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Lembke, Thoelke & Co.: Die goldene TV-Ära

Von Ingo Neumayer

Sendungen, die 34 Jahre lang laufen, Sprüche, die zum kollektiven Wortschatz gehören: Robert Lembke und Co. haben deutsche TV-Geschichte geschrieben. Dalli-Dalli-Moderator Hans Rosenthal wäre am 2. April 2025 100 Jahre alt geworden!

Robert Lembke

"Welches Schweinderl hätten's denn gern?" Diesen Spruch von Robert Lembke kennt man auch, ohne einmal "Was bin ich?" gesehen zu haben. Von 1955 bis 1989 moderierte Lembke das "heitere Beruferaten".

"Welches Schweinderl hätten's denn gern?" Diesen Spruch von Robert Lembke kennt man auch, ohne einmal "Was bin ich?" gesehen zu haben. Von 1955 bis 1989 moderierte Lembke das "heitere Beruferaten".

Neben Lembke gehörte auch ein festes Rateteam zu "Was bin ich?": Hans Sachs, Annette von Aretin, Guido Baumann und Marianne Koch wurden durch die Sendung fast so bekannt wie ihr Chef.

Auch Hans Rosenthal hatte einen festen Spruch im Reportoire: Höchstleistungen in seinem Quiz "Dalli Dalli" kommentierte er mit "Sie sind der Meinung: Das war ... spitze!" und einem Sprung, bei dem dann kurzzeitig das Kamerabild eingefroren wurde.

Brigitte Xander, Mady Riehl, Monika Sundermann: Auch Rosenthal konnte nicht ohne seine Assistentinnen. Die zählten für ihn Punkte, sortierten Doppelnennungen gnadenlos aus und rechneten die Gewinnsummen in Schilling um. In dieser Form lief "Dalli Dalli" von 1971 bis 1986.

Wum und Wendelin, der strenge Schiedsrichter Eberhard Gläser, Wolfgang Gruner in seiner Rolle als Taxifahrer Flitze Flink: "Der große Preis" hat TV-Geschichte geschrieben. Doch die größte Attraktion war Moderator Wim Thoelke, der von 1974 und 1992 dank der Sendung zum Inbegriff von Seriösität und Bildung wurde.

Hans-Joachim Kulenkampff konnte nicht genug kriegen vom Quiz "Einer wird gewinnen". Daher überzog er die geplante Sendezeit regelmäßig um 30 Minuten oder mehr. Kulenkampff moderierte die Sendung, bei der Kandidaten aus ganz Europa gegeneinander antraten, mit zwei Unterbrechungen von 1964 bis 1987.

"Wünsch dir was!" lief von 1969 bis 1972 und setzte neue Maßstäbe im deutschen TV: Große Stars, riskante Spiele, interaktive Elemente. So bestimmten die Zuschauer den Sieger, indem sie die Toilettenspülung zogen oder alle Lampen in der Wohnung anschalteten. Moderiert wurde die Show von Dietmar Schönherr und seiner Frau Vivi Bach.

Auch Rudi Carrell gehörte in den 70ern und 80ern zu den Fernseh-Institutionen. Er hatte gleich mit mehreren Sendungen Erfolg, darunter "Am laufenden Band", "Rudis Tagesshow", "Die verflixte 7" und "Herzblatt".

"Höher, tiefer, rechts, links": Beim "Goldenen Schuss" mussten Fernsehzuschauer einen Armbrustschützen dirigieren, der die Augen verbunden hatte. Die Sendung, die erst von Lou van Burg und dann von Vico Torriani moderiert wurde, war eine der erfolgreichsten der 60er Jahre.

Auch Peter Frankenfeld gehörte über Jahrzehnte zum festen Inventar der deutschen Wohnzimmer. Ende der 50er war er sogar bekannter als Elvis. "Vergissmeinnicht", "Viel Vergnügen", "Bitte recht freundlich" und auch seine letzte Sendung "Musik ist Trumpf", die er bis kurz vor seinem Tod moderierte, waren allesamt Quotenhits.

"Zum dritten Mal dabei: Bitte nicht wiederwählen": Nicht nur dieser Spruch von Dieter Thomas Heck sorgte dafür, dass die ZDF-Hitparade ungemein populär wurde. Hier trafen Welten aufeinander: Anfangs noch stark dem Schlager und Volkstümlichen verpflichtet, waren dort später auch NDW-Bands wie Nena, Trio oder Ideal zu sehen. Heck moderierte die Sendung von 1969 bis 1984, danach übernahmen Viktor Worms und Uwe Hübner.

"Licht aus – Womm! Spot an – Jaaa!" Ilja Richer wurde mit der "Disco", die von 1971 bis 1982 lief, zum Teeniestar. In der Sendung traten nicht nur nationale und internationale Stars auf, Richter selbst gab auch immer wieder Sketche und Parodien zum Besten.

Ja, es gab für Frank Elstner ein Leben vor "Wetten dass...?" Schon in den 70ern war er mit Sendungen wie "Spiel ohne Grenzen", "Punkt, Punkt, Komma, Strich" oder den "Montagsmalern" gern gesehener Stammgast auf den deutschen Mattscheiben.

"Plopp, das heißt Stopp!" Mit dem Backenschnalzer, der die Spielrunde beendete, wurde Michael Schanze zum Star des Kinder- und Jugendfernsehens. Von 1977 bis 1985 hieß es bei ihm "1, 2 oder 3". Eines der Highlights der Sendung: das "Kamerakind", das im Studiopublikum ausgewählt wurde, und Teile der Sendung filmen durfte.

Stand: 26.03.2025, 11:30 Uhr