Da macht es bumm: Drummer im Rock

Da macht es bumm: Drummer im Rock

Von Ingo Neumayer

Drummer werden oft unterschätzt und bekommen selten die Ehre, die ihnen gebührt. Dabei ist der Beat das Fundament jedes guten Rocksongs, wie Keith Moon, John Bonham & Co. bewiesen haben.

Rolling Stones beim Konzert in Altamont 1969.

Er sitzt meist im Hintergrund und ist hinter den Trommeln und Becken oft gar nicht zu erkennen: der Drummer. Dennoch kommt keine Rockband ohne ihren Taktgeber aus. Mancher von ihnen wird gar zur Legende. Wie zum Beispiel der Musiker, dessen Arbeitsplatz hier zu sehen ist. Erkennen Sie ihn?

Er sitzt meist im Hintergrund und ist hinter den Trommeln und Becken oft gar nicht zu erkennen: der Drummer. Dennoch kommt keine Rockband ohne ihren Taktgeber aus. Mancher von ihnen wird gar zur Legende. Wie zum Beispiel der Musiker, dessen Arbeitsplatz hier zu sehen ist. Erkennen Sie ihn?

Richtig: Es ist Charlie Watts, das Urgestein der Rolling Stones. Stoisch und unbeirrt gibt er dort seit 55 Jahren den Takt vor. Seine Kollegen mögen vorne an der Bühne herumtoben und sich verausgaben: Watts hält mit seinem reduzierten Spiel den Laden zusammen.

Auch Ringo Starr von den Beatles fällt in die Kategorie "unauffällig". Sein Schlagzeugspiel glänzt nicht mit komplizierten Schnörkeln und waghalsigen Breaks. Ringos musikalische Rolle in der Band ist stattdessen eher mit Sauerstoff zu vergleichen: Man merkt erst, wie wichtig er ist, wenn er fehlt.

Ganz anders dagegen Keith Moon von The Who: Der exaltierte Lebemann gab auch auf der Bühne stets Vollgas und schaffte es nicht selten, sogar Pete Townshends Gitarren-Windmühlen in den Schatten zu stellen. Hart, präzise, wuchtig: "Moon the Loon" ("Moon der Irre") legte die Grundlage für das moderne Rock-Drumming.

Und nicht nur das: Auch das "Tier" aus der "Muppet Show" wurde nach Moons Vorbild konzipiert. Ein irrer Drummer eben, der zu rätselhaftem und destruktivem Verhalten neigt.

Auch John Bonham von Led Zeppelin fiel in diese Kategorie: Er trommelte so hart, wie er feierte, und legte auf der Bühne gerne mal 20-minütige Schlagzeugsoli hin. Genau wie Keith Moon starb auch "Bonzo" viel zu früh an einer Überdosis: bei Moon waren es Tabletten, bei Bonham Wodka.

Ebenfalls in die Kategorie "manisch" fiel Cream-Drummer Ginger Baker. Zusammen mit Jack Bruce und Eric Clapton bildete er eine der erste Supergroups des Rock, und es sprach für Bakers Selbstverständnis, dass er sich und sein Instrument gleichberechtigt neben "Gitarrengott" Clapton positionierte. Und womit? Mit Recht! Auch heute noch gilt Baker als einer der besten Rockdrummer der Geschichte.

Ian Gillan, Ritchie Blackmore, Jon Lord, Roger Glover und Ian Paice: Hardrock-Fans können die prägendste Besetzung von Deep Purple im Schlaf herunterbeten. Jeder von ihnen war eine Koryphäe an seinem Instrument, aber Paice hat nicht nur wegen seines formidablen Schlagzeugspiels eine besondere Stellung: Er ist das einzige Deep Purple-Mitglied, das ohne Unterbrechung seit der Gründung dabei ist.

Bill Bruford tummelte sich in vielen musikalischen Gefilden. Unter anderem trommelte er bei Yes, King Crimson, Genesis und Pavlov's Dog. Er gilt als einer der wichtigsten Drummer im Progressive Rock, konnte aber auch Jazzfans für sich begeistern.

Auch Neil Peart von der kanadischen Progrock-Band Rush wird regelmäßig ganz oben in der Schlagzeuger-Ruhmeshalle platziert. Legendär ist sein Schlagzeugsolo beim Song "YYZ", der auf einem Morsecode basiert.

Als Schlagzeuger muss man übrigens nicht immer am hinteren Bühnenrand bleiben. Bestes Beispiel dafür ist Phil Collins, der bis Mitte der 70er bei Genesis für den Takt sorgte, während Sänger Peter Gabriel vorne die Show machte.

Denn nach Gabriels Ausstieg übernahm Drummer Collins das Gesangsmikro – und läutete so die erfolgreichste Phase der Band ein.

Klar: Drummer Roger Taylor ist nicht der erste, der einem einfällt, wenn man von Queen spricht. Dabei hat er einige große Hits für die Band komponiert: So stammen "Radio Ga Ga", "A Kind Of Magic", "Breakthru" oder "These Are The Days Of Our Lives" aus seiner Feder, und auch an "Under Pressure" hatte er einen nicht geringen Anteil.

Stewart Copeland wuchs im Nahen Osten auf und hatte daher schon früh ein Herz für ungewöhnliche Sounds und Rhythmen. Das kam ihm später bei The Police zugute, wo er Punk, Reggae, Jazz und New Wave kombinierte und auch in scheinbar simplen Pophits immer wieder rhythmische Kapriolen einbaute. Später hatte er Erfolg als Fimkomponist ("Wall Street"); auch zu Opern und Balletten steuerte er die Musik bei.

Jeff Beck, Frank Zappa, Duran Duran, Robbie Robertson, Herbie Hancock, Richard Marx: Die Liste der Musiker, mit denen Terry Bozzio zusammengearbeitet hat, ist lang. Auch durch sein Instrument selbst wurde er bekannt: Bozzio spielt eines der größten Schlagzeuge der Welt.

Stand: 07.09.2018, 19:38 Uhr