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50 Jahre Woodstock bei WDR 4

Podcast 50 Jahre Woodstock

50 Jahre Woodstock bei WDR 4

In der gesamten Woche vom 12. bis zum 18. August 2019 erinnert WDR 4 in allen Sendestrecken an die "Three Days of Peace and Music" im August 1969 in Woodstock.

Wir porträtieren die Künstler, die dank des Festivals eine Weltkarriere starteten: Joe Cocker, Santana, Creedence Clearwater Revival u.a. 

Die Zeitzeugen Joan Baez und Graham Nash erzählen über ihre Erinnerungen an das Festival, wir erinnern an den legendären Kinofilm und gehen der Frage nach, was heute noch die Bedeutung dieses Festivals ausmacht.

Und natürlich gibt es in der Woche viel Musik von den Woodstock-Künstlern, die wir ab Donnerstag, 15.8., in der realen Festival-Reihenfolge spielen, von Richie Havens bis Jimi Hendrix.

Highlights am Abend

Wichtige Alben aus dem Jahr 1969

Von Helmut Brasse

1969 war ein vor allem musikalisch ereignisreiches Jahr, natürlich stark geprägt durch das Woodstock-Festival. Wir nehmen uns einige der wichtigsten Alben aus dem Jahr 1969 vor und blicken einmal zurück.

Beatles - Abbey Road

Beatles – Abbey Road
Die "Beatles" wollten nicht mehr die "Beatles" sein. Nach dem fast gescheiterten Live-Projekt "Get back" legten sie das Material beiseite und beschlossen, ein letztes Album in bewährter Zusammenarbeit mit George Martin aufzunehmen. Trotz aller Spannungen liefen sie auf "Abbey Road" noch einmal zur Höchstform auf – allen voran George Harrison.

Beatles – Abbey Road
Die "Beatles" wollten nicht mehr die "Beatles" sein. Nach dem fast gescheiterten Live-Projekt "Get back" legten sie das Material beiseite und beschlossen, ein letztes Album in bewährter Zusammenarbeit mit George Martin aufzunehmen. Trotz aller Spannungen liefen sie auf "Abbey Road" noch einmal zur Höchstform auf – allen voran George Harrison.

Rolling Stones – Let It Bleed
Die erste Langspielplatte mit dem neuen Gitarristen Mick Taylor zählt zu den größten Stones-Alben. Mit Songs wie "Mignight Rambler" und "Gimme Shelter" enthält "Let it bleed" Klassiker, die bis heute bei keinem Stones-Konzert fehlen dürfen.

Who – Tommy
Pete Townshend hatte schon auf früheren Alben versucht, Songs mit einer Geschichte zu verbinden. Wie es klassische Komponisten mit ihren Opern vorgemacht haben. "Tommy" war seine erste "Rock-Oper" und für die Band ein Riesenerfolg. Die erste "Rock-Oper" jedoch schufen die "Pretty Things" bereits im Jahr zuvor.

Led Zeppelin
Aus den Überresten der "Yardbirds" entwickelte sich 1968 "Led Zeppelin", nachdem Gitarrist Jimmy Page die passenden Leute gefunden hatte. Da er und John Paul Jones erfahrene Studiomusiker waren, dauerte die Aufnahme des Debüts nur 30 Stunden. Das Album fand im Rückblick mehr Anerkennung als bei seiner Veröffentlichung.

Led Zeppelin II
Mit diesem Album um die Hitsingle "Whole Lotta Love" gelang "Led Zeppelin" der große Durchbruch. Inzwischen hatte sich auch die Live-Qualität der Band herumgesprochen. Für die aufstrebende Band wurde "LZ2" die erste "Nr.1" in England, U.S.A. und auch in Deutschland. 

Santana 1
"Santana" hatte 1969 einen guten Ruf als Live-Band, noch bevor sie überhaupt ein Album aufgenommen hatte. Was zu ihrem legendären Woodstock-Auftritt führte. Unmittelbar danach erschien ihr Debütalbum, das weitgehend das Live-Repertoire repräsentierte und sofort reißenden Absatz fand.

