30. August 2010 - Vor 10 Jahren: Sportjournalist Adolf "Addi" Furler stirbt in Köln

Stichtag

30. August 2010 - Vor 10 Jahren: Sportjournalist Adolf "Addi" Furler stirbt in Köln

"Sachlich, kompetent, ohne Schnickschnack", beschreibt Sportjournalist Adolf "Addi" Furler seinen Arbeitsstil. So präsentiert er auch 34 Jahre lang immer wieder die ARD-"Sportschau" - für ihn "die seriöse Tagesschau des Sports". Er gehört 1961 neben Ernst Huberty, Günther Siefarth und Karl Senne zu den Gründungsmoderatoren der ältesten Sportsendung des deutschsprachigen Fernsehens. 1995 verabschiedet sich Furler mit der Moderation der 5.000 Ausgabe der "Sportschau" von seinem Publikum. Doch auch im Ruhestand ist er aktiv und moderiert die WDR-Sendungen "ALTERnativen" und "Addis Stunde", in denen speziell ältere Zuschauer angesprochen werden. Als Galoppsport-Experte berichtet er am Mikrofon weiter live von der Pferderennbahn.

39 Siege im Sulky

Für Pferde begeistert sich der am 21. März 1933 in Berlin geborene Adolf Josef Dante Furler schon als Kind: "Ich wollte mal Jockey werden, als ich 14 war", sagt er später. "Ich liebe Pferde über alles." Er habe damals gehört, dass bei einem bekannten Trainer an der Galopprennbahn Berlin-Hoppergarten eine Lehrstelle frei sei. Als er sich bewirbt, ist die Stelle jedoch bereits seit drei Tagen vergeben. Daraufhin beginnt Furler als 17-Jähriger seine journalistische Laufbahn als Berichterstatter für die "Fußball-Woche". Über den Berliner Radiosender Rias kommt er 1959 zum WDR. Er ist zunächst für Sport, Kultur, Kirchen- und Jugendfunk zuständig. Von 1962 an geht Furler für vier Jahre als Chefsprecher zur Deutschen Welle, kehrt dann aber zum WDR zurück. Privat sitzt er derweil im Sulky: "Ich habe eine Amateur-Lizenz und bin Trabrennen gefahren", so Furler rückblickend. Er gewinnt 39 Rennen. Sein Ziel, 50 Siege einzufahren, erreicht er nicht. Im Spätherbst 1968 versagen seine Nieren. Er wird für 14 Jahre Dialyse-Patient. Erst im März 1982 wird für ihn eine Spenderniere gefunden.

Angegriffene Gesundheit, eiserner Wille

Furlers Gesundheit ist geschwächt: Drei Jahre später folgt eine schwere Herzoperation, 1994 muss er erstmals an der Bandscheiben operiert werden. In die Rente gehen will Furler nicht: So etwas könne man nur überstehen durch Arbeit, mit einem eisernen Überlebenswillen und in einer Solidargemeinschaft von Kollegen. Dann wird wieder eine Bandscheiben-Operation notwendig. Es kommt zu Komplikationen. Furler muss ins künstliche Koma versetzt werden. Am 30. August 2000 stirbt er im Alter von 67 Jahren in einer Kölner Klinik. In einem Nachruf würdigt WDR-Intendant Fritz Pleitgen den Sportjournalisten als einen "Meister seines Fachs".

Stand: 30.08.10

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