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30.08.1975 - Unterirdische Einlagerung von Kulturgut

Edelstahlbehälter mit Mikrofilm-Archivalien im Barbara-Stollen

ZeitZeichen

30.08.1975 - Unterirdische Einlagerung von Kulturgut

Von Claudia Friedrich

Das kollektive Gedächtnis der deutschen Geschichte liegt unter der Erde. Am Fuße von Freiburgs Hausberg Schauinsland, in einem still gelegten Silberbergwerk stehen Stahlfässer auf Regalen. Ihr Inhalt sind Mikrofilme mit Abbildern von Handschriften, Vertragstexten, Gerichtsakten, Urkunden, Notenblättern.

30 000 Kilometer Kultur aus dem deutschsprachigen Raum lagern in einem Stollen in Oberried, auf Sicherungsfilmen gebannt. Den versteckten Eingang zieren drei blau-weiße Wappenschilder, Zeichen der Haager Konvention zum "Schutz von Kulturgut bei bewaffneten Konflikten". Die dreifache Ausführung verweist auf besonders schützenswerte Schätze.

Innerhalb von 40 Jahren entstand im einstigen Versorgungsstollen das größte Mikrofilmarchiv Europas. Was gespeichert wird, liegt im Ermessen von Archivarinnen. Sie entscheiden über den Lesestoff für die Zeit danach: nach Atombombenangriffen, Meteoriteneinschlägen, dem Einsturz des Kölner Stadtarchivs im März 2009.

Redaktion: Ronald Feisel

Deutsches Kulturgut auf Mikrofilm, Beginn der Einlagerung (am 30.08.1975)

WDR ZeitZeichen 30.08.2015 14:46 Min. Verfügbar bis 27.08.2025 WDR 5


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Stand: 25.02.2016, 13:25