Laschets CDU vor der Wahl: Zum Siegen verdammt

Armin Laschet spricht mit erhobener Hand

Laschets CDU vor der Wahl: Zum Siegen verdammt

Von Stefan Lauscher

Armin Laschet setzt mit seiner CDU bei der Kommunalwahl in Nordrhein-Westfalen auf Sieg. Und das muss er wohl auch. Verlieren ist keine Option. Eine Analyse.

Seit über 20 Jahren ist die CDU die stärkste Kommunalkraft in Nordrhein-Westfalen. Seit drei Jahren ist Armin Laschet Ministerpräsident im bevölkerungsreichsten Bundesland. Und die liebe Konkurrenz - vor allem die SPD - schwächelt; schon allein deshalb, weil sie in Corona-Zeiten medial kaum vorkommt.

Die CDU ist bei der Kommunalwahl also gewissermaßen zum Siegen verdammt. An Selbstbewusstsein fehlt es dem Landeschef durchaus nicht. "Mein Ziel ist es", so Laschet am Donnerstag, "dass wir mit Abstand vorne liegen und dass wir in möglichst vielen Städten auch den Oberbürgermeister oder die Oberbürgermeisterin stellen".

Hoffen auf den Aufwind

Armin Laschet und Angela Merkel stoßen ihre Ellenbogen aneinander und tragen Masken

Armin Laschet und Angela Merkel bei deren NRW-Besuch

Und klar: Am Ende geht es ja auch um ihn selbst! Im Dezember will Armin Laschet CDU-Parteichef im Bund werden. Und dann natürlich auch Kanzler. Zumindest sollte sich seine Partei bei der Kommunalwahl am Sonntag also keine allzu großen Patzer leisten - worauf die Mitbewerber um den CDU-Vorsitz vielleicht sogar insgeheim spekulieren. Status quo halten würde schon reichen. Und wenn die CDU sogar noch ein paar Prozentpünktchen zulegen oder mit der Eroberung einer SPD-Hochburg einen schönen Achtungserfolg landen könnte, gäbe das Laschets Ambitionen ohne Zweifel nochmal kräftig Aufwind.

Die Chancen dafür, dass das alles gelingt, stehen nicht schlecht. In zehn von 21 NRW-Großstädten regiert schon jetzt ein CDU - oder zumindest eine von der CDU mit getragene Oberbürgermeisterin. Auf dem Land liegt sie ohnehin weit vorne. Und schon bei der letzten Kommunalwahl räumte die Union kräftig ab, erkämpfte mit Essen und Oberhausen gleich zwei bis dahin tiefrote SPD-Städte; dazu noch die prestigeträchtige Bundestadt Bonn.

Wo es eng wird

Thomas und Vera Geisel stehen und winken vor dem Düsseldorfer Rathaus

Oberbürgermeister Thomas Geisel (SPD) und Ehefrau Vera Geisel

Jetzt hat die CDU besonders die Landeshauptstadt Düsseldorf fest im Blick. Nach Umfragen könnte es ein Kopf-an-Kopf-Rennen zwischen Amtsinhaber Thomas Geisel von der SPD und dem aus Köln geholten CDU-Kandidaten Stephan Keller geben. Ausgang offen. Genauso wie in Wuppertal, wo CDU und Grüne mit einem gemeinsamen OB-Kandidaten, dem früheren Chef des Wuppertal-Instituts, Professor Schneidewind antreten.

Nicht ganz so schön aus CDU-Sicht dagegen: In Aachen könnte erstmals eine grüne Kandidatin den noch amtierenden CDU-Oberbürgermeister ablösen. Ausgerechnet in Laschets Heimatstadt. Oder wäre das am Ende sogar ein Signal? Eine schwarz/grüne Bundesregierung unter einem Kanzler Armin Laschet wäre ja durchaus vorstellbar; unter einem Kanzler Friedrich Merz wohl kaum.

Das Wahl-Orakel

Insgesamt stehen die Chancen für die CDU bei der Kommunalwahl jedenfalls nicht schlecht. Damals, vor sechs Jahren, nach der erfolgreichen Kommunalwahl 2014, sprach Laschet vollmundig von einem "Test" für die Landtagswahl in NRW. Und er behielt recht damit. Vielleicht wird eine erfolgreiche Kommunalwahl 2020 ja auch zum Sprungbrett für einen künftigen Bundeskanzler Armin Laschet.

Stand: 11.09.2020, 14:06

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