24. August 2010 - Vor 20 Jahren: Thomas Goletz skizziert die Diddl-Maus

Stichtag

24. August 2010 - Vor 20 Jahren: Thomas Goletz skizziert die Diddl-Maus

Am 24. August 1990 hat Thomas Goletz die Idee seines Lebens. Mit wenigen Strichen skizziert der Cartoonist eine Figur, die später die Kinderzimmer der Welt erobern soll. Zunächst ist sie ein Känguru. "Bald beschloss ich das Kerlchen viel, viel kleiner und handlicher zu zeichnen, damit ich es besser in eine Kaffeetasse oder ein Käsestück hineinsetzen konnte", wird sich Goletz in seinem bisher einzigen Interview später erinnern. Aus dem Känguru wird eine grinsende Springmaus in Latzhose mit riesigen Ohren und klobigen Füßen, die auf den Namen "Diddl" hört.

"Alles OKäse"

13 Diddl-Motive schickt Goletz als Postkartenmotive an die Vertriebsfirma Depesche in Geesthacht bei Hamburg. Dort ist man begeistert und bestellt eine Serie von 48 Karten. Nun ist der Siegeszug der Diddl-Maus nicht mehr aufzuhalten - und das von ganz alleine, ohne jede Werbung. Während der fröhliche Nager mit seiner rosigen Weltsicht Jungs zumeist kalt lässt, begeistern sich vor allem Mädchen zwischen sechs und 14 Jahren.Bald kommen Blöcke in unterschiedlichen Größen zum Diddl-Sortiment hinzu, später Stofftiere, Textilien wie die "Käsesocke", Kaffeetassen, Magnettafeln, Rucksäcke, Gummistiefel und Bettwäsche, aber auch CDs wie "Diddls mäusikalische Weltreise" oder "Alles OKäse auf Diddls Geburtstagsparty". Über 6.000 verschiedene Merchandising-Artikel sind es inzwischen, die in 26 Ländern vertrieben werden; die Produktpalette wächst beständig. Dabei wecken die Marketingexperten von Anfang an bewusst die Sammelleidenschaft der zumeist jungen Liebhaberinnen: Manche Diddl-Motive sind selten und erzielen auch später auf Flohmärkten Rekordpreise.

Ewiger Erfolg?

Inzwischen ist die Diddl-Maus nicht mehr allein. Neben Freundin Diddlina gehört der Knuffelteddy Pimboli und der Feuerschwanzminirabe Ackaturbo zu ihrem Freundeskreis. Mit ihnen hat die Diddl-Maus unter anderem "intermausionale Welthits" eingespielt: "Wir gehören zusammen, darum sind wir nicht allein", müssen genervte Eltern seitdem aus den Kinderzimmern ihrer Sprösslinge hören, "und so soll es für immer sein". Was in manchem Erwachsenenohr wie eine Drohung klingt, wird Fans und Verkäufern nur recht sein.

Stand: 24.08.10