Die mutmaßlichen NSU-Taten in NRW

Die mutmaßlichen NSU-Taten in NRW

Am 4. November 2011 enttarnte sich der "Nationalsozialistische Untergrund" (NSU) selbst. Die sogenannte Zwickauer Terrorzelle soll jahrelang unerkannt gebombt und gemordet haben - drei Mal in NRW.

Polizei- und Feuerwehrbeamte räumen den Tatort

Im Januar 2001 wird in der Kölner Innenstadt eine 19-Jährige Deutsch-Iranerin bei einem Bombenanschlag auf das Lebensmittelgeschäft ihrer Eltern schwer verletzt. Die Täter können nicht ermittelt werden. Erst die Auswertung einer im November 2011 verschickten Bekenner-DVD legt nahe, dass der NSU für die Tat verantwortlich ist.

Im Januar 2001 wird in der Kölner Innenstadt eine 19-Jährige Deutsch-Iranerin bei einem Bombenanschlag auf das Lebensmittelgeschäft ihrer Eltern schwer verletzt. Die Täter können nicht ermittelt werden. Erst die Auswertung einer im November 2011 verschickten Bekenner-DVD legt nahe, dass der NSU für die Tat verantwortlich ist.

Im Juni 2004 werden bei einem Nagelbombenanschlag in Köln-Mülheim 22 Menschen verletzt, vier von ihnen schwer. Die meisten Opfer stammen aus der Türkei.

Die Wucht der Explosion habe rund 800 Nägel in einem Umkreis von bis zu 100 Metern verteilt, heißt es damals in einem Polizeibericht. Mehr als 30 Fensterscheiben zersplittern, 15 Autos werden teilweise schwer beschädigt.

Die auf einem Damenfahrrad befestigte Bombe war vor einem Friseursalon in der Keupstraße platziert worden. Dort betreiben etliche türkische Kleinunternehmer Geschäfte und Restaurants. Die Ermittler vermuten zunächst einen kriminellen Hintergrund der Tat und prüfen erfolglos Verbindungen der Opfer ins Schutzgelderpresser-, Rotlicht- und Drogen-Milieu. Auch einer möglichen politischen Auseinandersetzung zwischen Ausländern wird nachgegangen.

Mit Bildern einer Überwachungskamera wird nach zwei tatverdächtigen Männern gefahndet, die mit Fahrrädern unterwegs waren. Dass es sich dabei vermutlich um die Neonazis Uwe Böhnhardt und Uwe Mundlos handelte, stellt sich erst heraus, als der NSU sich im November 2011 selbst enttarnt. Die Ermittler haben bis dahin keine Erklärung dafür, wer hinter der Tat steckt.

Im April 2006 wird in Dortmund ein Kioskbesitzer mit Kopfschüssen ermordet. Er ist Deutscher und stammt aus dem Süden der Türkei. Eine Zeugin beobachtet zur Tatzeit zwei Männer in der Nähe des Kiosks, die sich auffällig verhalten. Einer von ihnen hat ein Fahrrad dabei.

Die Untersuchung der Kugeln belegt: Der Kioskbesitzer ist das achte Opfer einer bundesweiten Mordserie. Er wurde mit derselben Waffe getötet, wie zuvor die anderen Männer ausländerischer Herkunft - mit einer tschechischen Pistole der Marke "Ceska".

Am Tatort werden außer einer Patronenhülse und den abgefeuerten Kugeln keine weiteren Spuren gefunden. Die Dortmunder Polizei arbeitet der Sonderkommission "Bosporus" zu, die allerdings die Täter fälschlicherweise in Nürnberg vermutet. Die Ermittlungen bleiben ergebnislos. Nach dem Auffliegen des NSU im November 2011 wird die Tatwaffe in den Trümmern der ausgebrannten Zwickauer Wohnung des Neonazi-Trios gefunden.

Stand: 03.11.2012, 14:52 Uhr