14.07.1789 - Erstürmung der Bastille

Erstürmung der Bastille

ZeitZeichen

14.07.1789 - Erstürmung der Bastille

Von Sabine Mann

Für die Stadtplaner war die völlig überholte mittelalterliche Pariser Bastille-Festung im Juli 1789 schon kein Thema mehr: Ihr Abbruch war längst beschlossen, ein Denkmal zu Ehren Ludwigs des XVI. an ihrer Stelle im Gespräch. Und doch wurde ausgerechnet die Eroberung dieser kaum verteidigten alten Burg zum Revolutions-Symbol schlechthin.

Ein wahres Gestrüpp aus Legenden rankte sich in jenen aufständischen Sommertagen um das Gemäuer. In gar gräulichen Verließen müssten dort willkürlich, ohne Anklage inhaftierte arme Leute schmachten.

Stattdessen befreite man eher vier wohlsituierte Urkundenfälscher, denen gerade der Prozess gemacht wurde, zwei Geistesgestörte und einen Adeligen, den seine Familie aus dem Wege haben wollte. Für mehr als 40 Gefangene war in den vergleichsweise komfortablen Räumlichkeiten gar kein Platz.

Den rebellischen Parisern ging es auch weniger um das Bastille-Gefängnis als um dessen Pulverturm und Arsenal: Sie brauchten schlicht Munition.

Redaktion: Ronald Feisel

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WDR ZeitZeichen | 14.07.2014 | 13:58 Min.

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Stand: 09.03.2016, 16:44