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Tems – Love Me JeJe

Fünf Songs, die die Welt jetzt braucht

Stand: 10.05.2024, 16:00 Uhr

Tems schnappt sich einen nigerianischen Afro-Soul-Klassiker aus den Neunzigern, Rapsody und Erykah Badu sprechen über bedingungslose Liebe und James An und Donna Goldn zollen einem Hollywood-Meisterwerk Tribut – das sind unsere fünf Songs der Woche!

Tems – Love Me JeJe

Beim Coachella hatte Tems vor ein paar Wochen schon ihr Debütalbum "Born In The Wild" und damit auch die neue Single "Love Me JeJe" angekündigt. Jetzt ist sie erschienen und mit ihr auch ein Video, das die nigerianische Sängerin in Partystimmung zeigt. Erst geht es durch ihre Heimat Lagos, dann auf die Karaoke-Party, wo sie natürlich ihren neuen Hit performt und die Crowd zum Tanzen bringt. Ganz unbekannt ist "Love Me JeJe" aber nicht, denn mit dem Titel greift Tems den Track vom nigerianischen Sänger Seyi Sodimu von 1997 auf. Der Vibe ist ähnlich, dennoch hat sie dem Sound ein bisschen mehr Pace gegeben und ihn an heutige R'n'B- und Afrobeats-Begebenheiten angepasst. Das befürwortet übrigens auch Sodimu selbst, der auch im Clip zu sehen ist: "Das Tolle an Musik ist, dass sie Generationen überschreitet und uns zeitlich verbindet."

Rapsody feat. Erykah Badu – 3:AM

Um drei Uhr morgens passiert meist nicht viel – außer wenn zwei Queens aufeinandertreffen. Erykah Badu leistet nämlich Rapsody auf ihrem neuen Album "Please Don't Cry" Gesellschaft, indem sie in "3:AM" magische Stunden inmitten der Nacht besingen und darüber rappen. Top-Female-MC Rapsody veröffentlicht damit die dritte Single, die auf die Platte teast und lässt die Fans so nah wie nie am Entstehungsprozess teilhaben. Neben den Tracks, die in Sachen Sound schon ordentlich Lust auf das Album machen, gibt es auf ihrem Youtube-Channel schon jetzt ziemlich deepe Talks – zum Beispiel mit Schauspielerin Sanaa Lathan oder eben Erykah Badu. So erzählen die beiden im Gespräch, dass "3:AM" das Kapitel der bedingungslosen Liebe einläutet und offenbart Verletzlichkeit und Stärken der beiden Queens.

James An feat. Donna Goldn – Way Too Many & A Streetcar Named Desire

Mit seinem neuen Splitvideo zu "Way Too Many" und "Street Car Named Desire" setzt James An auf großes Kino. Das verrät auch schon der Titel des Tracks, der an das gleichnamige Theaterstück von Tennessee Williams angelehnt ist. Die Verfilmung mit Marlon Brando in der Hauptrolle wurde in den Fünfzigern zum cineastischen Meilenstein. Deshalb lehnt sich auch der Clip von James An ästhetisch daran an, wobei er zusätzlich lyrische Unterstützung von Donna Goldn bekommt. Die Belgierin lebt aktuell in Korea und lässt die Einflüsse ihrer Wahlheimat gerne in ihrer Musik einfließen. Das passt wunderbar zum Südkoreaner James, der sich in den letzten Jahren zu einem der Aushängeschilder der K-Rap-Szene gemausert hat. Seine HipHop-Einflüsse hat er in Kanada und den USA aufgesogen, denn dort ist James unter anderem aufgewachsen und hat sich während seines Studiums mit den Themen Rassismus und HipHop beschäftigt.

Amaka feat. Ali Ben Naji – Oudad

Tuareg meets Sufi Music – Amaka Jaji ist nicht nur Fotograf, sondern auch Musiker. Dass bei dem Libyer visuell und musikalisch alles ziemlich gut zusammenpasst, liegt auf der Hand. In "Oudad" zollt er mit seinem Sound dem Erbe der libyschen Kultur Tribut und wird von seiner Community dafür groß gefeiert. Mit seinem neuen Projekt "Tidet" versucht er das alte und das neue Libyen miteinander zu vereinen, denn die traditionellen Rhythmen brauchen seiner Meinung nach eine Auffrischung: "Tuareg-Musik ist in den Neunzigerjahren erstarrt. Wir stecken in alten Stilen und unsere Bands machen sehr ähnliche Musik." Bei Amaka ergeben Elektronisches und traditionelle Rhythmen aus Darbuka und Oud eine Art Trance-Musik. Kein Wunder, denn sein Vater war ein Sufi-Meister, der ihn schon früh zu spirituellen Gesängen gebracht hat. Aufgenommen wurde das Video in seiner Heimatstadt Ghat und zeigt die Schönheit Libyens mit seinen Festen und Ritualen.

Sukha – Sangdi

Mit seinem Mix aus US-HipHop und Punjabi Tunes ist Sukha in Indien und in der Punjabi Diaspora schon längst ein großer Name. Angefangen hatte alles für den Rapper aus Toronto 2022 mit seinem Track "Siftaan", auf dem er Storytelling und 808-Banger zusammenbrachte. Das Konzept führt er auch auf der neuen Single "Sangdi" weiter, gibt dem Ganzen aber noch ein bisschen Leidenschaft: Klassisch zeigt sich Sukha im Clip mit seiner Angebeteten vor einer Villa und großen Karren und vereint Hedonismus mit einer Lovestory. Musikalisch orientiert er sich dabei zwischen Dancefloor und Sommerhit, während er die gesamte Bandbreite der Autotune-Kunst auskostet. Mit über sechs Millionen Posts in wenigen Tagen ist auch TikTok auf Sukhas Seite.