Handy am Steuer: Tödliche Gefahr

Handy am Steuer: Tödliche Gefahr

Vielfach unterschätzt wird die Gefahr, die von der Handynutzung am Steuer ausgeht. Das drohende Bußgeld schreckt scheinbar nicht genug ab.

Wer kennt das nicht? Nur mal kurz das Telefon aus der Tasche vom Beifahrersitz gekramt oder das Fahrtziel ins Navi eingegeben, während der Fahrt natürlich. Heutzutage scheint es notwendig, immer und überall erreichbar zu sein. Egal ob man gerade in der Stadt oder auf der Autobahn unterwegs ist. Für viele Autofahrer ist das Fahren mit dem Handy am Ohr oder in der Hand mittlerweile Gewohnheit. Dabei handeln sie grob fahrlässig, ohne sich der Folgen überhaupt bewusst zu sein. Denn Unaufmerksamkeit und Ablenkung am Steuer sind häufig Ursache für Verkehrsunfälle.

Hand am Handy ist verboten

Doch nicht nur Telefonieren und Nachrichten schreiben sind während der Fahrt tabu. Die Uhrzeit ablesen, das Ladekabel einstecken oder einen Anruf ablehnen sind ebenfalls untersagt. Bereits der Griff zum Handy ist strafbar, lediglich ein kurzer Blick ist erlaubt, vergleichbar mit einem kurzem Blick auf den Tacho. Und die Nutzung ist auch nur dann erlaubt, wenn das Fahrzeug steht und der Motor ausgeschaltet ist.

So weit reicht Ihr "Blindflug" bei Ablenkung am Steuer

Schon wenige Sekunden Ablenkung beim Steuern eines Autos können gefährlich werden. Der ADAC hat typische Situationen zusammengestellt und errechnet, über welche Strecken Sie dabei "blind" fahren würden.

Grafik: Wieviel Meter Blindflug, Basisrechnung

Die Basisrechnung des ADAC bezieht sich auf das abgelenkte Steuern eines Autos über eine Sekunde hinweg.

Die Basisrechnung des ADAC bezieht sich auf das abgelenkte Steuern eines Autos über eine Sekunde hinweg.

Mal eben nach der Brille suchen übersetzt der Autoverband mit drei Sekunden "Blindflug": bei Tempo 40 würde er über 33,3 Meter verlaufen.

Eine Steigerung um nur eine Sekunde - wir sind nun bei vier Sekunden Ablenkung - ergeben bei Tempo 40 ein "blindes" Steuern über 44,4 Meter hinweg - im Stadtverkehr eine beachtliche Strecke mit vielen möglichen Unfallquellen.

Und schließlich das Handy als Ablenkungsgrund: bei angenommenen sieben Sekunden fahren Sie mit Tempo 40 knapp 80 Meter blind, auf der Autobahn sind es sogar gut 252 Meter.

Hier noch einmal alle Beispiele auf einen Blick.

Nach § 23 Absatz 1a der Straßenverkehrsordnung ist die Nutzung sämtlicher Funktionen von Smartphones und anderen technischen Geräten verboten, wenn diese aufgenommen und in der Hand gehalten werden. Der Fahrer soll schließlich beide Hände am Steuer haben. Wer sich im Auto nicht daran hält, muss seit Oktober 2017 für das Telefonieren oder das Tippen einer SMS am Steuer mit mindestens 100 Euro und einem Punkt in Flensburg rechnen. Bei Sachbeschädigung sind sogar 200 Euro, zwei Punkte sowie ein Monat Fahrverbot fällig. Das gilt übrigens auch für Radfahrer: auf dem Rad mit dem Handy zu hantieren kann 55 Euro teuer werden. Im Straßenverkehr sollten ausnahmslos alle Verkehrsteilnehmer, egal ob Autofahrer, Radfahrer oder Fußgänger aufmerksam unterwegs sein.

Smartphone am Steuer kann tödlich sein

Während der Fahrt am Handy rumspielen, kann tödlich sein. Und zwar für alle Verkehrsteilnehmer. Experten schätzen, dass Ablenkung bei etwa jedem dritten Unfall und jedem zehnten Verkehrsunfall mit Verletzten die Unfallursache ist. Dabei ist die Dunkelziffer entsprechend hoch, weil die meisten Verstöße gar nicht erst auffallen. Hinzu kommt, dass Ablenkung (u.a. durch mobile Endgeräte) als Unfallursache bislang noch gar nicht explizit erfasst wird - in der Unfallstatistik taucht der Punkt nämlich noch nicht auf. Nur in Ausnahmefällen, wie bei schweren Unfällen ohne erkennbare Ursache oder nach Hinweisen, werden Handys überhaupt ausgewertet.

Stand: 20.09.2018, 12:00

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