Klassik-Event mit Signalwirkung

Beethoven-Sinfonien aus neun europäischen Städten

Klassik-Event mit Signalwirkung

Von Jörg Sädler

  • Mit Beethoven auf eine musikalische Europareise
  • Konzerte aus neun europäischen Städten
  • Beethoven-Sinfonien in chronologischer Reihenfolge

Klassikfans können sich am 6. Juni mit Beethoven auf eine musikalische Europareise begeben. Zehn Stunden lang überträgt der WDR in Kooperation mit ARTE und acht weiteren öffentlich-rechtlichen Sendeanstalten aus ganz Europa die Sinfonien des großen Meisters.

Gesendet wird aus Bonn, Dublin, Helsinki, Luxemburg, Prag, Lugano, Delphi, Straßburg und Wien. Sieben Konzerte sind dabei live zu erleben, zwei als Aufzeichnung. "Wir hatten ein Beethoven-Jahr in dem die Livemusik absurderweise verstummt ist. Die neun Sinfonien jetzt in ganz Europa aufzuführen, hat eine ungeheure Signalwirkung. Für mich ist es der Startschuss für die Rückkehr der Livemusik durch die Musik Beethovens. Das ist ein wichtiges Zeichen. Ich finde das fantastisch", sagt WDR 3 Programmchef Matthias Kremin.

Live aus dem Arkadenhof des kurfürstlichen Schlosses in Bonn

Den Auftakt macht am 6. Juni der WDR. Unter der Leitung des britischen Dirigenten Daniel Harding spielt das Mahler Chamber Orchestra Beethovens erste Sinfonie in C-Dur und die dritte Fassung der Leonoren-Ouvertüre. Gesendet wird live aus dem Arkadenhof des kurfürstlichen Schlosses in Bonn, also dem Ort, an dem 1791 Beethovens musikalische Laufbahn zunächst als Organist und später als Bratschist der Hofkapelle seinen Anfang nahm. "Beethoven wurde in Bonn geboren. Insofern war es auch eine ganz natürlich gegebene Motivation, dass der WDR mit dabei sein musste", so der für die Sendung verantwortliche WDR-Redakteur Martin Bürkl. Zu hören ist das Konzert am Sonntag zwischen 13.04 Uhr und 15.00 Uhr auch im Radio bei WDR 3. Durch die Sendung führt der Geiger Daniel Hope, der auch Präsident des Beethovenhauses ist.

Sinfonien in chronologischer Reihenfolge

Zwischen 12.45 Uhr und 22.30 Uhr werden die neun Sinfonien in chronologischer Reihenfolge an pittoresken Stätten erklingen und europaweit per Radio, TV und Internet zu sehen und zu hören sein. So bringt das Schweizer Kammerorchester die sechste Sinfonie am Ufer des Luganer Sees zur Aufführung. Und aus dem antiken Theater von Delphi in Griechenland wird man Teodor Currentzis und sein Ensemble musicAeterna mit der siebten Sinfonie hören können. Zum Finale geht es dann nach Wien, der Stadt in der Beethoven 35 Jahre lebte und 1827 auch starb. In einer Liveübertragung aus dem Schloss Belvedere spielen die Wiener Symphoniker unter Leitung der amerikanischen Dirigentin Karina Canellakis Beethovens neunte Sinfonie, deren vierter Satz mit der Vertonung von Schillers "Ode an die Freude" auch die offizielle Hymne des Europarates ist.

Filme begleiten Musikprogramm

Abgerundet wird das Musikprogramm durch kurze reportagige Filme, in denen sich die teilnehmenden Städte vorstellen. Live-Dolmetscher werden den Event begleiten und simultan in sechs Sprachen übersetzen. Zur WDR-Übertragung live aus Bonn begrüßt ARTE-Moderatorin Andrea Fies die Zuschauer*innen. Durch den gesamten Tag führt die ARTE-Zentrale in Strasbourg mit Annette Gerlach und Christian Merlin. Neben dem hohen Organisationsaufwand vor Ort verlangt ein Medienereignis dieser Größenordnung natürlich auch eine ausgeklügelte Logistik, die den reibungslosen Ablauf der technisch aufwendigen Konferenzschaltungen garantiert. "Das ist schon ein ziemlich komplexer Aufwand. Vielleicht vergleichbar mit den Schaltkonferenzen bei Olympischen Spielen oder einer Fußball-WM. Nur endlich mal für die klassische Musik und für alle neun Beethoven-Sinfonien. Ich kann mich nicht erinnern, wann es zum letzten Mal eine zehnstündige Livesendung gab, mit Schalten aus so vielen Ländern", sagt Bürkl.

Konzerte unter Berücksichtung der Hygienekonzepte

Bei den Aufführungen vor Ort, von denen die meisten auch mit Publikum stattfinden, werden natürlich auch die Corona-Schutzverordnungen der jeweiligen Länder berücksichtigt und strikte Anwendung finden. So auch bei der WDR 3-Produktion in Bonn. "Wir haben ein hartes Hygiene-Konzept. Dies haben sich der Krisenstab des WDR und das Gesundheitsamt der Stadt Bonn genau angeguckt und haben es dann abgesegnet", so Bürkl. "Mit Beethoven durch Europa: 9 Symphonien, 9 Städte" ist nicht nur ein einzigartiger Klassik-Event, sondern setzt durch die Kraft von Beethovens Musik auch europaweit ein positives Signal der Hoffnung und Gemeinschaft.

Die Sendungen im Überblick:

ARTE und WDR3.de, Sonntag, 6. Juni 2021, 12.45 Uhr bis 22.30 Uhr:
"Mit Beethoven durch Europa: 9 Symphonien, 9 Städte"

WDR 3, Sonntag, 6. Juni 2021, 13.04 Uhr bis 15.00 Uhr: WDR 3 Persönlich mit Daniel Hope: Beethoven – Raritäten und Bekanntes mit der Live-Übertragung aus Bonn

Das Programm:

Bonn - 13.00 Uhr - Symphonie Nr. 1
Mahler Chamber Orchestra, Leitung Daniel Harding

Dublin - 14.00 Uhr - Symphonie Nr. 2
RTÉ National Symphony Orchestra, Leitung Jaime Martín

Helsinki - 15.00 Uhr - Symphonie Nr. 3
Finnish Radio Symphony Orchestra, Leitung Nicholas Conlon

Luxemburg - 16.00 Uhr - Symphonie Nr. 4
Orchestre Philharmonique de Luxembourg, Leitung Gustavo Gimeno

Prag - 17.00 Uhr - Symphonie Nr. 5
Czech National Symphony Orchestra, Leitung Steven Mercurio

Lugano - 18.00 Uhr - Symphonie Nr. 6
Schweizer Kammerorchester, Leitung Diego Fasolis

Delphi - 19.00 Uhr -  Symphonie Nr. 7
musicAeterna, Leitung Teodor Currentzis, Choreographie Sascha Waltz

Straßburg - 20.15 Uhr - Symphonie Nr. 8
Orchestre Philharmonique de Strasbourg mit Charlotte Juillard, Leitung Marko Letonja

Wien - 21.00 Uhr - Symphonie Nr. 9
Wiener Symphoniker mit Camilla Nylund, Piotr Beczala und Ryan Speedo Green, Leitung Karina Canellakis

Stand: 01.06.2021, 14:24