11.04.1968 - Attentat auf Rudi Dutschke

Rudi Dutschke, 1968

ZeitZeichen

11.04.1968 - Attentat auf Rudi Dutschke

Von Ariane Hoffmann

"Normalerweise fahre ich nicht allein rum. Es kann natürlich irgendein Neurotiker oder Wahnsinniger mal 'ne Kurzschlusshandlung durchführen", antwortet Rudi Dutschke am Morgen des 11. April 1968 in Berlin auf die Frage eines Radio-Reporters, ob er sich bedroht fühle.

Der Vorsitzende des Deutschen Studentenbundes und Wortführer der Außerparlamentarischen Opposition (APO) hat viele Gegner - darunter den mächtigen Springer-Verlag. Dessen Zeitungen erklären "den roten Rudi" zum "Staatsfeind" Nummer 1. Schließlich protestieren Dutschke und seine Anhänger gegen die etablierte Politik, gegen den Vietnamkrieg, die Notstandsgesetze, die Große Koalition und die Springer-Presse.

Auch der rechts-extreme Hilfsarbeiter Josef Bachmann aus Peine fühlt sich bedroht von Rudi Dutschke. Am Spätnachmittag des 11. April 1968 - heute vor 50 Jahren - schießt er drei Kugeln auf den Studentenführer: zwei in den Kopf, eine in die Brust. Dutschke überlebt schwer verletzt. Der Schütze wird gefasst und nimmt sich später im Gefängnis das Leben.

Das Attentat löst zahlreiche gewalttätige Demonstrationen in ganz Deutschland aus. Rudi Dutschke stirbt 1979 an den Folgen seiner Verletzungen.

Redaktion: Hildegard Schulte

Attentat auf Rudi Dutschke (am 11.04.1968)

WDR ZeitZeichen | 11.04.2018 | 14:48 Min.

Download

Stand: 24.02.2018, 13:14