08.02.1968 - Premiere des Films "Planet der Affen"

Szene aus dem Film "Planet der Affen"

ZeitZeichen

08.02.1968 - Premiere des Films "Planet der Affen"

Von Detlef Wulke

"Könnt ihr nicht eure dreckigen Pfoten von meinem Körper nehmen, ihr blöden Affen". Der Astronaut George Taylor, gespielt von Charlton Heston, kann es kaum glauben: Er ist auf einem Planeten gelandet, der von Affen beherrscht wird.

20th Century Fox wollte den Roman "Planet der Affen" von Pierre Boulle verfilmen. Die Studiobosse waren sich aber unsicher, ob Schauspieler in Affenmasken glaubhaft darstellbar sind, oder nur lächerlich wirken.

1966 wurden erste Probeaufnahmen gemacht. Das Anlegen der kompletten Maske dauerte mehrere Stunden. 1968 wurde der Film gedreht. Die Produktionskosten lagen bei knapp sechs Millionen Dollar, wobei eine Million Dollar allein für das Make-up, Masken und Kostüme anfielen. In den USA lag das Einspielergebnis bei 33 Millionen Dollar. Wegen des enormen Erfolges entstanden vier Fortsetzungen. 2001 gab es ein Remake von "Planet der Affen". Seit 2011 kamen drei Filme ins Kino, die die Vorgeschichte erzählen.

"Planet der Affen" hält Menschen Spiegel vor

Ein Happy End gibt es nicht in der dystopischen Zukunft, die der Film "Planet der Affen" entwirft. Menschen sind primitiv, die herrschenden Affen nicht besser. Am 8. Februar 1968 feierte der zeitkritische Klassiker Premiere in New York.

Drei Affen neben einem Käfig voller Menschen

Die Story des Science-Fiction-Films "Planet der Affen" klingt banal: Ein amerikanischer Astronaut muss notlanden und findet sich auf einem staubigen Planeten wieder, der von Affen regiert wird. Sie laufen aufrecht, tragen Uniformen, sind Politiker und Wissenschaftler, einfache Bürger und Soldaten. Sie halten Menschen in Käfigen und können sprechen – im Gegensatz zu den primitiven Menschen, die sie für ihre Vorfahren halten.

Die Story des Science-Fiction-Films "Planet der Affen" klingt banal: Ein amerikanischer Astronaut muss notlanden und findet sich auf einem staubigen Planeten wieder, der von Affen regiert wird. Sie laufen aufrecht, tragen Uniformen, sind Politiker und Wissenschaftler, einfache Bürger und Soldaten. Sie halten Menschen in Käfigen und können sprechen – im Gegensatz zu den primitiven Menschen, die sie für ihre Vorfahren halten.

George Taylor heißt der Astronaut, der 1972 die Erde verlässt und mehrere Monate durchs Weltall reist. Charles Heston verkörpert den Raumfahrer. Er raunzt den Affen, die auch ihn gefangen nehmen, entgegen: "Könnt ihr nicht eure dreckigen Pfoten von meinem Körper nehmen, ihr blöden Affen." Ein Zitat, das Filmgeschichte geschrieben hat. Taylor ist der erste Mensch, den die Tiere sprechen hören.

Auf dem Affenplaneten geht es streng hierarchisch zu. Orang-Utans stehen als Politiker ganz oben in der Rangodnung, Schimpansen arbeiten als Wissenschaftler, Gorillas werden im Affenstaat als Arbeiter und Soldaten eingesetzt. Die Affen, so suggeriert der Film, leben in einer halbwegs zivilisierten Welt, die der realen Welt in vielen Dingen ähnelt: Es gibt Rassismus und religiösen Fanatismus. Die Affen führen fragwürdige medizinische Experimente an den stummen Menschen durch, die für die Tiere niedere Wesen sind.

Erst in der letzten Szene löst Regisseur Franklin J. Schaffner die krude Geschichte auf. Taylor stößt nach seiner Flucht auf die Überreste der New Yorker Freiheitsstatue. Jetzt ist klar: Die Menschen haben mit einem Atomkrieg die Erde zerstört. Der Film endet mit einem fluchenden Amerikaner, der die gesamte Menschheit zur Hölle schickt. Schaffner spielte mit dem Kniff auf eine – Ende der 1960er – ganz reale Bedrohung an.

Grundlage für den Kassenschlager war der wenige Jahr zuvor erschiene Roman "Planet der Affen" des französischen Autors Pierre Boulle. Hollywood-Produzent Arthur P. Jacobs war so angetan von dem Stoff, dass er sich direkt die Filmrechte sicherte. Doch so begeistert wie er war der Rest Hollywoods zunächst nicht. Ein Jahr lang ging er bei den Studios Klinkenputzen, bis er die Filmschmiede 20th Century Fox überzeugen konnte.

Dass die Schauspieler in ihren Affenkostümen nicht lächerlich wirkten, ist ein Verdienst des Maskenbildners John Chambers. Seine Masken waren so konzipiert, dass sie sich perfekt den Gesichtsmuskeln anpassten. Drei bis sechs Stunden mussten die Affen-Darsteller vor dem Dreh geschminkt werden. Für seine Leistung erhielt Chambers 1969 einen Ehren-Oscar, da es damals noch keine eigene Auszeichnung für die beste Maske gab.

Gedreht wurde der Film an nur 44 Tagen mit einem Budget von 5,8 Millionen Dollar. Eine lohnende Investition. Der Film spielte an den Kinokassen rund 33 Millionen Dollar ein. Plötzlich war der Stoff begehrt. In den darauf folgenden Jahren kamen weitere "Planet der Affen"-Ableger ins Kino, darunter auch "Flucht vom Planet der Affen" (Bild) von 1971. Doch an den großen Erfolg des ersten Films konnten die Fortsetzungen nicht mehr anknüpfen. 2001 folgte ein mäßig erfolgreiches, 100 Millionen Dollar teures Remake. Zehn Jahre später startete eine Trilogie, die die Vorgeschichte erzählt.

Statt physischer Masken kam in den jüngsten Teilen das Performance-Capture-Verfahren zum Einsatz. Dabei werden Mimik und Bewegung des Schauspielers erfasst. Aufgeklebte Markierungen im Gesicht und eine am Kopf montierte Kamera, zeichnen jede Regung, jeden Wimperschlag auf. Am Computer können anhand dieser Daten digitale Masken erstellt werden. Der jüngste Film "Planet der Affen: Survival" (2017) hat 130 Millionen Dollar eingespielt. Recht wahrscheinlich also, dass die Saga auch 50 Jahre nach der Premiere des ersten Teils noch fortgesetzt wird.

Redaktion: Michael Rüger

"Planet der Affen", Filmpremiere (am 08.02.1968)

WDR ZeitZeichen | 08.02.2018 | 14:55 Min.

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Stand: 04.12.2017, 14:26