Blind Faith
Wenn sich berühmte Virtuosen zusammenschließen, spricht man von einer "Supergroup". Der Zusammenschluß von Eric Clapton, Ginger Baker, Steve Winwood und Ric Grech als "Blind Faith" führte 1969 zu einem sensationellen Blues-Rock-Album. Dennoch hielten es die vier "Egos" nur ein halbes Jahr miteinander aus.

Crosby, Stills & Nash
Entstanden aus Mitgliedern dreier erfolgreicher Sixties-Bands legten David Crosby (Byrds), Stephen Stills (Buffalo Springfield) und Graham Nash (Hollies) ein bahnbrechendes Debütalbum vor. Der perfekte Satzgesang, die filigrane Gitarrenarbeit und auch der weiche Sound ragen bis heute heraus.  

Joe Cocker – With A Little Help From My Friends
Obwohl die meisten Songs auf Joe Cockers Debütalbum Coverversionen waren, bewiesen er und seine Mitmusiker, dass covern mehr sein kann als bloßes nachspielen. Allein der Titelsong von den "Beatles" zeigte, wie Cocker aus einem bekannten Song etwas völlig neues machen konnte. 

Creedence Clearwater Revival – Green River
Auf dem dritten Album hatte die Band um Songautor John Fogerty ihren Stil gefunden. Die Vorgänger boten zwar Licht, aber auch noch viel Schatten. Bei "Green River" stimmte alles, Songs wie "Bad Moon Rising" waren auf dem Punkt. Damit begann die große, wenn auch leider kurze Karriere der Band

King Crimson – In the Court of the Crimson King
Das Album gilt als Geburtstunde des "Prog-Rock". Mit komplexen Arrangements und viel Mellotron zeigte die Band um Ausnahme-Gitarrist Robert Fripp, dass Songs nicht nur aus Wiederholungen von Strophen und Chorus bestehen müssen. Das Album gilt als wegweisend für Gruppen wie "Genesis" und "Yes".

The Band
Das zweite Album der damaligen Begleitband von Bob Dylan festigte ihren Ruf als eigenständige Kraft im Bereich "Country- und Folk-Rock". Und es enthielt mit "The Night They Drove Old Dixie Down" auch einen großen Hit.

Neil Young – Everybody knows this is nowhere
Mal solo und mal mit einer Band – so kennt man Neil Young. Dieses zweite Studioalbum ist der Beginn seiner langjährigen Zusammenarbeit mit der Band "Crazy Horse", mit der er bis heute immer wieder mal zusammengearbeitet hat.

Pink Floyd – Ummagumma
"Pink Floyd" war 1969 noch auf der Suche nach einem Weg ohne den Bandgründer Syd Barrett. Das Doppelalbum enthält Live-Aufnahmen und zum Teil sehr sperrige Solo-Stücke der vier Mitglieder. Unvergessen ist die Jagd nach einer Fliege in dem Solo-Part von Roger Waters.

Johnny Cash At San Quentin
Nach dem Erfolg seines Live-Albums aus einer Haftanstalt "At Folsom Prison" legte Johnny Cash ein Jahr später ein weiteres Gefängniskonzert nach, diesmal aus "San Quentin". Die besondere Live-Athmosphäre übertrug sich auch hier wieder und brachte einen weiteren großen Erfolg für Johnny Cash.

Dusty in Memphis
Das fünfte Studioalbum der britischen Ausnahme-Stimme entstand in Memphis und gilt heute als ihr bestes Werk. Das Problem war der Zeitpunkt der Veröffentlichung. 1969 lag ihre Musik nicht mehr im Trend. Erst im Rückblick fand das Album mit dem Hit "Son of a Preacher Man" seine Würdigung.

Bob Dylan – Nashville Skyline
Bob Dylans Ausflug in die Country-Szene war ein Resultat seiner Freundschaft mit Johnny Cash. Eine gemeinsame Session der beiden soll der Kern dieses eher ungewöhnlichen Dylan-Albums sein. "Lay Lady Lay" hieß der Hit des Albums, danach kehrte Dylan zu seinen Folk- und Rockwurzeln zurück.

