Duisburg-Wehofen

Hel Haparta: Katholische Kirche St. Juliana

Stand: 27.01.2014, 12:23 Uhr

Wie eine Rakete schießt der Turm von St. Juliana in den Himmel. Die Eingangsfront gleicht dem Bug eines Ozeandampfers, das geschwungene Dach einem riesigen Zelt. Sandsteinfarbene Keramikplatten bedecken die Betonfassade wie ein Mosaik.

Sicht auf die Katholische Kirche St. Juliana in Duisburg-Wehofen

Avantgarde der Nachkriegszeit

Die Kirche steht mitten in der Bergmannssiedlung Wehofen im Duisburger Norden. Zwischen 1963 und 1965 hat der Düsseldorfer Architekt Hel Haparta sie erbaut. Er war bekannt für seine innovativen Fabrikgebäude, Bürohäuser und Privatvillen. St. Juliana war sein erster Sakralbau. Er verdankt seine außergewöhnliche dynamische Form einer technischen Neuerung der 1960er-Jahre: dem Spannbeton. Sechs Pfeiler tragen die elastische Dachkonstruktion, die den Bergarbeiterfamilien Geborgenheit unter dem Zelt Gottes verheißt.

Glasfenster in St. Juliana mit einem Hahn

Der Hahn ist ein Symbol für Umkehr und Reue.

Die Ausstattung konzipierte Hel Haparta mit Künstlern aus dem Ruhrgebiet. Den Altarraum entwarf die Dortmunder Bildhauerin Liesel Bellmann. Die horizontalen und vertikalen Lichtbänder zieren Glasmalereien, die Symbole des Glaubens darstellen: Ringe für das Sakrament der Ehe, Brot und Kelch für das Heilige Abendmahl, der Hahn, der zur Umkehr und Buße aufruft.

Mit der katholischen Kirche St. Juliana hat Hel Haparta ein herausragendes Beispiel für die architektonische Avantgarde der Nachkriegszeit geschaffen.

Autorin: Martina Müller