03.04.1764 - Joseph II. wird zum König gekrönt

Joseph II., zeitgenössisches Porträt

ZeitZeichen

03.04.1764 - Joseph II. wird zum König gekrönt

Von Christiane Kopka

Gerade 23 Jahre alt ist der österreichische Kronprinz Joseph, als er in Frankfurt am Main mit großem Pomp zum römisch-deutschen König gekrönt wird – als designierter Nachfolger seines Vaters. Zum Kaiser des Heiligen Römischen Reiches deutscher Nation wird er ein Jahr später, als Franz I. überraschend stirbt.

Die Kaiser-Würde ist allerdings nur eine Art Ehrentitel ohne Machtbefugnisse, und die Regentschaft des Habsburgerreiches muss sich Joseph 15 Jahre lang mit seiner Mutter Maria Theresia teilen, die ihn sehr oft in die Schranken weist. Erst nach ihrem Tod kann er seine Vorstellungen von einem aufgeklärten Absolutismus durchsetzen.

Joseph II. schafft Folter, Zensur und Leibeigenschaft ab, verbessert die Stellung der Protestanten und Juden, lässt Schulen und Krankenhäuser bauen. Doch seine Reformen, die er überhastet und ohne Rücksicht auf Traditionen durchpeitscht, machen ihn in großen Teilen des Volkes überaus unbeliebt. Noch vor seinem frühen Tod muss er vieles zurücknehmen.

Für sein Grab entwirft er selbst den bitteren Spruch: "Hier liegt ein Fürst, der mit der besten Meinung keinen seiner Pläne durchsetzen konnte."

Redaktion: Hildegard Schulte

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WDR ZeitZeichen | 03.04.2014 | 14:42 Min.

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Stand: 22.03.2016, 15:24