Acht Protagonisten. Acht Porträts von Vielfalt im WDR.

Acht Protagonisten. Acht Porträts von Vielfalt im WDR.

Sie heißen Barennie, Ewagelos, Till oder Hatice. Alexandra, Srdjan, Gualtiero oder Mustafa. Sie arbeiten für den WDR im Sinfonieorchester, als Kameramann, Journalist oder Mediengestalterin. Und sie sind Protagonisten der gelebten Vielfalt im WDR, die gleichzeitig Ziel und Selbstverständnis des Senders ist.

Barennie Moon

Barennie Moon (38) ist im WDR Sinfonieorchester Stimmführerin der Zweiten Geige. Kulturelle Vielfalt ist für sie tägliche Praxis: Im Orchester spielen Musiker aus rund 20 Nationen.

"Ich glaube dass die Musik Nationalitäten zusammenbringt. Wie beim Fußball. Bei Bayern München müssen auch viele Leute aus unterschiedlichen Ländern zusammen spielen. Genau wie bei der Musik. Wenn wir zusammen spielen, müssen wir zusammenhalten – sonst gibt’s nur Chaos."

Barennie Moon (38) ist im WDR Sinfonieorchester Stimmführerin der Zweiten Geige. Kulturelle Vielfalt ist für sie tägliche Praxis: Im Orchester spielen Musiker aus rund 20 Nationen.

"Ich glaube dass die Musik Nationalitäten zusammenbringt. Wie beim Fußball. Bei Bayern München müssen auch viele Leute aus unterschiedlichen Ländern zusammen spielen. Genau wie bei der Musik. Wenn wir zusammen spielen, müssen wir zusammenhalten – sonst gibt’s nur Chaos."

Ewagelos Bourgoutzis (61) ist seit 35 Jahren beim WDR. Kulturelle Vielfalt war für ihn nie ein Problem. Der Kameramann kam als Kleinkind mit seinen Eltern aus Griechenland nach Köln.

"Als ich 1955 nach Deutschland kam, gab es kaum Kindergartenplätze. Und dann lernt man als Kind auf der Straße erst mal Kölsch – und dann erst Hochdeutsch."

Srdjan Govedarica (33) ist Referent der WDR-Hörfunkdirektion . Kulturelle Vielfalt hat ihn sein Leben lang begleitet: Seine Geburtsstadt Sarajevo galt immer schon als "melting pot".

"Die aktuellen Volontäre wollen über vieles gar nicht diskutieren, weil es für sie inzwischen normal ist. Da wächst eine ganz neue Generation heran. Und das gefällt mir eigentlich ganz gut: Vielfalt ist Realität in diesem Land. Das kann man ja auch mal einfach so stehen lassen."

Till Nassif (41) ist seit 2004 das Gesicht von cosmo tv. Außerdem moderiert er beim ARD Morgenma­gazin. Er findet: "Ausländer bin ich erst durch die Integrationsdebatte geworden."

"Vielfalt ist wahrscheinlich erst dann selbstverständlich geworden, wenn ein dunkelhäutiger Moderator ganz normal die Tagesthemen moderiert, aber sich am nächsten Tag die Zuschauer alle nur über seine schreckliche Krawatte unterhalten."

Alexandra Wagner (21) macht seit September 2012 beim WDR ihre Ausbildung zur Mediengestalterin. Sie wurde in Sankt Petersburg geboren und kam erst mit vier Jahren 1996 nach Deutschland.

"Ich fühle mich hier beheimatet, weil mich die Sprache an Deutschland bindet. Ich fühle mich in Russland verwurzelt, aber gleichzeitig hier nicht fremd."

Hatice Tuncay (47) ist seit 2002 beim WDR. Die Informatikerin arbeitet in der Abteilung IT-Services. Für die gebürtige Kurdin ist kulturelle Vielfalt selbstverständlicher Teil ihrer Lebensgeschichte.

"Der WDR war die erste Rundfunkanstalt, die mir hier in Deutschland auch ein Stück Heimat vermittelt hat. Köln Radyosu – das war magisch, jeden Abend. Wie bei den Deutschen die Tagesschau."

Mustafa Benali (36) arbeitet in der Redaktion Bildung in Dortmund. Der Redakteur hat marokkanische Wurzeln, betrachtet sich aber als "Kind des Ruhrpotts". Vielfalt ist für ihn längst gelebte Wirklichkeit.

"Integration beinhaltet für mich, dass jemand erst mal nicht dazugehört. Mir fehlt bei dem Thema die Selbstverständlichkeit, die ich in meinem Alltag längst erlebe."

Dr. Gualtiero Zambonini wurde am 15. Mai 2003 zum Beauftragten für Integration und kulturelle Vielfalt des WDR berufen und war bis September 2016 im Amt. Er ist überzeugt: Vielfalt ist Stärke.

"Der Begriff Integration ist seit langem sehr negativ behaftet und geht einher mit der Erwartung: Hier ist ein Problem, dort ist ein Defizit, hier müssen wir was tun - für Zielgruppen, für Minderheiten. Mein größtes Problem war es, diese Belastung auszuhalten, um dann begreiflich zu machen, dass in diesem Thema ein riesiges Potenzial steckt. Für das Programm, für die Personalentwicklung und für die Publikumserweiterung."

Stand: 22.07.2014, 12:11 Uhr