Madonna: Die Queen of Pop

Madonna: Die Queen of Pop

Von Antonia Kasparek

Sie ist eine Ikone: Auch mit über 60 denkt Madonna noch lange nicht an den Ruhestand. Mit einem geschätzten Vermögen von über einer Milliarde US-Dollar ist sie die reichste Person im Musikgeschäft.

Die Queen of Pop feiert 60. Geburtstag

Madonna Louise Ciccone wurde am 16. August 1958 in Bay City (US-Bundesstaat Michigan) geboren. Sie wurde in katholischen Schulen und zeitweise in einer Klosterschule erzogen. Selbstbestätigung fand Madonna in der Schule, der Rochester Adams High School in Oakland County, Detroit, vor allem bei Theateraufführungen und im Cheerleading. Madonna war eine sehr gute Schülerin. An der High School gehörte sie zu den besten zwei Prozent mit einem IQ von 140.

Madonna Louise Ciccone wurde am 16. August 1958 in Bay City (US-Bundesstaat Michigan) geboren. Sie wurde in katholischen Schulen und zeitweise in einer Klosterschule erzogen. Selbstbestätigung fand Madonna in der Schule, der Rochester Adams High School in Oakland County, Detroit, vor allem bei Theateraufführungen und im Cheerleading. Madonna war eine sehr gute Schülerin. An der High School gehörte sie zu den besten zwei Prozent mit einem IQ von 140.

Nach der High School begann Madonna eine Tanzausbildung an der University of Michigan, brach sie jedoch ab. Stattdessen zog sie mit 30 US-Dollar im Gepäck nach New York City. Die erste Zeit hielt sie sich mit Gelegenheitsjobs über Wasser: Sie arbeitete als Kellnerin, verkaufte Donuts und machte Nacktaufnahmen (die wenige Jahre später in Millionenauflage erschienen). Nebenbei lernte sie Schlagzeug und Gitarre spielen und schrieb ihre ersten Lieder. Der damalige Disco-Sänger Patrick Hernandez ("Born to Be Aliv"e) protegierte Madonna.

Im Juli 1983 erschien Madonnas Debütalbum "Madonna", das ihr damaliger Freund und DJ Jellybean Benitez mitproduzierte. Mit der dritten Single "Holiday" schaffte sie den Durchbruch in die Top Ten der internationalen Charts. Nachdem sich das erste Album millionenfach verkauft hatte, suchte sich Madonna einen neuen Produzenten: Nile Rodgers, der schon Michael Jackson, Duran Duran und David Bowie produziert hatte. Madonnas Musik wurde nun rockiger, behielt aber ihre eingängigen Melodien.

Aus dieser Zusammenarbeit resultierte das Album "Like a Virgin". Den gleichnamigen Titelsong präsentierte Madonna in einem Hochzeitskleid bei der ersten Verleihung der MTV Video Music Awards im September 1984. US-amerikanische Elternverbände und konservative Medienwächter zeigten sich schockiert – das junge Publikum war begeistert. Von nun an wurden alle Trends von Madonnas Fans kopiert. Kruzifixe, bauchfreie Tops und Lederarmbänder waren der Anfang. Madonna begann, zu jedem Album einen neuen Look zu entwickeln – den sie sich häufig von klassischen Hollywood-Stars abschaute. Mit dem Video zu "Material Girl" kopierte sie ihr Vorbild Marilyn Monroe.

Ihre Singles führten die Charts rund um die Welt an, und ihr erster Kinofilm "Susan … verzweifelt gesucht" – mit der erfolgreichen Single "Into the Groove" – wurde ein Hit bei Kritikern und beim Publikum. Ihre Popularität wuchs immer weiter, dazu trug auch ihr Auftritt beim "Live Aid"-Konzert bei. Am 16. August 1985, ihrem 27. Geburtstag, heiratete Madonna dann den Schauspieler Sean Penn. Ihre Hochzeit wurde zu einem Medienereignis. Unter den Gästen waren unter anderem Andy Warhol, Cher und Tom Cruise.

Im Rausch des Verliebtseins widmete sie das 1986 erschienene Album "True Blue" ihrem Ehemann – dem "coolsten Mann des Universums". Lieder "Live to Tell", "Papa Don’t Preach" und "Open Your Heart" kletterten auf Platz eins der US-Single-Charts, "La Isla Bonita" wurde ihre erste Nummer eins im deutschsprachigen Raum. Das Coverfoto von Herb Ritts machte sie zu einer Ikone der 80er Jahre. Madonna ließ sich in Kleidung von Lagerfeld, Lacroix oder Chanel fotografieren und etablierte sich als Sexsymbol.

Die Ehe mit dem US-amerikanischen Schauspieler Sean Penn blieb kinderlos. Madonnas Alben und Singles verkauften sich in aller Welt millionenfach, aber ihre Filmkarriere kam nicht in Gang: Die Filme "Shanghai Surprise" (1986) und "Who’s That Girl" (1987) waren Flops. Die Ehe mit Sean Penn geriet in eine Krise und wurde 1989 geschieden.

Egal ob in Songtexten, in Musikvideos oder Bühnenshows – die katholische Kirche und religiöse Symbole prägen Madonnas Schaffen. Das Album "Like A Prayer" widmete Madonna ihrer Mutter, "die ihr das Beten beibrachte". Das Video zu "Like a Prayer" (1989) wurde vom Musiksender MTV zum bahnbrechendsten Musikvideo aller Zeiten gewählt. Darin thematisiert Madonna unter anderem Rassismus – sie tanzt vor brennenden Kreuzen, Symbolen des Ku-Klux-Klans, und küsst eine zum Leben erwachte Statue von Martin von Porres, die viele für einen "schwarzen Jesus " hielten. Pepsi stoppte daraufhin eine Werbekampagne mit ihr, und auch der Vatikan zeigte sich entrüstet.

