Star Wars: Was macht eigentlich die Macht?

Star Wars: Was macht eigentlich die Macht?

Von Ingo Neumayer

Der neue "Star Wars"-Film startet am 14. Dezember und wird tagelang die Gespräche in Kneipe und Kantine beherrschen. Doch um mitreden zu können, muss man gar nicht alle Teile gesehen haben. Unsere Bildergalerie reicht da völlig.

Filmszene "Star Wars"

Mit dem kleinen Knirps da vorne fängt alles an: Der heißt Anakin Skywalker, lebt auf dem Wüstenplaneten Tattooine und kann ziemlich gut seinen Pod steuern – eine Art interstellare Seifenkiste. Dabei hilft ihm die übersinnliche Fähigkeit der Macht, was wiederum das Aufsehen der Jedi-Ritter Obi Wan Kenobi (re.) und Qui Gon Jinn (Mi.) erregt.

Mit dem kleinen Knirps da vorne fängt alles an: Der heißt Anakin Skywalker, lebt auf dem Wüstenplaneten Tattooine und kann ziemlich gut seinen Pod steuern – eine Art interstellare Seifenkiste. Dabei hilft ihm die übersinnliche Fähigkeit der Macht, was wiederum das Aufsehen der Jedi-Ritter Obi Wan Kenobi (re.) und Qui Gon Jinn (Mi.) erregt.

Anakin soll zum Jedi ausgebildet werden und so helfen, die dunkle Seite der Macht zu besiegen. Er lässt sich einen seltsamen Zopf wachsen und verliebt sich in Padmé Amidala, die Königin der Naboo. Damit fängt der ganze Schlamassel an ...

Denn dank der Macht kann Anakin in die Zukunft blicken. Doch die verheißt dummerweise kein sorgenfreies Leben am endlosen Sandstrand mit Robotern, die einen Tag und Nacht bedienen. Stattdessen, so Anakins Vision, stirbt Padmé im Wochenbett nach der Geburt ihrer Kinder.

Logisch, dass Anakin das verhindern will. Und noch logischer, dass sich ihm dafür als einziger Weg der Wechsel zur dunklen Seite der Macht aufdrängt. Nach einem unfreiwilligen Lava-Bad entscheidet er sich für eine neue, eher dunkel gehaltene Garderobe. Zudem legt er sich einen neuen Künstlernamen zu: Darth Vader. Dieser ist meist schlecht gelaunt, was nicht sonderlich überrascht. Denn Padmé stirbt trotzdem. Der Übertritt auf die dunkle Seite hätte also gar nicht sein müssen ...

Genausowenig wie die Versuche der Star-Wars-Macher, mit albernen Nebenfiguren Kinderherzen zu erobern. Der trottelige Jar-Jar Binks (re.), ein Gungan aus Naboo, zieht sich in "Die dunkle Bedrohung" durch seine übertriebene Tollpatschigkeit und seine debilen Formulierungen ("Ihr michse schon wieder gerettet!") den Unmut vieler Kinobesucher zu. Wo ist ein Lavafluss, wenn man ihn mal braucht?

Auch Yoda ("Ins Exil gehen ich werde müssen") lebt zwar mit der Grammatik auf Kriegsfuß. Allerdings ist er 900 Jahre alt, kann virtuos mit einem Lichtschwert umgehen und hat als Jedi-Meister diverse Schüler gelehrt, von der Macht Gebrauch zu machen. Das macht einiges wieder wett.

Viel Ärger mit dem Alten: Im Grunde ist "Star Wars" nichts anderes als eine Familiengeschichte, in der sich die Kinder Luke (li.) und Leia (Mi.) mit ihrem nervigen Vater rumschlagen müssen, der null Verständnis für seinen Nachwuchs hat. Nur dass dieser Darth Vader heißt und statt Fernsehverbot und Hausarrest etwas drastischere Erziehungsmethoden wählt: Er sprengt gerne mal ganze Planeten in die Luft.

Nein, der nette Mann links hat nicht vergessen, vor der lichtjahrelangen Weltraumreise seinen Rasierer einzupacken. Chewbacca sieht immer so aus. Der gutmütige Wookie ist der beste Freund von Han Solo (re.) und kommuniziert ausschließlich über Grunzlaute.

Das Ende von "Rückkehr der Jedi-Ritter" ist eigentlich perfekt: Darth Vader ist besiegt, der Todesstern vernichtet. Und auch Han Solo und Prinzessin Leia beenden endlich ihre Spielereien und Frotzeleien und machen Ernst: eine Umarmung für die Ewigkeit ...

... oder zumindest für die nächsten 30 Jahre. Denn mit Episode Sieben geht der ganze Spaß wieder von vorne los.

Wenn auch mit vertauschten Rollen: Statt mit ihrem Vater haben es Leia und Han nun mit ihrem missratenen Sohn Ben zu tun. Der ist genau wie sein Opa eher Fan der dunklen Seite der Macht, trägt ebenfalls gerne schwarz und legt sich auch einen Künstlernamen zu: Kylo Ren.

Auch wenn der neueste Star-Wars-Film, der am Donnerstag (14.12.2017) in die Kinos kommt, "The Last Jedi" heißt: Der letzte Film der Saga ist das noch lange nicht. Denn die Macht, die das Weltraum-Märchen auf das Interesse der Zuschauer hat, ist größer als die von Yoda, Darth, Luke und Kylo zusammen.

Stand: 07.12.2017, 11:55 Uhr