Vorfreude auf Katholikentag

Bischof Felix Genn begrüßt beim Katholikentag Besucher aus Tschechien

Vorfreude auf Katholikentag

Bischof Felix Genn hat die Katholiken dazu eingeladen, sich in Münster zu treffen. In einem Interview mit dem WDR spricht er davon, worauf er sich am meisten beim Katholikentag freut.

WDR: Warum war Ihnen wichtig, den Katholikentag nach Münster einzuladen?

Bischof Felix Genn: Das ist nicht meine alleinige Entscheidung gewesen. Ich bin von vielen Gremien gebeten worden. Nach 88 Jahren wäre es doch nochmal Zeit, Münster als Austragungsort für den Katholikentag zu empfehlen.

WDR: Worauf freuen Sie sich persönlich am meisten?

Genn: Auf die Begegnungen mit den Menschen. Das hat schon begonnen im Vorfeld des Katholikentages. Wenn man durch die Stadt geht, begegnet man vielen frohen Gesichtern und Menschen und das wird sich potenzieren.

WDR: Halten Sie dann auch mal bei dem einen oder anderen an…

Genn: Natürlich, gerne! Manche kenne ich. Da muss ich immer die Festplatte hochfahren: Ist das jetzt Münster, ist das Essen, ist das die katholische Weltkirche oder sonst was oder mein Heimatbistum Trier?

WDR: Was verbinden Sie mit dem Leitwort: "Suche Frieden"?

Genn: Sehr, sehr viel. Nachdem also Herr Trump uns eine Entscheidung präsentiert hat, umso mehr. Ich würde mir auch wünschen, dass vom Katholikentag eine politische Botschaft ausgeht. Aber Frieden ist natürlich auch eine Wirklichkeit, die die Herzen der Menschen berührt. Wie komme ich mit meiner Biographie zurecht, wenn ich da unversöhnt bin? Wie ist das in meinem unmittelbaren Umkreis, Familien- Freundeskreis, wie ist das in unseren Gemeinden? Also das Thema ist weit gefächert.

WDR: Die katholische Kirche muss einen starken Priestermangel hinnehmen. Konsequenz sind immer größere Kirchengemeinden. Wie können Katholiken heute noch in ihrer Gemeinde direkt und miteinander Kirche leben und erleben?

Genn: Das können sie Tag aus Tag ein in unseren Gemeinden erfahren. Ein Beispiel: Die großartige Flüchtlingsarbeit der letzten Jahre ist so eine Erfahrung gewesen von Kirche im Dienst an Menschen, die in besonderer Weise in Not sind. Dann gibt es viele Gebetsgruppen, viele Menschen, die sich bemühen ,gerade den Blick für die Älteren, Kranken deutlich zu machen und sie zu besuchen. Es ist also ein weit gefächertes Angebot. Was fehlt, ist der regelmäßige, kontinuierliche Sonntagsbesuch der Messe.

WDR: Wie wollen Sie das schaffen?

Genn: Haben Sie ein Rezept?.Nein? Ich auch nicht, einfach anziehend wirken.

WDR: Was erhoffen sie sich von der Veranstaltung in Münster? Was sind die wichtigsten Impulse?

Genn: Sehr viel, also einmal die politische Botschaft. Deswegen haben wir ja auch sehr viel Wert darauf gelegt, dass Politiker kommen, denken Sie an den Bundespräsidenten, die Bundeskanzlerin, an den Präsidenten von Kolumbien, immerhin ein Friedensnobelpreisträger. Aber dann auch für unsere Gemeinden: Es ist unglaublich, was sich während der Vorbereitungen in unseren Gemeinden im Blick auf Frieden getan hat. Also, da gibt es so viele Kreativität, und wenn die sich jetzt zusammenbündeln und hier hinkommen, dann bestärkt das die einzelnen Gemeinden gegenseitig.

Das Interview führte Antje Kley.

Stand: 09.05.2018, 12:00