Madonna provozierte mit ihrer Musik, ihrer Mode und in ihren Bühnenshows: Sie trug gerne Kreationen des Pariser Mode-Designers Jean Paul Gaultier. In einer Perfomance von "Like a Virgin" trug sie ein goldenes Korsett mit kegelförmigem BH, dabei simulierte sie eine Masturbation. In Kanada drohte Madonna sogar eine Haftstrafe, und in Italien rief der Vatikan zum Boykott von Madonnas Konzert in Rom auf. Ihr Live-Kuss mit Britney Spears (und Christina Aguilera) bei den MTV Awards 2003 sorgte für einen Eklat.

Gegen Madonna wurden unzählige Klageneingereicht, jedoch führten diese nie zum geforderten Auftrittsverbot des Superstars. Gleichzeitig arbeitete Madonna immer an ihrer Unabhängigkeit. Sie gründete ihre eigene Produktionsfirma Maverick, um uneingeschränkte Freiheit über ihr Schaffen zu bekommen und auch, um Nachwuchstalente zu fördern.

Mit Warren Beatty hatte Madonna 1990 im Zuge des gemeinsamen Films "Dick Tracy" eine Affäre, in dem sie als Protagonistin Breathless Mahoney zu sehen ist. Madonna steuerte mit dem Album "I’m Breathless" auch den Soundtrack des Films bei. Am Abend der Oscar-Verleihung am 25. März 1991 wurde sie von Michael Jackson begleitet und präsentierte live das Lied "Sooner Or Later". Der Song gewann schließlich den Oscar in der Kategorie "Best Original Song".

1996 wurden Madonnas jahrelange schauspielerische Bemühungen belohnt: Alan Parker verpflichtete sie für die Hauptrolle der Evita Perón im Andrew Lloyd Webber-Musical "Evita". Madonna begeisterte die Argentinier, als sie auf dem Balkon des Präsidentenpalastes in Buenos Aires "Don’t Cry for Me Argentina" vor Hunderten von Komparsen sang. "Evita" wurde zum erfolgreichsten Musical-Film der 90er Jahre. 1997 erhielt sie dafür den Golden Globe als beste Schauspielerin.

Am 14. Oktober 1996 wurde Madonnas Tochter Lourdes Maria Ciccone Leon geboren. Sie stammt aus der Beziehung Madonnas mit ihrem kubanischen Fitness-Trainer Carlos Leon. Seit ihrer Geburt sthet Lourdes in der Öffentlichkeit. Sie studiert an der University of Michigan Musik, Tanz und Theater. Auch in Sachen Big Business steht sie ihrer Mutter in nichts nach, gemeinsam launchten die beiden 2010 die Beauty- und Modelinie "Material Girl", Lourdes war zu dem Zeitpunkt 13 Jahre alt. 2015 feierte sie ihr Debüt als Model, als Gesicht von Stella McCartney.

Im September 1998 lernte Madonna dann bei einem Abendessen bei ihrem Musiker-Freund Sting in London den britischen Regisseur Guy Ritchie kennen und lieben. Von 2000 bis 2008 war sie mit ihm verheiratet. Aus dieser Ehe stammt ihr zweites leibliches Kind Rocco John Ciccone Ritchie, der am 11. August 2000 zur Welt kam.

2006 bemühte sich Madonna um die Adoption des 15 Monate alten David Banda Mwale aus Malawi, die im Mai 2008 rechtskräftig wurde. Die Entscheidung zugunsten Madonnas Adoption spaltete die öffentlichen Meinungen. Im Juni 2009 adoptierte sie das ebenfalls aus Malawi stammende vierjährige Halbwaisenmädchen Mercy James. Im Februar 2017 verkündete sie via Instagram die Adoption der malawischen Zwillingsmädchen Esther und Stella.

Im September 2003 erschien Madonnas erstes Kinderbuch "Die Englischen Rosen". Die New York Times notierte das Buch auf Platz eins der meistverkauften Bücher – und auch die vier folgenden waren so erfolgreich, dass Madonna Fortsetzungen und ein umfangreiches Merchandising produzieren ließ. Ihre gesamten Gewinne aus dem Projekt spendete Madonna an Kinderhilfsorganisationen.

Madonna gilt als erste Frau im Musikbusiness, die jeden Schritt ihrer Karriere kontrollierte und stets volle Verantwortung für ihr Image in der Öffentlichkeit trug. 2008 wurde sie in die Rock and Roll Hall of Fame aufgenommen. Gemeinsam mit Michael Jackson und Prince gehört Madonna zu den drei wichtigsten Vertretern der modernen Popmusik.

Angesichts ihres großen kulturellen Einflusses gehört Madonna laut "Time"-Magazin zu den 25 mächtigsten Frauen des vergangenen Jahrhunderts. Ihre Hits machten sie zu einer globalen Pop-Ikone, die bis heute Generationen prägte. Und damit dürfte noch nicht Schluss sein. Madonna sieht nicht nur faltenfrei aus, sie benimmt sich auch nicht, wie man es vielleicht von einer Über-60-Jährigen erwarten würde. Auf Instagram macht sie mit provokanten Posen auf sich aufmerksam. Darf man sich überhaupt in diesem Alter noch so zur Schau stellen? Danach hat Madonna noch nie gefragt und inspiriert mit dieser Einstellung auch weiterhin ihre Fans, die sie seit 40 Jahren begleiten.

Stand: 26.01.2021, 14:16 Uhr