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COSMO Tech - Mit einem Bein im Knast? Urheberrecht und andere Stolperfallen im Netz

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COSMO Tech - Mit einem Bein im Knast? Urheberrecht und andere Stolperfallen im Netz

Von Dennis Horn und Jörg Schieb

Wir nutzen das Netz wie selbstverständlich – machen uns aber kaum Gedanken über Urheberrecht und andere juristische Aspekte. Welche Fotos und Videos dürfen frei verwendet werden? Sind Memes mit Ausschnitten aus Comics oder berühmten Hollywoodfilmen ein erlaubtes Zitat – oder eher ein Problem? Und dürfen wir mit Apps wie Reface selbst kurze Clips arrangieren und in den Sozialen Netzwerken posten? Die Rechtslage ist nicht immer ganz klar – und wer nicht aufpasst, könnte teuer abgemahnt werden. Darüber diskutieren Jörg Schieb und Dennis Horn in der neuen Ausgabe von Cosmo Tech mit Michael Terhaag, der Fachanwalt für Digitalthemen ist.

COSMO Tech - Mit einem Bein im Knast? Urheberrecht und andere Stolperfallen im Netz

COSMO TECH 15.09.2020 59:08 Min. Verfügbar bis 14.09.2025 COSMO


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[05:20] Mixed Tapes

Dennis spricht über "Mixed Tapes" – für alle, die gar nicht wissen, was das eigentlich ist: Eine Art individuelle Playlist – aber direkt auf Kassette. Viel mehr Arbeit, als eine Playlist anzulegen.

[06:00] Thema Urheberrecht

[07:30] Reface App: Das eigene Gesicht in berühmte Filmszenen montieren

Bislang waren Deep-Fake-Videos aber etwas fürs Experten: Nur Fachleute mit Zugriff auf leistungsfähige Rechner und KI-Software konnten solche Videos herstellen. Das hat sich jetzt geändert: Die App “Reface” erstellt auf Wunsch Deep-Fake-Videos – in Sekunden und auf dem eigenen Smartphone. Damit ist die Deep-Fake-Technologie endgültig in der Popkultur angekommen. Jeder kann Deep-Fake-Videos erstellen – für kleines Geld (die App lässt sich drei Tage lang kostenlos nutzen, danach werden Gebühren fällig).

[10:30] Deep Fakes

Als Deep-Fakes werden Fotos oder Videos bezeichnet, die manipuliert wurden. Wie einfach es ist, mit Photoshop oder anderen Programmen ein Gesicht zu verändern, ist mittlerweile bekannt. Die Zahl der Spaß-Apps, die so etwas erlauben, ist riesig. Aber auch Videos lassen sich heute kinderleicht fälschen und manipulieren. So ist es längst kein Problem mehr, Ex-US-Präsident Barack Obama oder US-Präsident Donald Trump etwas in den Mund zu legen – und es täuschend echt aussehen zu lassen.

Weil bei diesen Täuschungen KI-Software (Deep Learning) zum Einsatz kommt, die schnell "lernt2, wie sich eine Person bewegt und mimisch ausdrückt, wird diese Methode Deep-Fake genannt. Ein zunehmendes Problem, weil nun auch Videos nicht mehr als Beleg taugen. Sie könnten gefälscht sein.

Deep Fake: Ansprache von Barack Obama [Youtube]

[13:30] Michael Terhaag, Fachanwalt für Digitalthemen

Michael Terhaag ist schon seit Jahren auf Internet- und Digitalthemen spezialisiert. Seine Kanzlei befindet sich in Düsseldorf.

[14:30] Das Urheberrecht

Ende 2019 hat auch das EU-Parlament die äußerst umstrittene EU-Urheberrechtsreform abgenickt. Ohne Abstriche. Alle Kritik, alle Proteste und auch alle Demos haben nichts daran ändern können. Das Urheberrecht wird reformiert – der Umgang mit urheberrechtlich geschütztem Material im Netz muss sich also ändern.

[21:20] Fair Use Prinzip

Andere Länder, andere Regeln: In den USA gibt es das „Fair Use“ Prinzip: Urheberrechtlich geschütztes Material darf unter Umständen frei und ohne explizite Lizensierung verwendet werden, sofern sie der öffentlichen Bildung und der Anregung geistiger Produktionen dienen.

[41:00] Svren Regener: Künstler ärgern sich über Missbrauch im Netz

"Eine Gesellschaft, die so mit ihren Künstlern umgeht, ist nichts wert" – das sagt der Künstler der Gruppe "Element of Crime", weil im Internet das Urheberrecht häufig mit Füßen getreten wird.

[43:00] Alternative Finanzierungsmöglichkeiten

Es gibt Ideen, dem Urheberrecht auf andere Weise gerecht zu werden – etwa durch Abgaben. Onlinedienste (und letztlich die User) müssten eine Gebühr bezahlen, die fair auf alle Rechteinhaber ausgeschüttet wird – dafür wäre die Nutzung der Werke (in bestimmten Grenzen) gestattet.

[48:00] Die Datenschutzgrundverordnung (DSGVO)

Ein Jahr Datenschutzgrundverordnung DSGVO: Die Verordnung mit dem sperrigen Namen hat eine Menge verändert. Teilweise zum Guten, teilweise zum Schlechten. Vor einem Jahr hat die EU eine Verordnung auf den Weg gebracht, die uns Nutzern in Sachen Datenschutz deutlich mehr Rechte zubilligt. Sie soll uns stärken – gegen die Megakonzerne im Netz.

Kontakt


E-Mail: cosmotech@wdr.de
Die nächste Ausgabe von COSMO TECH erscheint am 29. September 2020

Stand: 15.09.2020, 11:00