Chicago Transit Authority
"Chicago Transit Authority"
ist das namenlose Debütalbum jener Band, die man heute noch als "Chicago" kennt. Das Album bot Jazz-Rock vom feinsten und ist eine der großen Ausnahmen, in der eine Band die Karriere gleich mit einem Doppelalbum begann.  

Doors – Soft Parade
Bei ihrem vierten Album "Soft Parade" erweiterten die "Doors" ihren Sound um Bläser und Streicher. Was nicht bei allen Fans auf Begeisterung stieß. Auch wollen viele hier schon den beginnenden Absturz von Sänger Jim Morrison heraushören. Das Album gilt im Rückblick als ihr schwächstes.

Jethro Tull – Stand up
Das zweite Album "Stand up" war der eigentliche Beginn der "Jethro Tull"- Karriere. Bandkopf Ian Anderson hatte nun mit Martin Barre den perfekten Gitarristen für seine musikalischen Ideen gefunden. Mit ihm konnte er alle möglichen Genres von Rock über Folk bis zum Jazz verbinden.

Ten Years After – Ssssh
1967 entstand die Bluesrockband um den Gitarren-Virtuosen Alvin Lee. "Ten Years After" gehörte zu den besten Bands in "Woodstock". Zeitgleich zum Auftritt erschien auch ihr zweites Studioalbum "Ssssh". Es war zudem ihr erster großer Charterfolg in Deutschland.

Procul Harum – A Salty Dog
Das dritte Album von "Procol Harum" enthielt erstmals ein Streichorchester. Das war die Folge ihrer gemeinsamen Tournee mit den "Bee Gees", die damals als erste Band mit einem Streichorchester auf Tour gingen. Was Gary Brooker auf neue Ideen brachte, die er wenig später ebenfalls mit Orchester auf die Bühne brachte.

Deep Purple – Concerto for Group and Orchestra
Bevor die legendäre Mark II Besetzung von "Deep Purple" ihr erstes Rock-Album veröffentlichte, konnte Jon Lord die Band für ein besonderes Live-Projekt gewinnen. "Rock trifft auf Klassik" war seine Idee, die am 24.09.1969 Wirklichkeit wurde. Aufgeführt wurde auch schon das bis dahin unveröffentlichte "Child in Time".

Janis Joplin – I Got Dem Ol' Kozmic Blues Again Mama!
Das einzige Soloalbum zu ihren Lebzeiten zeigte Janis Joplin auf der Suche nach neuen Wegen. Soul und Blues waren nun angesagt, das Album bestand überwiegend aus Coverversionen. Die Kritiken waren damals gespalten.

Barry Ryan sings Paul Ryan
Highlight dieses frühen "Symphonic-Rock"-Projekts war die Single "Eloise". Aber auch die anderen Songs des Zwillingsduos sind hörenswert und und nahmen viele Ideen vorweg, für die 70er-Acts wie "ELO" und auch "Queen" später gefeiert wurden. Trotz hoher Verkäufe in Deutschland ist das Album heute vergriffen.

Bee Gees – Odessa
Das ambitionierte Doppelalbum der "Bee Gees" wurde zum Schlusspunkt der ersten großen Karriere-Phase der Gibb-Brüder. Der Erfolg der ersten drei Alben sowie vieler Singles sorgte für Ego-Streitigkeiten. Die Wahl der ersten Single aus "Odessa" veranlasste Robin Gibb damals, die Band für eine Solokarriere zu verlassen.

David Bowie – Space Oddity
Das zweite Album von David Bowie zeigte den aufstrebenden Musiker auf der Suche nach einem Platz in der Folk-Szene. Aber auch erste Rock-Anklänge fielen auf. Und seine besondere Art, Songs zu schreiben, nahm hörbar Formen an. Der Song "Space Oddity" wurde sein erster Hit, danach geriet die Karriere aber erst mal wieder ins Stocken.

Graham Nash über Woodstock, The Hollies und Love & Peace WDR 4 Video 08.08.2019 12:45 Min. Verfügbar bis 08.08.2020 WDR 4

Stand: 18.07.2019, 11:24