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07.06.1494 - Vertrag von Tordesillas wird geschlossen

Stand: 10.03.2016, 10:48 Uhr

Goa und Macao für die Portugiesen. Mexiko und Kolumbien für die Spanier. Im Vertrag von Tordesillas schufen die beiden Kolonialmächte eine neue Weltordnung. Allerdings einigten sie sich Portugal und Spanien eher unfreiwillig.

Von Andrea Kath

Papst Alexander VI musste eingreifen, um die konkurrierenden Seemächte an den Verhandlungstisch zu zwingen. Schon ein Jahr zuvor hatte er in einer päpstlichen Bulle eine Trennlinie zwischen beiden Einflusssphären verfügt.

100 leguas, umgerechnet 500 Kilometer östlich der Kapverdischen Inseln, sollte die Weltengrenze zwischen den neu eroberten Territorien ursprünglich verlaufen. Der Westen sollte den Spaniern, der Osten den Portugiesen gehören. Nach zähen Verhandlungen erreichte es Portugals König allerdings, dass die Demarkationslinie weiter nach Westen verschoben wurde. So konnten die portugiesischen Konquistadoren in Lateinamerika zumindest Brasilien besetzen.

Holländer, Franzosen oder Engländer wurden in diesem imperialen Geschacher erst gar nicht gefragt. Ganz zu schweigen von den Einwohnern der betroffenen Gebiete.

Redaktion: Hildegard Schulte

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WDR ZeitZeichen 07.06.2014 14:38 Min. Verfügbar bis 04.06.2054 WDR 5


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