Live hören
Jetzt läuft: Mademoiselle Ninette von Soulful Dynamics

Das waren die 80er!

Das waren die 80er!

Die "Eighties" waren ein ganz besonderes Jahrzehnt. Viel Schräges, wie die Kleidung und Frisuren, viel Neues, wie das Privatfernsehen und die Wende, sowie Rock und New Wave. Ein Rückblick in Bildern.

Vier junge Frauen in den 80ern

Modisch gekleidete junge Mädchen in Deutschland in den Achtzigern: Julia, Sabine, Monika und Stefanie könnten sie geheißen haben, das waren zumindest beliebte Vornamen dieser Zeit. Getragen wurde Karotten-Jeans, Blousons mit Schulterpolster, knallige Farben und dazu großer Schmuck, wie zum Beispiel Broschen. Die Haare: Dauerwelle und "Vokuhila", vorne kurz hinten lang.

Modisch gekleidete junge Mädchen in Deutschland in den Achtzigern: Julia, Sabine, Monika und Stefanie könnten sie geheißen haben, das waren zumindest beliebte Vornamen dieser Zeit. Getragen wurde Karotten-Jeans, Blousons mit Schulterpolster, knallige Farben und dazu großer Schmuck, wie zum Beispiel Broschen. Die Haare: Dauerwelle und "Vokuhila", vorne kurz hinten lang.

Die, die besonderen Wert auf ihre Kleidung legten, bildeten die Subkultur der "Popper". Sie posieren hier auf dem Berliner Kurfürstendamm, Anfang der 1980er. Die Popper bezeichnen sich als saubere und immer nach der neuesten Mode gekleidete Jugendliche. Sie zelebrierten den Konsum und lebten unter dem Motto: "Sehen und gesehen werden, ist des Poppers Glück auf Erden".

Die "Punks" waren dagegen: gegen Popper, gegen Konsum, gegen alle! "No future" war deren Motto. Mit Vorliebe trugen sie bunte Haare oder Irokesenschnitt. Es gab immer mehr besetzte Häuser und ab 1983 etablierten sich die "Chaostage". Das waren Treffen von Punks, um sich Straßenschlachten mit der Polizei zu liefern.

Eine andere Bewegung, sportlicher Natur, war die Aerobic-Welle. Gymnastik zur Musik und das in möglichst figurbetonter Kleidung. Im deutschen Fernsehen gab es unter anderem 1983 die Aerobic-Sendung "Enorm in Form" zum Mitmachen. Hauptsächlich Frauen gaben sich dem Trend der frühen Achtziger Jahre hin und hielten sich mit Aerobic fit. Dazu trug man Leggins oder Ganzkörper-Gymnastikanzüge, Stulpen und Stirnbänder in knalligen oder grell leuchtenden Farben. Ein Song, der gerne mit dieser Welle in Verbindung gebracht wird, ist "Flashdance ... What a feeling" aus dem Jahr 1983 von Irene Cara aus dem Film "Flashdance". Der Song bekam neben einem Oscar sogar noch den Golden Globe und den Grammy.

Modisch und musikalisch war Modern Talking das beliebteste Pop-Duo in Deutschland während der Achtziger. Thomas Anders und Dieter Bohlen trugen "Vokuhila" und Dauerwelle, kleideten sich in Blousons und Jeans mit Turnschuhen und erschufen 1985 mit ihren Nummer-1-Hits "You´re my Heart, You´re My Soul" und "Cheri, Cheri Lady" regelrechte Ohrwürmer.

Jemand, der erfolgreich die Haarmoden als Mann vereint hat, war Wolfgang Petry: Dauerwelle, Vokuhila und noch den Oberlippen-Schnäuzer á la Magnum-Darsteller Tom Selleck. "Hölle, Hölle, Hölle" kann man da nur sagen: Der Song "Wahnsinn" aus dem Jahre 1983 ist der erfolgreichste Hit des Kölners Wolfgang Petry.

Eine, die ihre eigenen schrillen Mode-Stil verfolgte - und das bis heute -, war die Ost-Berlinerin Nina Hagen. Sie gilt als Vorreiterin der "Neuen Deutschen Welle" und beeinflusste in Deutschland den "New Wave". Nina Hagen wird gerne als die deutsche "Godmother of Punk" bezeichnet.

Das erfolgreichste Album 1984 in Deutschland kam von Herbert Grönemeyer. "Bochum" und "Männer" waren zwei Songs von ihm, die fast jeder mitsingen konnte. Aber auch schauspielerisch konnte Herbert Grönemeyer überzeugen, wie 1981 in dem Film "Das Boot" von Wolfgang Petersen, der insgesamt für sechs Oscars nominiert war.

Ebenfalls erfolgreich in seinem Nebenberuf Schauspieler, war der Musiker David Bowie. 1983 brachte David Bowie sein massentaugliches Pop-Album "Let´s Dance" heraus und konnte damit seinen größten kommerziellen Erfolg feiern. Bei dem Auftritt, den unser Bild widergibt, spielte er Saxophon, was auch die Einflüsse des Jazz in seiner Musik hervorhebt. David Bowie hat sich und seine Musik immer wieder neu entdeckt. Er war einer der bedeutensten Musiker unserer Zeit, der am 10. Januar 2016 im Alter von 69 Jahren starb.

