Drei Fakten, die man zum Totensonntag wissen muss

Ein Kreuz auf einem Friedhof in Hannover

Drei Fakten, die man zum Totensonntag wissen muss

Von Matthias Goergens

So düster, wie der November, sind seine Feiertage. Nach Allerheiligen und Volkstrauertag bildet der Totensonntag (20.11.2016) den Abschluss. Warum "feiert" man ihn, aber getanzt werden darf nicht? Wir erklären es hier.

1. Totensonntag zum Andenken an die Verstorbenen

Eigentlich wollten die evangelischen Christen nach der Reformation kein spezielles Totengedenken wie am katholischen Allerseelen-Tag. Doch erst wurde der letzte Sonntag des Kirchenjahres als "Tag des jüngsten Gerichts" dafür geschaffen, dann ordnete Preußen-König Friedrich Wilhelm III. im Jahr 1816 ein Gedenken sogar an - zunächst anlässlich der Freiheitskriege gegen Napoleon.

Schnell wurde der Totensonntag zum allgemeinen Feiertag, an dem in Gottesdiensten der Verstorbenen gedacht und und um das Kommen Christi und des Reiches Gottes gebetet wird. Er wird auch Ewigkeitssonntag genannt, als Trost der Angst vor dem Tod. Die katholische Kirche feiert an dem Sonntag das Hochfest Christkönig als Erinnerung an die Macht und die Herrlichkeit Jesu Christi.

2. Leicht zu merken - immer am letzten Sonntag vor dem Advent

Im christlichen Kalender markiert der Totensonntag den letzten Sonntag im Kirchenjahr. Und das ist immer der letzte Sonntag vor dem ersten Advent. Mit dem beginnt für die westlichen Kirchen das Kirchenjahr, sozusagen ein Neuanfang. Der Totensonntag wird öfter verwechselt mit dem Volkstrauertag, der als nicht-religiöser Feiertag immer eine Woche zuvor an die Kriegstoten und Opfer der Gewaltherrschaft erinnert.

3. Stille geht vor - Tanz und Musik verboten

Der Totensonntag gehört zu den so genannten stillen Feiertagen. Je nach Bundesland darf es laut Gesetz zwischen bestimmten Uhrzeiten keine Märkte, Sport- und Tanzveranstaltungen sowie "musikalische und sonstige unterhaltende Darbietungen in Gaststätten" geben. In NRW gilt das Tanzverbot am Totensonntag wie an Allerheiligen (1. November) von 5 bis 18 Uhr. Weniger streng ist die Regel am Volkstrauertag, am strengsten am Karfreitag (ganztags).

Stand: 20.11.2016, 14:00