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Arooj Aftab – Raat Ki Rani

Fünf Songs, die die Welt jetzt braucht

Stand: 19.04.2024, 16:00 Uhr

Arooj Aftab liefert softe Melancholie mit ihrem neuen Album, Elyanna feiert ihre Wiedergeburt und Nia Archives legt alle Karten auf den Tisch – das sind unsere fünf Songs der Woche!

Arooj Aftab – Raat Ki Rani

Von Sufi-Poet:innen bis hin zu ikonischen Jazz-Sänger:innen – die Einflüsse von Arooj Aftab sind so weitereichend wie ihre Musik selbst. Die Sängerin aus Pakistan, die mittlerweile in Brooklyn lebt, sticht vor allem mit beruhigender Stimme und Sounds hervor – zwischen südasiatischem Folk, Jazz und Synth-Pop. Ihr Track "Mohabbat" brachte ihr als erster pakistanischer Künstlerin einen Grammy ein. Jetzt hat sie ihre neue LP "Night Reign" angekündigt und dazu gleich eine Kostprobe veröffentlicht. Softe Melancholie mit leichten Keys und Gitarren kommt auf "Raat Ki Rani" mit der zauberhaften Stimme von Arooj zusammen – und zum ersten Mal auch mit Autotune, ohne dabei zu krass modelliert zu klingen. Beim Video, das größtenteils in Schwarz-weiß gehalten ist, hatte Arooj Aftab prominente Unterstützung: Regie führte nämlich US-Schauspielerin Tessa Thompson, die man zum Beispiel aus Filmen wie "Thor" oder "Creed" kennt.

Elyanna – Ganeni

Auch wenn Elyanna bis dato noch auf ihr Debütalbum hat warten lassen, feiert die Sängerin mit palästinensisch-chilenischen Roots mit "Woledto" eine Wiedergeburt. "Ich bin geboren" heißt der Titel übersetzt, was sie vor allem auf ihre persönliche Entwicklung bezieht: "Für mich ist das Album eine Reise zu Identität, Liebe, Wut und Feminismus. Jedes Wort, jeder Beat, jede Melodie hat eine Intention." Ihre palästinensischen und Latin Roots thematisiert sie dabei nicht nur in ihrer Musik, sondern auch in Live-Shows und Style. Auch in "Ganeni" setzt Elyanna auf Bedlah-Ästhetik, orientalische Streicher, Latin Trompeten und Pop-Referenzen à la Rihanna. Neben der Pop-Queen aus Barbados zählt aber vor allem Elyannas Großvater zu ihren größten Einflüssen, der gleichzeitig der einzige Künstler ist, der auf dem Album gefeaturt wurde.

Nia Archives – Cards On The Table

Stille kann laut sein – unter dem Motto veröffentlicht Nia Archives ihr neues Album. "Silence Is Loud" ist der Ort, an dem Jungle und Pop-Balladen zusammenkommen. An dem es um unerwiderte Liebe, die Entfremdung von der eigenen Familie oder um Einsamkeit in einem Raum voller Menschen geht. Oder wie in "Cards On The Table" um ein zufälliges Zusammentreffen mit einer Love Interest, die Nia dazu bringt, alle Karten auf den Tisch zu legen und einfach das Leben zu genießen. Seit 2021 hat sie schließlich hart gearbeitet und mit ihren EPs wie "Headz Gone West" oder "Sunrise Bang Ur Head Against Tha Wall" das UK-Genre Jungle reanimiert und schließlich in breite Pop-Sphären transportiert. Da liegt es auch nur nahe, dass Nia sich selbst als "emotional junglist" bezeichnet – und das in einem Genre, das in seiner Geschichte immer wieder vor allem von Männern dominiert war.

Lafleyne – Les yeux ne mentent jamais

2023 tauchte Lafleyne auf der Watchlist der HipHop- und R'n'B-Newcomer:innen aus Frankreich auf. Jetzt setzt sie zum neuen Projekt "Gold Digger" an und feiert damit eine Premiere auf visueller Ebene. "Les yeux ne mentent jamais" ist nämlich das erste offizielle Video von Lafleyne. Und diesen Meilenstein zelebriert die Sängerin mit madagassischen Roots mit einem bewegenden und sehr persönlichen Track: "Ich habe den Song in einer Zeit geschrieben, in der ich verstehen musste, wie sehr mir geschadet wurde. Ich habe gehasst, diesen Song zu leben, habe geliebt ihn zu schreiben und habe viel geweint, bevor ich ihn singen konnte." Im Clip zeigt sich Lafleyne mit langem Schleier auf der Bühne wie eine Art Heilige, während sie uns in ihre Sphären aus gefühlvollem Klavier und groovig-leichten Bassverläufen mitnimmt.

Becky G feat. Oscar Maydon – Mercedes

Corridos Tumbados sind in der globalen Popkultur gerade der absolute Hype. Dazu beigetragen hat neben Artists wie Peso Pluma oder Xavi auch Oscar Maydon. Fast schon naheliegend, dass sich Latin Superstar Becky G also letzteren für ihren neuen Song "Mercedes" schnappt und damit ein Latin Crossover vom Feinsten zaubert. Hier kommen die für die Corridos typischen Bläser genauso gut durch wie die Flamenco-Gitarren, auf die Becky sonst mit ihrer Latin Pop Fusion setzt. Die beiden verhandeln in dem Song ihre Liebesbeziehung und Sehnsüchte, gepaart mit Hedonismus und dem süßen Leben. Darauf setzt auch das dazugehörige Video, das ganz im Flamenco-Passion-Stil von Becky G nicht nur ziemlich hot ist, sondern auch den Popstar-Lifestyle widerspiegelt, den die beiden verkörpern.