06. Mai 2008 - Vor 250 Jahren: Maximilien de Robespierre in Arras geboren

Stichtag

06. Mai 2008 - Vor 250 Jahren: Maximilien de Robespierre in Arras geboren

Sein Vater, ein Anwalt in Arras, scheint kein sehr verantwortungsbewusster Mann gewesen zu sein: Er heiratet erst, als Maximilien Marie Isidore Robespierre bereits unterwegs ist. Als die Mutter sechs Jahre später stirbt, setzt sich der Vater nach Deutschland ab und überlässt die vier Kinder dem Großvater und den Tanten. Maximilien, am 6. Mai 1758 geboren und damit der Älteste, entwickelt sich zum Oberhaupt der Geschwister. "Wenn er sich in unsere Spiele mischte, so nur, um sie zu lenken", erinnert sich später seine Schwester Charlotte.

Der frühreife Junge ist eifrig in der Schule und darf zum Jura-Studium nach Paris. Mit 23 Jahren lässt er sich in Arras als Anwalt nieder und wird ein leidenschaftlicher Verteidiger der kleinen Leute. Er ist ein Anhänger der Philosophie von Jean-Jacques Rousseau: Die moderne Gesellschaft erscheint ihm verkommen, von der natürlichen Tugend entfremdet. Als 1789 die Generalstände einberufen werden, wählen die Bürger von Arras Robespierre zu ihrem Abgeordneten. So wird er in der Stunde zum Politiker, als die französische Revolution beginnt. In der Nationalversammlung tritt Robespierre als Demokrat auf. Er fordert das allgemeine Wahlrecht für Männer, die Abschaffung der Todesstrafe und der Sklaverei in den Kolonien. Für die Absetzung des Königs stimmt Robespierre erst, als der sich der Revolution verweigert.

Jetzt radikalisiert sich der Abgeordnete aus Arras. Er wird Vorsitzender des Clubs der Jakobiner, des linken Flügels der Revolution. Als die Kriege mit dem monarchistischen Ausland die Revolution geschwächt haben, richten die Jakobiner eine Art Diktatur ein. Der zwölfköpfige Wohlfahrtsausschuss übernimmt die Macht. Sein starker Mann: Robespierre. Er schafft die demokratischen Rechte ab, vor den Revolutionstribunalen darf man sich nicht mehr verteidigen. Ehemalige revolutionäre Weggefährten enden reihenweise unter der Guillotine. Man müsse die Tugend durch den Terror verteidigen, erklärt Robespierre, der den Atheismus ablehnt und sich auf keine Korruption einlässt. Am 27. Juli 1794 lassen die übrigen Revolutionsführer Robespierre verhaften. Dieser 9. Thermidor des Jahres II in der neuen, revolutionären Zeitrechnung markiert das Ende der Radikalisierung. Maximilien de Robespierre stirbt schon am Tag darauf unter dem Fallbeil.

Stand: 06.05.08