Meine Kindheit ... auf dem Lande

Kinder auf einem Zaun mit den Köpfen nach unten

Meine Kindheit ... auf dem Lande

"Meine Kindheit ... auf dem Lande" ist eine Zeitreise zurück in die bunte Welt zwischen Höfen, Feldern und Bächen, in ein weites Land, das allein der Phantasie der Kinder gehörte. Da wurde ausgiebig gespielt, oft auch gearbeitet, und manchmal brach die Realität mit Macht in die kindliche Idylle ein. So während der düsteren Tagen des Zweiten Weltkrieges, als Dorfkinder aus der Ferne das Donnergrollen des Krieges hörten. Andere wiederum flohen aus der Stadt, um auf dem Land Zuflucht zu finden.

sw-Foto: Ein Junge und ein Mädchen stehen an einem Zaun, im Hintergrund sind Kühe

Zuflucht auf dem Land: Ferdinand Keuter wurde von seinen Eltern ins Sauerland geschickt.

Ferdinand Keuter verbrachte viele Jahre seiner Kindheit weit weg von seinen Eltern. Das rheinische Eschweiler war kein sicherer Ort in den Kriegstagen. Die Eltern schickten den Jungen zur Großmutter nach Wennigloh im Sauerland. Die Zeit in dieser überschaubaren Welt ließ ihn nie wieder los: "Die Kindheit in Wennigloh war die schönste Zeit meines Lebens."

Die Jugend auf dem Land

Eine Frau blickt traurig in eine verschneite Tagebaulandschaft

Schwierig: Inge Broska erinnert sich an Ihre Jugend und erste Liebe auf dem Dorf.

Für viele Jugendliche war das Leben auf dem Land nicht so einfach. Jeder pubertäre Ausbruch wurde vom ganzen Dorf neugierig begleitet, und die erste Liebe blieb nie geheim. Inge Broska passte höllisch auf, dass niemand das kleine Glück ihrer ersten Romanze bemerkte. Mit ihrem Freund schlich sie heimlich durch die Dorfgassen.

Das Dorf der Kindheit

Das kindliche Leben war auf dem Land aber auch von Arbeit geprägt. Geld war immer knapp und die kleine Inge schuftete auf den Feldern rund um Otzenrath, um sich etwas Taschengeld für die alljährliche Kirmes zu verdienen. Mit 14 Jahren wagte sie es zum ersten Mal auszubrechen. Mit dem Fahrrad fuhr sie in den Ferien bis nach Hamburg und lernte als "Landei" auf der Reeperbahn eine ganz andere Welt kennen. Das Dorf ihrer Kindheit hat sie nie ganz verlassen.Erst als die Braunkohlebagger kamen und ihr geliebtes Dorf aus der Landschaft rissen, musste Inge Broska gehen.

Magische Orte

"Meine Kindheit ... auf dem Lande" erzählt auch von dem unaufhaltsamen Wandel der Dörfer und Höfe. Waren es früher Bauern und ihre zahlreichen Helfer, die Felder bestellten und die Ernte einbrachten, sind es heute riesige Maschinen, die die Arbeit verrichten.

Eine ältere Frau schaut lachend in die Kamera

Annabel Gräfin von Arnim: Erinnerungen an das Leben auf dem elterlichen Gutshof am Niederrhein.

Davon war allerdings noch nichts zu spüren, als Annabel Gräfin von Arnim auf dem Rücken eines Pferdes über Wiesen und Äcker jagte, im Sommer mit Spielkameraden im Hofteich badete und oft selbst mit anpacken musste auf dem elterlichen Thelenhof am Niederrhein. Noch heute lebt sie auf dem Gutshof bei Uedem. Viel hat sich seit ihrer Kindheit geändert, aber die Erinnerungen sind geblieben.

Die Dokumentation erzählt von Menschen, für die das Dorf, der Hof oder die Dorfstraße noch heute magische Orte sind, manchmal weit entfernt und doch ganz nah. Der Film zeigt Menschen, die tief mit dem Landleben verwurzelt sind, aber auch solche, die als Erwachsene in der Stadt ein neues Leben gefunden haben.

Ein Film von Achim Scheunert
Redaktion: Adrian Lehnigk

Stand: 03.04.2019, 14:25