Nominiert für den Grimme Online Award

Nominierung für WDR History App

Nominiert für den Grimme Online Award

Die bereits mehrfach ausgezeichnete WDR History App wurde für den Grimme Online Award nominiert: 75 Jahre nach Kriegsende erzählt die App die Geschichte des Nationalsozialismus und des Zweiten Weltkriegs in einer völlig neuen Form.

Für das Projekt wurden weltweit Zeitzeug*innen digitalisiert und ihre Geschichten visuell eindringlich aufbereitet. Insbesondere Schüler*innen und Lehrer*innen können sie nun mit Handys oder Tablets wie Hologramme im Unterricht erleben.

Rund 360.000 Downloads hat die kostenlose App "WDR AR 1933 - 1945" bereits erreicht. Die innovative und berührende Erzählung überzeugte auch die Nominierungs-Kommission für den Grimme Online Award 2020.

Der Leitgedanke hinter der App: Bald wird es keine Zeitzeug*innen mehr geben, die uns von ihren Erfahrungen aus dem Zweiten Weltkrieg berichten können. In einer Zeit, in der der Glaube an Europa als historisches Friedensprojekt verblasst, wo wir über neuen Nationalismus streiten, ist das ein großer Verlust.

Anne im Klassenzimmer

Anne Priller-Rauschenberg als "Augmented Reality"-Zeitzeugin im Klassenzimmer.

Ziel des Projektes ist es, dem entgegen zu wirken und insbesondere Schüler*innen auch zukünftig ein möglichst persönliches Erleben der Zeitzeug*innen zu ermöglichen. Eine der Zeitzeuginnen, die Kölnerin Anne Priller-Rauschenberg:

„Ich habe mit neun Zeitzeug*innen angefangen, in die Schulen zu gehen, und bin allein übrig geblieben“, erzählt Anne Priller-Rauschenberg: „Meine Geschichte, die darf nicht verloren gehen. Ich sag den Kindern immer: Seid wachsam, das darf nie wieder passieren!“

WDR AR 1933-1945 ist ein innovatives Digitalprojekt des WDR, das in Zusammenarbeit mit der "Hochschule Düsseldorf" und dem Studio für visual effects "LAVAlabs" entstand.

Das Projekt steht im iOS-Store und im Google Play Store bereit und kann kostenlos heruntergeladen werden. Die Nutzung ist barrierefrei und auch für Nutzer*innen konzipiert, die noch keine Kenntnisse im Bereich "Augmented Reality" haben. Dabei erzählt die App WDR AR 1933-1945 in mehreren Teilen aus der Zeit des Nationalsozialismus. Das aktuelle Kapitel erzählt in unbekannter Deutlichkeit davon, wie junge Soldaten den Zweiten Weltkrieg erlebt haben.

Die Geschichte: Mit 18 an die Front

Jürgen Tegethoff

Zeitzeuge Jürgen Tegethoff

Die letzten noch lebenden Wehrmachtssoldaten erzählen ihre Geschichte. Jürgen Tegethoff ist gerade einmal 18 Jahre alt, als er Panzerkommandant wird. Als Leutnant ist er für 24 Soldaten verantwortlich und muss folgenreiche Entscheidungen treffen.

Willi Plätz ist ebenfalls 18, als er gegen seinen Willen eingezogen wird. In der Ardennen-Offensive rennt er um sein Leben. Wie ist es, als junger Mensch in den Krieg zu ziehen und Teil eines mörderischen Regimes zu sein?

Das zweite Kapitel: Meine Freundin Anne Frank

Tagebuch der Anne Frank mit Bild von ihr auf der linken Seite

Das Tagebuch der Anne Frank

Jacqueline und Hannah waren Anne Franks beste Freundinnen. Heute sprechen sie für die, die es nicht mehr können. Sie möchten so erinnern und wachrütteln. In der holografisch wirkenden Erzählung erfahren Nutzer*innen ganz nah den Wert von Freundschaft und was es bedeutet, von einer ganzen Gesellschaft ausgeschlossen und bedroht zu werden - bis heute eine wichtige Erfahrung.

Das erste Kapitel: Kriegskinder

Vera Grigg mit Flugzeugen im Wohnzimmer

Vera Grigg

Von Köln ausgehend beleuchten wir das bisher erst wenig beachtete Schicksal der Kinder im Zweiten Weltkrieg.

Wie haben Kinder den Zweiten Weltkrieg erlebt, welche Erinnerungen haben sich eingebrannt? Das von deutschen Brandbomben zerstörte London: Im Vordergrund erzählt Vera, im Hintergrund verändert sich der Raum, die Skyline des zerstörten London wird sichtbar.

Die Kälte und der harte Winter in Leningrad: Stärker und stärker beginnen Schneeflocken zu fallen, während Emma ihre Geschichte erzählt.

Und wenn Anne vom Bombenalarm in Köln erzählt, verwandelt sich der Hintergrund des Raumes in einen engen, überfüllten Bunker.

Emma Barashkova mit einer Schneelandschaft im Hintergrund

Mithilfe der neuen "Augmented Reality"-Technik macht WDR AR 1933-1945 erfahrbar und spürbar, was die Zeitzeug*innen im Zweiten Weltkrieg erlebt haben. Ihre Kriegserfahrungen prägen die nachfolgenden Generationen bis heute. Indem die App die Zeitzeug*innen als echte Hologramme in den persönlichen Raum der Nutzer*innen bringt, ermöglicht sie ein sehr nahes, authentisches Erleben der Menschen. Gleichzeitig sorgt die "Augmented Reality"-Technik dafür, dass sich der sichtbare Raum entlang der Geschichte verändert, dass sich erzählter Raum und echter Raum, dass sich "Damals" und "Heute" eindringlich vermischen.

Verantwortlich ist die WDR-Redaktion "Doku&Digital".

An der Umsetzung sind die Hochschule Düsseldorf, der Fachbereich Medien "Mixed Reality und Visualisierung" und LAVAlabs, das Studio für Visual Effects, beteiligt.

Stand: 29.03.2019, 11:28

Meine Freundin Anne Frank

Kriegskinder - Children of war