11.07.2013 - Irisches Parlament lockert Abtreibungsverbot

Demonstranten vor dem Parlamentshaus

ZeitZeichen

11.07.2013 - Irisches Parlament lockert Abtreibungsverbot

Von Anja und Doris Arp

Iren lieben Geschichten. Besonders, wenn sie von tragischen Schicksalen erzählen, so wie die der jungen Savita Halappanavar. Die Zahnärztin starb im Oktober 2012 an einer Blutvergiftung, nachdem ihr die Ärzte der Universitätsklinik Galway eine Abtreibung versagt hatten.

Ihr Schicksal empörte viele Iren, sie gingen auf die Straße für eine Öffnung des strikten Abtreibungsverbots. Und Frauen trauten sich erstmals zu sagen: Ich habe abgetrieben. Nicht in Irland, sondern in England, was jedes Jahr Tausende heimlich tun.

Wegschauen geht nun nicht mehr. Die Regierung legt eine Gesetzesnovelle vor. Kirchenmänner und radikale Lebensschützer sprechen vom "Pakt mit dem Bösen". Das Land ist gespalten. Politiker werden bedroht, es kommt beinah zu einer Regierungskrise.

Doch das Gesetz wird am 11. Juli 2013 beschlossen. Es ist der Anfang vom Ende eines sehr alten Dramas von unglücklichen Kindern und Müttern, deren Erzählgrund Doppelmoral und die katholische Kirche liefern. An den letzten Kapiteln schreiben die Iren gerade.

Redaktion: Michael Rüger

Abtreibungsverbot in Irland gelockert (am 11.07.2013)

WDR ZeitZeichen | 11.07.2018 | 14:42 Min.

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Stand: 30.05.2018, 15:12