Entsetzen in Duisburg

Kerzen und ein Schild mit "Warum?" vor der Pizzeria Da Bruno

Ermittlungen laufen auf Hochtouren

Entsetzen in Duisburg

Von Robert Franz

Der sechsfache Mord schockt die Menschen in Duisburg. Während Polizisten die Spuren der Tat sichern, kommen in der Mittagspause viele Büroangestellte zum Tatort. Im italienischen Restaurant nebenan haben viele von ihnen schon gegessen.

Am Mittwochmittag (15.08.2007) sind viele der Mitarbeiter aus den umliegenden Büros auf dem Weg zur Pause. Der Tatort ist nur wenige Schritte entfernt. Auch das Büro von Birgit Kind liegt in Sichtweite, ein Stockwerk höher als das Restaurant, dessen Inhaber unter den Opfern sein soll. "Wir haben mittags öfter hier gegessen." Der Mord vor ihrem Büro hat die Mitarbeiterin einer Bank geschockt. So wenig wie die Kollegen hat sie sich eine solche Tat in Duisburg vorstellen können.

Eine ruhige Gegend

Aus den Nachrichten hat Giovanni Lattarulo von dem Mord erfahren. Sein Restaurant liegt am anderen Ende des Häuserblocks. Doch seinen Geschäftskollegen kennt er nur flüchtig. "Wir haben uns selten gesprochen, vielleicht ein paar Mal beim Großhändler." Eigentlich sei der Stadtteil eine ruhige Gegend, schildert Lattarulo das Leben hier. "Man muss keine Angst haben, wenn man saubere Geschäfte macht", meint der Italiener, der seit vielen Jahren als Gastronom in Duisburg arbeitet.

Brutalität macht betroffen

Hinter den Absperrungen der Polizei beobachten Anwohner das Geschehen. Die Brutalität, mit der die Morde verübt wurden, hat sie betroffen gemacht. "So etwas hat es hier noch nicht gegeben", sagt ein älterer Mann. Gerüchte über einen Zusammenhang mit der Mafia machen unter den Schaulustigen die Runde. Keiner der Anwohner aus der nächsten Umgebung hat etwas von der Tat mitbekommen.

Unter den Blicken der Fotografen

Den ganzen Morgen haben Reporter und Fotografen die Spurensicherung der Polizei beobachtet. Auch den Abtransport des weißen Kleintransporters. Deutlich sind die Einschusslöcher in der Fahrertür zu sehen, die Scheiben sind zersplittert. Auch das zweite Fahrzeug weist Einschüsse auf. Zur weiteren Spurensicherung werden die beiden Wagen ins Polizeipräsidium gebracht. Nun sucht ein Spürhund in der Einfahrt nach Projektilen, die in der Nacht vielleicht übersehen wurden.

Spurensuche im Müll

Überall im Umkreis des Tatorts hinter dem Duisburger Hauptbahnhof sind Polizisten auf Spurensuche. Abgestellte Autos werden in Augenschein genommen, der Inhalt von Mülltonnen wird ausgekippt und durchwühlt. Vor allem das italienische Restaurant direkt neben dem Tatort nährt die Spekulationen und Fragen der Reporter vor Ort. Fragen nach einem möglichen Zusammenhang zwischen dem Inhaber des Lokals und dem sechsfachen Mord werden von der Polizei aber nicht beantwortet.

Hoffnung auf Überwachungsbilder

Der Tatort selbst liegt zwischen zwei Bürogebäuden. "Zur Zeit können wir nicht sagen, ob hier in der Nacht ein Wachmann vor Ort war", sagt Egbert Dörnemann, Sprecher der Polizei. Die Hoffnung der Ermittler richtet sich auf die Überwachungskameras der beiden angrenzenden Gebäude. "Es könnte sein, dass der Tatort in ihrem Blickfeld lag." Mögliche Ergebnisse sollen am Mittag im Polizeipräsidium wenige hundert Meter vom Tatort entfernt präsentiert werden.

Stand: 15.08.2007, 13:37