Ein Loch in der Baustellenwand

Mit Grundwasser gefülltes Becken an der Einsturzstelle des Kölner Stadtarchivs

Wasseraustritt am Kölner Stadtarchiv

Ein Loch in der Baustellenwand

Von Oliver Köhler

In der Nacht auf Freitag (07.11.2014) sind an der Einsturzstelle des Historischen Archivs plötzlich große Mengen Grundwasser abgeflossen. Zigtausende Liter strömten in die benachbarte U-Bahn-Röhre. Die Feuerwehr pumpte in einem Großeinsatz Wasser ab, entdeckte schließlich ein Loch und verschloss es.

Taucher der Kölner Feuerwehr haben am späten Freitagnachmittag (07.11.2014) ein Loch in der Wand der U-Bahnbaustelle entdeckt. Das Loch ist die Ursache dafür, dass über mehrere Stunden hunderte Kubikmeter Wasser aus der Besichtigungsgrube am Waidmarkt in das U-Bahnbauwerk gelaufen sind. Laut Kölner Feuerwehr war das Loch zehn Zentimeter breit und 50 Zentimeter hoch. Noch ungeklärt ist, wie es entstanden ist. Taucher hätten am Freitagabend das Loch mit Sandsäcken und einer Abdichtungsfolie verschließen können. Am Samstag (08.11.2014) betonte die Feuerwehr, dass das Leck nur provisorisch mit Tonpellets abgedeckt werden konnte. Ab Montag (10.11.2014) soll eine dauerhafte Abdichtung angegangen werden.

Taucher verschliessen das Loch

In der Nacht zu Freitag hatten die automatischen Überwachungseinrichtungen der Baugrube am Waidmarkt Alarm geschlagen. Sie meldeten der Bauleitung, dass das Wasser innerhalb des so genannten Besichtigungsbauwerks deutlich sinkt. Die Feuerwehr rückte mit mehreren Tanklöschfahrzeugen an.

Großeinsatz der Feuerwehr an der Einsturzstelle des Kölner Stadtarchivs

In das U-Bahn-Bauwerk dringt Grundwasser ein

Es wurde schnell deutlich, dass mehr Wasser aus der Grube in den U-Bahn-Tunnel geflossen war als sonst üblich. Das Überwachungssystem der Baustelle und der Feuerwehr hatte gezeigt, dass das Wasser ausschließlich in den Tunnel geflossen und somit eine Gefährdung des Bauwerks sowie anderer Bereiche ausgeschlossen war.

Großeinsatz der Feuerwehr an der Einsturzstelle des Kölner Stadtarchivs

Der Wasserstand muss ständig über Leitungen nachgefüllt werden

In Absprache mit den Fachleuten der Baufirmen, der Kölner Verkehrs-Betriebe, der Staatsanwaltschaft und dem Sachverständigen des Landgerichtes wurde zusätzliches Wasser über Leitungen der Feuerwehr ins Besichtigungsbauwerk gepumpt, bis der erforderliche Wasserstand wieder hergestellt war. Im Einsatz waren neben den Tanklöschfahrzeugen der Berufsfeuerwehren auch die Löschgruppen Brück und Flittard der Freiwilligen Feuerwehr.

Nachdem die Feuerwehr mit Hilfe ihrer Tanklöschfahrzeuge den Wasserstand in der Besichtigungsgrube wieder auf den vorgesehenen Stand gebracht hatte, wurden zusätzliche Leitungen installiert, um den Wasserstand stabil halten zu können.

Undichte Stelle in 27 Metern Tiefe vermutet

Großeinsatz der Feuerwehr an der Einsturzstelle des Kölner Stadtarchivs

Einsturzstelle des Kölner Stadtarchivs

Die Besichtigungsgrube liegt direkt an der Wand des U-Bahnbauwerks am Kölner Waidmarkt. Gutachter wollen durch diesen Schacht klären, ob es in der Wand des U-Bahnbauwerks ein Loch gibt - dies könnte die Ursache des Einsturzes des Kölner Stadtarchivs (03.03.2009) sein. Die Experten sind überrascht, dass die Baustellenwand an dieser heute wieder verschlossenen Stelle undicht war. Bisher waren die Gutachter davon ausgegangen, dass die Wand bei etwa 27 Metern unter der Erdoberfläche einen Schaden haben könnte. Das jetzt gefundene Loch liegt aber nur 20 Meter tief.

Um das U-Bahnbauwerk nicht in Gefahr zu bringen, muss die Untersuchungsgrube immer mit Grundwasser gefüllt sein. Das Grundwasser sogt für Druck auf die Baustellenwand. Ohne ausreichend Gegendruck könnte die Wand Risse bekommen oder im schlimmsten Fall sogar brechen.

Stand: 08.11.2014, 16:54

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