WDR-Koproduktion "ONE CHILD NATION" gewinnt beim Sundance Film Festival

"ONE CHILD NATION" hat den Hauptpreis beim Sundance Film Festival erhalten

WDR-Koproduktion "ONE CHILD NATION" gewinnt beim Sundance Film Festival

Der Dokumentarfilm "ONE CHILD NATION" hat den Hauptpreis beim Sundance Film Festival erhalten. Christiane Hinz und Jutta Krug betreuten den Film redaktionell.

Der Dokumentarfilm "ONE CHILD NATION" von Nanfu Wang und Jialing Zhang erhielt den Hauptpreis beim Sundance Film Festival (Grand Jury Prize). Das Sundance Film Festival in Park City, Utah (24.1.-3.2.2019) gilt als wichtigste Plattform für unabhängige Produktionen in Nordamerika und wurde 1981 von Robert Redford gegründet. Das Festival war in diesem Jahr stark von Regisseurinnen geprägt. Fünf der Hauptpreise gingen an Frauen, einer an einen Filmemacher.

ONE CHILD NATION beschäftigt sich mit der Ein-Kind-Politik in China, die von 1979 bis 2015 mit unerbittlicher Härte durchgesetzt wurde. Massive Staatspropaganda und die Androhung harter Sanktionen und Strafen haben das chinesische Volk 35 Jahre lang in Angst und Schrecken leben lassen. Die von der Regierung gesteuerte strikte Familienplanung hat einen Männerüberschuss, eine Überalterung der Gesellschaft und einen Menschenhandel in bisher ungeahnten Ausmaßen hervorgerufen.

Die beiden heute in den USA lebenden Regisseurinnen Nanfu Wang und JialingZhang kehrten für ihren Film nach China zurück, um die nachhaltigen und verheerenden Folgen der Ein-Kind-Politik aufzuarbeiten. Sie sprachen mit Hebammen, Dorfvorstehern und Journalisten und erzählen unglaubliche Geschichten über Zwangsabtreibungen bis spät in die Schwangerschaft, Sterilisation, aus Verzweiflung ausgesetzte Kleinkinder und staatlich geförderte Entführungen. Die Regisseurin Nanfu Wang, seit zwei Jahren selbst Mutter, entdeckt in ihrer eigenen Familie, welche ungeheuren Entscheidungen getroffen werden mussten, um die harten Strafen des Staates zu umgehen.

Weltweit wurde die Ein-Kind-Politik als selbstverständlicher Teil der Geschichte und Kultur Chinas angesehen. Mit neuen Informationen über Zehntausende von verlassenen und entführten Kindern (fast alle von ihnen sind Mädchen) bricht der Film das jahrzehntelange Schweigen über die kontinuierlichen Menschenrechtsverletzungen - eine nationale Tragödie und ein Trauma, das unzählige Leben geprägt und zerstört hat.

Die Presse hatte den Film bei der Weltpremiere am Samstag, den 26.1. in Park City, Utah, sehr positiv aufgenommen:

The Hollywood Reporter 26.1.2019
"Hoch informativ und gleichzeitig mit großem persönlichem Anteil und klarsichtigem Mitgefühl ist dieser Film eine gewaltige Anklage eines traumatisierenden sozialen Experiments, das umso mehr schockiert durch den Erfolg der Propagandamaschinerie, die die Menschen bis zum heutigen Tag an die Notwendigkeit (der Ein-Kind-Politik) glauben lässt."

Indie Wire, 31.1.2019
"Mit einem ganz persönlichen Blick untersucht Nanfu Wang die Auswirkungen der Propaganda auf kaputt gegangene Familien über mehrere Generationen. (…) Es ist eine brillante Kombination kultureller Berichterstattung und zwischenmenschlicher Aufarbeitung."

Der Film ist eine WDR-Koproduktion mit Next Generation Production, ITVS, Motto Pictures, Pumpernickel Films in Zusammenarbeit mit ARTE und BBC, SVT, DR, VG-TV, EO.  (Redaktion: Christiane Hinz / Jutta Krug)

Stand: 04.02.2019, 15:50