Den Thron des "Kings of Pop" hatte allerdings Michael Jackson für sich inne. Der bereits am 25. Juni 2009 verstorbene Musiker hat 1982 sein Album "Thriller" veröffentlicht, das bis heute das meistverkaufte Album weltweit ist. Mithilfe der in den 1980ern immer populärer werdenden Musikvideos hat Michael Jackson Kultstatus erreicht. Das Video zu "Thriller" war 13 Minuten lang. Hier ist er mit Ronald und Nancy Reagan vor dem Weißen Haus zu sehen. Michael Jackson bekam 1984 eine Auszeichnung von Reagan, weil er seinen Song "Beat it" für eine Alkoholpräventionskampagne der US-Gesundheitsbehörde zur Verfügung stellte.

Boy George, der hier doch sehr dem "Bibo" aus der Sesamstraße ähnelt, war Anfang der 1980er Sänger der "New Wave"-Band "Culture Club". Den Durchbruch erlangten sie mit ihrem größten Hit und Ohrwurm "Do You Really Want To Hurt Me" 1982. Boy George nahm durch sein sehr weibliches Erscheinungsbild eine besondere Stellung sein. Er wurde als Idol der "New Romantics" bezeichnet, einer Subkultur des "New Wave". Auch "The Cure" und "Depeche Mode" zählten zu bekannten Vertretern des "New Wave".

Zurück nach Deutschland: In den 1980ern begann im deutschen TV ein "Tatort"-Kommissar seine Ermittlungen, Schimanski. Götz George verkörperte den Duisburger Kommissar, der unkoventionelle Methoden an den Tag legte. Hier mit seinem langjährigen Filmpartner Eberhard Feik als Thanner bei Dreharbeiten im Duisburger Hafen im März 1981.

Unschlagbar als erfolgreichste TV-Serie war ab 1985 die "Schwarzwaldklink" in den Achtzigern. Professor Brinkmann und sein Team etablierten das Genre der "Arztserien" in Deutschland. Die Rekord-Einschaltquoten der "Schwarzwaldklinik" können bis heute nur sportliche Veranstaltungen im Fernsehen toppen.

Weitere beliebte Komödien-Darsteller der Achtziger waren die Helden der "Supernasen-Filme": Thomas Gottschalk und Mike Krüger. Damals war "Die Supernase", der zweite Film der Reihe, ein Kassenschlager im Kino der 1980er. Auch hier schrieben sie am Drehbuch mit und entwickelten ihre "Nasen-Figuren.

In den USA ging es dagegen in den Achtzigern etwas cooler auf der Mattscheibe zu, wie zum Beispiel in der erfolgreichen Krimi-Serie "Miami Vice". Die beiden Hauptdarsteller wurden zum Kult: Don Johnson als Detective James "Sonny" Crockett und Philip Michael Thomas als Detective Ricardo Tubbs. Neben ihren modischen Outfits, fuhren sie in der Serie ein Kult-Auto der 80er, den Ferrari "Testarossa". So wurde auch dieser Ferrari berühmt, wie auch schon der Ferrari 308, den "Magnum" in seiner Serie fuhr und legendär machte.

Zu den erfolgreichen Kino-Filmen der 1980er Jahre zählt neben "Ghostbusters", "La Boum - Die Fete" oder "E.T. - Der Außerirdische" natürlich auch "Dirty Dancing". 1987 kam dieser Tanzfilm in die Kinos und traf offensichtlich einen "zeitgeistlichen Nerv", wie das Lexikon des internationalen Films den Erfolg dieses Films erklärt.

Steffi Graf und Boris Becker haben hierzulande das Interesse an Tennis geweckt. Beide waren Ausnahmespieler: Steffi Graf wurde mit elf Jahren bereits als Wunderkind gefeiert, sie gewann insgesamt 22 Grand-Slam-Tuniere und gilt als erfolgreichste Tennisspielerin der Geschichte. Boris Becker gewann unzählige Tuniere, davon sechs Grand-Slam-Tuniere und war der bisher jüngste Spieler, der Wimbledon, das weltweit bedeutendste Tunier, gewann, im Alter von 17 Jahren.

Am 1. Januar 1984 schlug die Geburtstunde des Privatfernsehens. Sat.1 startete sein Programm und einen Tag später ging RTL plus auf Sendung. Zunächst wurde nur in kleineren Zeitfenstern gesendet, beispielsweise von 17:30 Uhr bis 22:30 Uhr. Doch 1988 fing RTL an, eigene Sendungen zu produzieren. Neben "Alles nichts oder!?" mit Hella von Sinnen und Hugo Egon Balder, gehörte auch "Anpfiff" dazu, die erste Bundesliga-Fussball-Show eines Privatsenders. So sahen die Gäste der ersten Sendung aus: Pierre Littbarski, Andreas Möller, Uwe Kamps, Moderator Uli Potofski und Günter Netzer.

