WDR print im Juni: Neues bei den Nachrichten

WDR print im Juni: Neues bei den Nachrichten

Von Sascha Woltersdorf

Bei WDR 2, WDR 3, WDR 4 und WDR 5 präsentiert in der Woche tagsüber nun ein Team aus "Anchor" und Sprecher die neuesten Infos. Das neue Format stärkt durch die Dialogform auch die journalisti­sche Qualität der Radionachrichten.

Die neuen Nachrichten bieten "Aktualität, die bewegt; mehr Formenvielfalt und Nachrichten, über die man spricht", sagt Klaus Bochenek, Leiter der Programmgruppe Nachrichten. Die Radionachrichten im WDR räumen zum Juni ihre Sendung um, aber es bleibt bei der verlässlichen, knappen Information über aktuelle Themen - allerdings mit neuer Präsentation und noch mehr journalistischer Vielfalt, so Bochenek weiter. Künftig bringen tagsüber ein Nachrichten-Anchor und ein Sprecher gemeinsam die HörerInnen von WDR 2, WDR 3, WDR 4 und WDR 5 stündlich auf den Stand der Dinge.

Die wichtigsten Themen präsentiert der Anchor ausführlicher - mit Einordnung und Hintergründen. Der Dialog mit Korres­pondentInnen und ReporterInnen ist gefragt - im Wortsinn: Was ist passiert, warum ist eine Nachricht wichtig? Das Ziel: Auch komplexe Themen sollen verständlich auf den Punkt gebracht werden. Unterstützt wird der Anchor von einer Kollegin oder einem Kollegen, der weitere Meldungen in einer Übersicht zusammenfasst.

"Bereits die Sendungsstruktur soll signalisieren: Wir bringen Orientierung ins Auf und Ab der Tagesaktualität", sagt Klaus Bochenek. Angesichts der wachsenden Medienkonkurrenz sollen die Stärken des Radios ausgebaut werden. Der Nachrichten-Chef: "Das Fernsehen hat die Bilder - wir haben authentische O-Töne von Zeitzeugen aktueller Ereignisse oder Politi­kern, die ein Thema auf den Punkt bringen."

Deshalb sei angestrebt, künftig mit einem aktuellen O-Ton-Zitat direkt am Anfang der Sendung in das Aufmacherthema einzufüh­ren und das Publikum noch intensiver für das Top-Ereignis zu interessieren. "Damit bringen wir unsere journalistischen PS besser auf die Straße und bieten einen Mehrwert gegenüber den Print- und Online-Medien", so Bochenek. "Wir wollen nicht einfach nur Meldungen hintereinander wegtröpfeln lassen, sondern Orientierung und Analyse bieten. Eine Navigationshilfe sein für alles, was wichtig ist in Nordrhein-Westfalen, Deutschland und der Welt."

Markenzeichen: "WDR aktuell"

Die Macher der Radionachrichten wollen dazu beitragen, dass der WDR insgesamt seine führende Rolle als Informationsanbieter in NRW auf allen Verbreitungswegen - ob im Hörfunk, im Fernsehen oder auf internetbasierten Plattformen – festigt und weiter ausbaut. Deshalb werden die Radionachrichten künftig unter dem Markenzeichen "WDR aktuell" ihren Teil dazu leisten, das Publikum schnell und zuverlässig zu informieren.

Die Wellen bekommen die "WDR aktuell"-Nachrichten morgens in einer für sie jeweils angepassten Version: Für WDR 2 und WDR 4 gibt es spezielle Klangelemente, WDR 3 und WDR 5 verzichten darauf. Klaus Bochenek: "Der Sound ist unterschiedlich – die inhaltliche Qualität ist gleich." Für WDR 3 und WDR 5 stammt die Schlussmeldung vorzugsweise aus dem Bereich Kultur, bei WDR 2 schließt eine Meldung aus NRW ab. Von zehn Uhr an gibt es stündlich eine gemeinsame Sendung für alle vier Wellen. Als ausführlicheren Überblick über das aktuelle Geschehen senden zudem WDR 3, 4 und 5 seit Januar um zwölf Uhr das zehnminütige Nachrichtenformat "Der Tag um zwölf", auf WDR 3 und WDR 4 läuft zusätzlich um 18.00 Uhr "Der Tag um sechs".

Sorgfältig und verlässlich

Alle Nachrichtensendungen entstehen weiterhin im 292 qm großen Newsroom des WDR, zu dem auch zwei Sendestudios gehören. Eine Ausnahme gibt es: Im 1LIVE-Haus produziert ein Journalisten-Team wie bisher die Nachrichten für die junge WDR-Welle. Aber auch hier gibt es eine Neuerung: Ab Juli wird das Team der "1LIVE-Infos" werktags zusätzlich die Nachrichten für Funkhaus Europa produzieren, und zwar in einer speziell für die weltoffene Welle zugeschnittenen Version.

Mit der neuen Struktur sorgen die Radionachrichten für einen Überblick im täglichen "Wust aus Informationsschnipseln", sagt Bochenek. "Die Schnelligkeit des Radios allein macht uns nicht mehr unverwechselbar. Wir liefern deshalb aktuelle Nachrichten, die mit der journalistischen Kompetenz des WDR sorgfältig ausgewählt, aufbereitet und inhaltlich verlässlich den Hörern präsentiert werden." Die Information, die zum "Kerngeschäft" und zur "journalistischen DNA" des WDR gehört, soll Bochenek zufolge in einem nächsten Schritt auch in einer Form angeboten werden, die über Soziale Netzwerke verbreitet werden kann - natürlich in der vom Sender gewohnten journalistischen Qualität.

Der Beitrag erscheint in der Juni-Ausgabe des WDR-Magazins print.

Stand: 27.05.2016, 09:42