird zwar wiedergewählt. Doch er bekommt das Haushaltsdefizit nicht in den Griff. Es gibt einen Baustopp öffentlicher Projekte und unbezahlten Zwangsurlaub für Beamte. Kurz vor Ende seiner Amtszeit steht Kalifornien vor dem Bankrott.

Seine Rückkehr zum Film ist beschwerlich. Es gibt einige Flops. Auch privat gibt es Schwierigkeiten. Der Republikaner Schwarzenegger - der 1986 John F. Kennedys Nichte, die Demokratin Maria Shriver geheiratet hat -, gesteht 2011 das Ende seiner Ehe ein. Seine Frau lässt sich von ihm scheiden, weil er einen unehelichen Sohn mit einer ehemaligen Haushälterin hat. "Ich hatte verschiedene Rückschläge, aber das Scheitern meiner Ehe ist mein größter Misserfolg. Und es gab nur einen Schuldigen: mich", sagt Schwarzenegger.

Programmtipps:

Auf WDR 2 können Sie den Stichtag immer gegen 9.40 Uhr hören. Wiederholung: von Montag bis Samstag um 18.40 Uhr. Der Stichtag ist nach der Ausstrahlung als Podcast abrufbar.

"ZeitZeichen" auf WDR 5 (9.45 Uhr) und WDR 3 (17.45 Uhr) erinnert am 30. Juli 2017 ebenfalls an Arnold Schwarzenegger. Auch das "ZeitZeichen" gibt es als Podcast.

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Stand: 30.07.2017, 00:00