Das Stautssymbol der Jugendlichen in den 1980ern war der "Walkman". Das Kassettenabspielgerät eignete sich wunderbar, um die selbstaufgenommen Kassetten zu hören, die unter höchster Konzentration aus den Hitparade-Sendungen im Hörfunk aufgezeichnet wurden.

1982 ist die Compact Disc auf den Markt gekommen. Ein digitales Speicherformat für Musik, welches die große Schwester, die Langspielplatte, ablösen sollte. 1989 wurden in Deutschland erstmals mehr CDs als LPs verkauft.

Der "Commodore 64": Erst LOAD, dann RUN. Durch diesen leistungsstarken und erschwinglichen Computer eröffnete sich Jugendlichen eine neue Spielemöglichkeit oder aber er diente zur Softwareentwicklung. Der "C64" gilt als der meistverkaufte Heimcomputer weltweit. Zu den beliebtesten Spielen gehörten damals zum Beispiel "Donkey Kong" und "Pac-Man".

Ein weiteres beliebtes Spielzeug der 1980er war der Zauberwürfel. Ernö Rubik, ein ungarischer Bauingenieur und Architekt, hat 1980 den Zauberwürfel, Rubic´s Cube, erfunden.

Helmut Kohl war DER Bundeskanzler der Achtziger. 1982 löste er Helmut Schmidt ab und war 16 Jahre lang im Amt. Hier zu sehen auf dem Weltwirtschaftsgipfel in Bonn 1985, mit US-Präsident Ronald Reagan und der britischen Premierministerin Margaret Thatcher. Zusammen mit Michail Gorbatschow sind das die mächtigsten politischen Akteure der 1980er Jahre gewesen.

Am 10. Oktober 1981 kamen etwa 300.000 Menschen auf der bisher größten Friedensdemonstration in der Geschichte der Bundesrepublik Deutschland zusammen und forderten weltweiten Frieden und Abrüstung. "Gegen die atomare Bedrohung gemeinsam vorgehen" war das Ziel und bei der zentralen Kundgebung auf der Hofgartenwiese in Bonn übernahm die Hauptrede Heinrich Böll. Dies war die erste von drei spektakulär großen Demonstrationen in den Achtzigern gegen die Nachrüstung von Atomraketen in Deutschland.

In den Achtzigern bekam die Anti-Atomkraft-Bewegung enormen Aufwind: Es wurde unter anderem gegen das Atommüll-Lager in Gorleben oder die Wiederaufbereitungsanlage Wackersdorf demonstriert. Die "lachende Sonne" ist wohl eines der weltweit bekanntesten Logos.

1986 vermehrte sich die Teilnehmerzahl der Demonstranten noch, aufgrund der Katastrophe von Tschernobyl im April dieses Jahres. Hier sind Menschen während einer Demonstration für Strahlungsaufklärung durch die Behörden in Bonn zu sehen.

Auch prominente Musiker setzten sich gegen die geplante Wiederaufarbeitungsanlage in Wackersdorf ein. Am 27. und 28. Juli 1986 fand das bestbesuchte Anti-Wackersdorf-Festival statt. Wolfgang Niedecken, rechts, von der Kölner Rockgruppe BAP, hier im Gespräch mit Udo Lindenberg und Campino, links, von den Toten Hosen. Rund 100.000 Besucher kamen zu diesem Festival, bei dem die deutschen Musiker ohne Gage auftraten, um friedlich mit Musik zu demonstrieren.

Im August 1988 fand das sogenannte "Geiseldrama von Gladbeck" statt. Der Geiselnehmer Dieter Degowski bedroht, umringt von Journalisten, die Geisel Silke Bischoff mit einem Revolver auf dem Rücksitz eines Autos während der Flucht. In Gladbeck hatten Degowski und sein Komplize Rösner eine Bank überfallen und um zu flüchten, nahmen sie zwei Geiseln. Sowohl das Vorgehen der Polizei als auch das Verhalten der Journalisten war kritikwürdig. Die Verbrecher bekamen durch das Medieninteresse eine Plattform, die es so vorher noch nicht gegeben hat. Drei Menschen verloren ihr Leben durch das Gladbecker Geiseldrama.

Traumhochzeit: Prinz Charles heiratete am 29. Juli 1981 Prinzessin Diana. Die britische Monarchie stand hiermit im internationalen Interesse. Weltweit haben schätzungsweise eine Millarde Menschen die prunkvollen Zeremonie am Fernseher verfolgt. Der Prince of Wales und Lady Di bekamen zwei Söhne, Prinz William 1982 und Prinz Harry 1984. Die Ehe wurde 1996 wieder geschieden und Diana starb dann 1997 bei einem Autounfall in Paris.

Und das zu guter Letzt die 1980er Jahre so enden, hätte damals wohl keiner gedacht. Am 9. November 1989 kam es zur Öffnung der Mauer. Menschen aus Ost- und West-Berlin strömten in der Nacht über das Bauwerk, das bis dahin 28 Jahre als innerdeutsche Grenze zwischen West-Berlin und DDR galt.

Stand: 28.10.2018, 14:18 Uhr