Die Spieleschachtel von "Scout" auf einem Tisch, daneben das Spielmaterial aus bunten Karten mit Werten von 1 bis 10 und Pappmarkern mit Zahlen darauf

Scout – Ein Kunststück von Kartenspiel

Stand: 04.07.2022, 00:00 Uhr

  • "Klassisches" Kartenspiel mit frischen Ideen
  • Karten dürfen nicht sortiert, aber auf den Kopf gestellt werden
  • Viel Spaß und frische Herausforderungen für 2-5 Mitspielende

Von Eike Risto

Scout - Ein Kunststück von Kartenspiel

WDR 2 04.07.2022 03:09 Min. Verfügbar bis 04.07.2023 WDR 2


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Schnell erklärt

"Scout" ist ein "klassisches" Kartenspiel mit neuen Ideen: Die Karten zeigen Zahlen von 1 bis 10, immer zwei verschiedene. Der Wert, der nach oben zeigt, gilt. Wer am Zug ist versucht, die aktuelle "Show" (die Karten in der Tischmitte) durch das Ausspielen von mehr oder höherwertigen Karten zu schlagen. Gelingt das, werden die neuen Karten selbst zur Show. Wer das nicht kann oder will, muss "scouten" und eine Karte aus der Mitte auf die eigene Hand nehmen.

Wenn jemand seine letzte Karte ausspielt oder niemand die aktuelle Show schlagen kann, endet die Runde. Jede geschlagene Karte gibt uns einen Punkt, ebenso jede Karte, die andere von uns scouten mussten. Jede übrige Handkarte schlägt als Minuspunkt zu Buche. Gespielt wird eine Runde pro Person; wer dann die meisten Punkte hat, gewinnt.

Was macht den Spielreiz aus?

Anders als bei anderen Kartenspielen dürfen wir bei "Scout" unsere Hand nicht neu sortieren. Die Reihenfolge bleibt, wie sie ist. Ausspielen dürfen wir aber nur Karten, die direkt aneinander angrenzen: Entweder als Straße mit aufeinander folgenden Werten oder als Set aus gleichen Zahlen.

Um eine starke Show mit möglichst vielen Karten ausspielen zu können, haben wir zwei Möglichkeiten: Entweder, wir entfernen störende Karten durch Ausspielen von unserer Hand. Oder wir scouten und holen uns fehlende Karten aus der Tischmitte. Denn die dürfen wir an beliebiger Stelle in der gewünschten Ausrichtung auf die Hand nehmen. Doch dadurch wird die Show schwächer – eine Einladung an die Mitspielenden, selbst starke Shows aufzulegen.

Wer hat Spaß?

Fans klassischer Kartenspiele können bedenkenlos zugreifen. "Scout" fühlt sich gleichzeitig vertraut und aufregend neu an – der Einstieg ist mühelos, die Herausforderung frisch und ungewöhnlich.

Im Umkehrschluss gilt: Wer mit reinen Kartenspielen nicht glücklich wird, braucht sich von "Scout" nicht zu viel versprechen. Können und Glück sind hier gleichrangig, das schöne Thema Zirkus leider nur ein hauchdünner Anstrich.

Fazit

"Scout" gelingt ein seltenes Kunststück: Ein Kartenspiel mit unverbrauchten Ideen, das sich sofort wie ein Klassiker anfühlt. 2022 völlig verdient zum Spiel des Jahres nominiert.

Scout
Kei Kajino
Oink Games
3-5 Spieler:innen ab 8 Jahren, ca. 20 Minuten
ca. 18 Euro